Spieletest: I am Setsuna NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
3. März 2017

USK 6. unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport.

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: kostenloser exklusiver DLC (wird nachgereicht)

Plus / Minus

Positiv:
musikalisch gelungen
Negativ:
belangloses Design
monotones Setting
extrem unausgewogener Schwierigkeitsgrad
monotones Gameplay

Das Retro auch in der heutigen Zeit sich noch angesagt ist zeigte kürzlich erst das Nintendo Classic Mini. Und auch Spiele wie Mega Man 9, 10 und Shovel Knight haben gezeigt, dass neue Spiele im Retro Look durchaus noch Spaß machen wenn sie denn ordentlich umgesetzt sind.

Zum Launch der Nintedo Switch hat es auch das Spiel „I am Setsuna“ geschafft, welches eine Hommage an Rollenspiele vergangener Tage sein soll. Wer erinnert sich nicht an grandiose Rollenspiele wie etwa Secret of Mana, Terranigma oder Baten Kaitos... Und genau diese Art von klassischen Japan RPGs will man nun dem Spieler von heute mit „I am Setsuna“ schmackhaft machen.

Ein Opfer für den Dämon

Die Story ist so simpel wie einfach: Der Spieler übernimmt die Rolle eines stummen, maskierten Söldners, der die zierliche schöne Setsuna beschützen und sie auf dem Weg zum König der Dämonen begleiten soll. Dieser verlangt alle zehn Jahre nach ein Menschenopfer - geschieht dies nicht, bringt er Tod und Chaos über die Welt. Dazu sendet er seine Monster-Untertanen aus, die vor nichts und niemandem Halt machen. Doch Setsuna, die als Opfer auserkoren wurde, sieht dem Ganzen eher gelassen entgegen und fühlt sich geehrt, die Auserwählte zu sein.

Der Spieler erkundet daraufhin die unterschiedlichsten Gebiete, die sich jedoch immer sehr ähneln und immer mit dem gleichen Winter Setting behaftet sind. Dazu gehören Wälder, Schiffe, Höhlen oder diverse Dörfer. Leider gibt es hinsichtlich des Leveldesigns jedoch kaum Überraschungen. Die Areale sind überaus klein ausgefallen und bieten somit auch keinerlei Anreiz diese zu erkunden was den Spielverlauf schon recht schnell monoton werden lässt. Doch der Großteil des Abenteuers sind wie bei jeden anderen Rollenspiel sicherlich die Kämpfe. Bringen diese endlich die erhoffte Abwechslung? Leider nein, denn diese laufen immer nach dem gleichen Schema ab was schon nach kurzer Zeit Ermüdungserscheinungen mit sich bringt. Einzig die arkanischen Spezialfähigkeiten sorgen für etwas taktische Abwechslung. Um diese kreieren zu können bedarf es bestimmter Zutaten, die auf der Karte versteckt sind oder Feinde hinterlassen. Hier reicht die Palette von Heil-, Verlangsamungs- und Schutzzauber bis hin zu kräftigen Schlagkombos. Doch hier stellt sich die Frage warum man diese überhaupt anwenden sollte.

Und damit kommen wir auch schon zum Schwierigkeitsgrad des Abenteuers, der ziemlich unausgewogen daherkommt. Sämtliche normale Kämpfe sind spielend leicht und ohne jegliche Magie oder ähnlichen Aktionen zu meistern. Teilweise fühlt man sich im großen Teil des Spiels gar unterfordert. Auch allgemein bekommen die Protagonisten so viele Erfahrungspunkte, das man vielen Kämpfen einfach aus den Weg gehen kann, indem man in den Ebenen einfach immer an den Rändern entlang läuft. Anders als bei vielen Rollenspielen muss man also keine Angst haben dass man durch die Vermeidung von Kämpfen auf Dauer zu schwach ist um im Spiel voran zu schreiten. Bis auf die Erhöhung der Rangnummer hat das aufleveln auch keine wirkliche weitere Auswirkung, die Kräfte steigen nur unmerklich an und auch an Charakterwerte und Talente kann man selbst nicht Hand anlegen.
Ebenso hat der Tod eines Mitstreiters im Kampf wenig Auswirkungen auf selbigen. Ist dieser erfolgreich gemeistert, ersteht der Tote einfach wieder zu neuem Leben auf ohne das man dafür etwas tun muss. Erst wenn alle drei Helden zusammen in einem Kampf sterben sieht man einen Game Over-Bildschirm. Das krasse Gegenteil sind dazu die Bosskämpfe, bei denen der Schwierigkeitsgrad auf einmal gehörig und unverhältnismäßig stark anzieht. Plötzlich muss man sehr wohl seine Spezialkräfte einsetzen, gut mit ihnen haushalten und sieht sich ganz schnell einem virtuellen Tod der kompletten Gruppe gegenüber. Was die Entwickler sich dabei gedacht haben bleibt fraglich, hat aber den Vorteil, dass es damit dem Spiel etwas Würze verleiht und man wirklich gefordert wird.

Etwas ärgerlich sind die manchmal doch recht kargen Speicherpunkte, sodass der Spieler öfters etwas längere Wege in Kauf nehmen muss um endlich abspeichern zu können. Und auch sonst gestaltet sich das Gameplay recht eintönig und karg. Seine Gruppe managen kann man nicht, Waffen gibt es nur sehr wenige und Rätseleinlagen gibt es so gut wie keine. Ganz selten ist der Spieler dazu angehalten, mal einen Schalter zu betätigen oder Zutaten zu sammeln. Ansonsten war es das dann auch schon. Man kann zu wenig mit seiner Umgebung Interagieren und der Großteil an Gesprächen mit anderen Charakteren sind überaus langweilig. Die Story fängt zwar interessant an, verkommt aber nach und nach immer mehr in Belanglosigkeit. Leider muss ich sagen das ich selten so ein langweiliges Rollenspiel erlebt habe wie dieses. Das ist Schade, denn grundlegend wäre durchaus Potenzial vorhanden gewesen.

Wir wollen aber noch erwähnen das voraussichtlich im April 2017 ein kostenloser und Switch exklusiver Inhalt verfügbar sein wird. Dabei handelt es sich um die „Temporal Battle Arena“ mit dem es möglich sein soll per Datentransfer indirekte Kämpfe gegen KI-Gesteuerte Gruppen anderer Spieler antreten zu können.

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