Spieletest: Burnout Paradise Remastered NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
19. Juni 2020

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-8

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Tolle Open World
Großer Umfang
Stabile Framerate egal wie man spielt
Motivierender Online Modus
Negativ:
Optik teilweise zu glatt
Keine Möglichkeit Events sofort zu wiederholen
Keine neuen Songs
KI der Gegner sehr gering

Bei Burnout handelt es sich um eine Spielreihe mit weitreichender Tradition. Bei diesen Arcade-Racern käme niemand auf die Idee, nach Realismus oder gar authentischem Fahrgefühl zu suchen. Vielmehr geht es um adrenalingeladene Hochgeschwindigkeitsrennen, bei denen an jeder Ecke eine Explosion, ein Crash oder ein riskantes Boostmanöver für angehaltenen Atem und schwitzige Hände sorgt. Bei all den vielen Einträgen der Serie waren echte Innovationen – ähnlich wie bei einer nicht näher benannten Fußballsimulation – eher rar gesät. Und dennoch (oder gerade deshalb?) ist jeder Titel ein wirklich spaßiges Spielerlebnis. Nun verspricht die Reihe mit Burnout Paradise Remastered eine echte Neuerung. Das weitestgehend lineare Spielsystem wird zugunsten einer Open World aufgegeben und ermöglicht einem das freie Erkunden der Stadt mit all ihren Abkürzungen und Stuntstrecken. Ob die Rechnung aufgegangen ist und ob sich die hier vorliegende Remastered Version, mit allen bislang erhältlichen DLC’s, wirklich lohnt, erfahrt Ihr in dieser Review.

Jede Kreuzung ein Event

Beim Erkunden der Stadt werdet Ihr merken, dass fast an jeder Ecke eine Möglichkeit wartet, euch als Bournout-Profi zu beweisen. Natürlich startet Ihr mit einer absoluten Schrottmühle und der kümmerlichsten Fahrer-Lizenz. Dies gilt es nach und nach zu ändern. Gewinnt Ihr eine bestimmte Anzahl an Events, verbessert sich eure Fahrer-Lizenz und erhaltet immer bessere Karren, die euch das Weiterkommen erleichtern sollen. Dabei ist die Wahl des richtigen Fahrzeuges tatsächlich von großer Bedeutung. Wählt man einen Wagen aus der Kategorie Tempo, sollte man am besten Rennen fahren. Ein Stunt-Auto eignet sich am besten für Highscore-Jagden, die auf gefährliche Stunts, Manöver und Sprünge setzen. Die altbekannten Road-Rage Events, bei denen es darum geht, so viele Gegner wie möglich durch Takedowns gnadenlos platt zu machen, benötigen robuste und stabile Untersätze. Ebenso wie bei den neuen Marked-Man Verfolgungsjagden. Schaffst man es sicher und weitestgehend unbeschadet ans Ziel, winkt ein weiterer Lizenz-Punkt.

Zwischendurch tauchen immer mal wieder Autos auf der Map auf, die es zu schrotten gilt, um sie dadurch dem eigenen Fuhrpark hinzuzufügen. Später im Spiel können auch die Showtime-Events freigeschaltet werden, bei denen es darum geht, so viel Chaos und Schaden wie möglich zu produzieren. Diese Option ist aber leider nur ein ganz trauriger Abklatsch der Crash-Events vergangener Burnout-Generationen. Die verwüsteten Verkehrsteilnehmer bleiben nicht lange genug liegen, um wirklich massive Vernichtungsorgien abzufeuern und so wäre besser gewesen, auf diesen Modus ganz zu verzichten. Aber das ist das Gute an der frei erkundbaren Stadt: Man macht worauf man Lust hat und so ist es über weite Strecken des Spiels möglich voranzukommen, indem man nur seine Lieblingsevents fährt.

Weite Welten, weite Wege

Mit Burnout Paradise Remastered wurde dem Franchise das erste Mal eine frei befahrbare Map spendiert, die es einem ermöglicht, frei auszuwählen, welches der vielen Events man spielen mag. Für Burnout-Veteranen war es immer extrem wichtig, bestmögliche Ergebnisse und damit die Goldmedaillen einzuheimsen. Das erforderte die Strecken immer und immer wieder zu wiederholen, bis zum gewünschten Ergebnis. Bei Burnout Paradise Remastered wurden die Medaillen wie auch die Replay Option entfernt, so dass man bei einem missglückten Rennen am Ende der Strecke vor der Wahl steht, ein anderes Event in der Nähe zu starten oder den weiten Weg zurückzufahren um das Rennen erneut zu probieren. Aber gerade WEIL man weiß, dass es ernst ist mit diesem einen Versuch, gibt man zu jeder Zeit alles, um noch irgendwie die Kurve zu kriegen. Die Motivation, als erster das Ziel zu erreichen, ist dadurch stets am Maximum.

Und genau hier schlägt die Entscheidung eine Open-World zu liefern vollends ein. Denn war es noch in den älteren Burnout-Ablegern nur auf einer vorgegebenen Strecke (plus Abkürzungen) möglich zum Ziel zu gelangen, könnt Ihr euch nun komplett austoben und auf eigene Faust die schnellste oder einfachste Route wählen. Dabei hilft euch ein kleiner Kompass am oberen Teil des Bildschirms. Wenn man aber auf Nummer sicher gehen möchte oder ein Auto einfach nicht schnell genug ist, weil beispielsweise ein Stunt-Auto gefahren wird, dann sollte man pausieren und in die Karte schauen. Das wird euch aber nicht immer retten können, denn die Autojagden sind an manchen Stellen derart turbulent, rasant und crashgeladen, dass es euch nicht selten passieren wird, an einer Kreuzung falsch abzubiegen. Dann gilt es, die längere Strecke mit viel Können und viel Boost auszugleichen. Dabei helfen euch Tankstellen und Werkstätten, die Ihr unterwegs finden könnt. Die einen schenken euch zusätzlichen Boost und damit Tempo, die anderen reparieren euer Auto, sodass Ihr nicht Gefahr lauft, unterwegs liegen zu bleiben.

Man muss aber schon wirklich einiges falsch machen, um das Rennen zu verlieren oder die gewünschte Takedown- oder Stuntpunktzahl nicht zu erreichen. Verliert man mal den Anschluss, scheinen es die Gegner nicht mehr allzu eilig zu haben und generell ist die KI alles andere als stark. Es reicht beispielsweise schon der kleinste Stupser aus, damit der Kontrahent von der Fahrbahn abkommt und sich quasi freiwillig in die nächste Leitplanke wirft, was uns wiederum dank eines ordentlichen Boostschubes die Weiterfahrt versüßt.

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