Nintendo Switch: Tommys Eindruck

Nintendo Switch: Tommys Eindruck

Prinzipiell bin ich von der Switch auf der einen Seite schon etwas angetan, was aber schlicht und einfach auch nur an The Legend of Zelda: Breath of the Wild liegen könnte. Denn im Moment gibt es abgesehen von diesem Titel keinen wirklichen Grund sich die Switch unbedingt kaufen zu müssen. Doch die Idee dahinter ist wirklich sehr gut und besitzt auf jeden Fall potenzial. Die Verarbeitung des Gerätes ist sehr Hochwertig, auch wenn die Docking Station im Vergleich dazu doch ziemlich minderwertig wirkt. Das Plastik wirkt alles ziemlich weich und kann ohne große Kraftaufwendung zusammengedrückt werden. Diese ist sehr leicht, sodass sie beim rausziehen der Switch doch merklich wackelt. Auch muss man aufpassen das man beim Einstecken und Entfernen aus dem Dock nicht an den Kanten entlang schabt was wiederum zu Kratzern führen könnte. Hier wäre eine etwas durchdachtere Dockingstation oder zumindest ein Schutz der dieses verhindert, wünschenswert gewesen. Das Display ist wieder erwarten sehr gut, das Bild klar und scharf; also vollkommen ausreichend. Dass dieses über Touch Sensoren verfügt ist ebenso positiv wie auch das leichte andocken und entfernen der JoyCons. Das Betriebssystem funktioniert sehr gut und vor allem auch sehr schnell. Praktisch ist zudem auch die Möglichkeit den eShop unterschiedlicher Länderregionen nutzen zu können sowie die allgemeine Aufhebung der Regionsperre. Und das man mit der Switch, egal wo, jederzeit spielen kann ist eine wirklich tolle Sache.

Auf der anderen Seite stehen da aber der mit 32Gb viel zu geringe interne Speicher der Konsole wie auch die fehlenden analogen Schultertasten, was 2017 einfach Meilenweit von Zeitgemäß entfernt ist. Und das man diese negativen Dinge der Wii U 5 Jahre später wieder übernimmt ist denke ich schon ziemlich fragwürdig. Technisch gesehen ist die Switch auch nur eine Wii U plus, was selbst 2012 schon nicht mehr wirklich aktuell war. Natürlich ist es nicht zu erwarten, eine XBox One to go für den Preis zu erhalten. Auf der anderen Seite will man die Switch aber als Heimkonsole etablieren, bewirbt diese zumindest als Solche. Und da muss sie sich freilich auch in gewisser Weise der Konkurrenz stellen oder Vergleiche über sich ergehen lassen. Und etwas mehr Power unter der Haube hätte der Switch definitiv nicht geschadet, zumal auch nicht jeder Spieler seine Spiele unbedingt unterwegs zocken muss, will oder kann. Für eine tragbare Heimkonsole die man überall benutzen kann ist sie freilich das beste was es im Moment am Markt gibt, für jene die allerdings nur am heimischen TV-Gerät spielen wollen und sogar noch eine Wii U Daheim stehen haben, dürfte die Switch in Sachen Technik keine Erfüllung sein. Dafür scheint sie sich zu wenig von der Wii U abheben zu können.

Auch kann man Nintendo das fehlen einer Aufladefunktion der beiliegenden JoyCon-Halterung ankreiden. Will man diese Funktion haben, muss man sich für knapp 30€ noch eine extra Halterung kaufen. Warum diese nicht gleich der Konsole beiliegt ist äußerst fragwürdig. Ebenso stellte sich zumindest für mich das Spielen in der Handheld-Variante durchaus beschwerlich heraus. Dies liegt daran, das der Joystick und die Tasten auf dem rechten JoyCon genau andersrum angeordnet sind als auf dem linken. Dies hat zur Folge, dass man ständig mit der Handinnenseite auf dem Analogstick hängt. Leider sind die 4 Buttons so weit oben angebracht, das man garnicht richtig zugreifen kann und die Switch besonders beim Spielen in liegender Position ständig nach unten rutscht. Somit gestaltet sich das Ganze doch zu einem etwas krampfhaften Unterfangen, sodass ich lieber gemütlich mit Pro Controller am TV spiele. Allerdings muss ich zugeben das man sich irgendwann auch daran gewöhnt hat - macht dies aber freilich nicht ganz wett. Die JoyCons in der Halterung als Controller zu verwenden stellte sich Anfangs zwar als etwas gewöhnungsbedürftig heraus, doch funktionierte dies deutlich besser als erwartet. Für langanhaltende Sessions vor dem TV empfiehlt sich dann aber doch ein Pro Controller.

Leider macht die Switch auf mich einen noch unfertigen Eindruck. Es gibt Verbindungsprobleme, vorzugsweise mit dem linken JoyCon. Auch hat meine Switch oft Probleme, das sie Spielecardridges überhaupt nicht anerkennt und dies nur mit mehrfachem einstecken und pusten behoben werden kann. Ich hoffe das wird noch mit einem Update gepatcht, schön ist das bei einer neuen Konsole aber nicht unbedingt. Dazu kommt das man leider auch seinen Freunden, mit denen man auf der Switch verbunden ist, (noch) keine Nachrichten schreiben kann. Schön wäre zum Start auch ein etwas praller gefüllter eShop gewesen. Die Auswahl ist im Moment sehr begrenzt und beinhaltet mehr altes bekanntes statt wirklich neuem. Das fehlen der Virtual Console ist auch ein Punkt an dem man Kritik äußern könnte, schließlich dürfte es kein allzu großes Problem sein zum Launch jeweils 5 oder 10 NES, SNES und Nintendo 64 Spiele anzubieten. Doch schon auf der Wii U ließ der Umfang der einst doch etwas größeren Auswahl an VC-Spielen der Wii spürbar nach. Bleibt zu hoffen das Nintendo diese bei der Switch wieder pfleglicher behandelt und mit Gamecube-Spielen erweitert.

Es bleibt zu hoffen das die Drittanbieter der Switch mehr Beachtung schenken als es noch bei der Wii U der Fall war. Die im Moment doch recht zahlreich angekündigten Indie-Entwicklungen sind schon mal ein wichtiger Schritt, das fehlen von Titeln wie etwa das in wenigen Tagen erscheinende Mass Effect: Andromeda, sowie das Capcom keine Portierung ihres erst erschienenen Horrorspiels Resident Evil 7 plant geben ein seichtes Anzeichen dafür, das die Entwickler mit großer Vorsicht an die Switch gehen. Das man dann die vor kurzen angekündigte Disney Afternoon Collection, die aus 6 NES Disney-Abenteuern besteht, mit keinem Switch Release bedacht hat, untermauert das ganze noch. Hoffentlich wird dies nicht so enden wie auf der Wii U.

Fazit: Im Moment dürfte der Preis für eine Switch plus Pro Controller und Spiel (ca. 450-470€) für den Massenmarkt wohl noch zu teuer sein. Hier hätte 1,2 Switch definitiv dem Bundle beiliegen müssen um das Produkt attraktiver zu machen. Doch das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten erst zeigen, in welche Richtung das ganze weiter geht. Letztendlich wird sich der weitere Wertegang der Switch wohl an den noch kommenden Spielen ausmachen müssen. Und da liegt Nintendo in Zugzwang wirklich hochwertige Software zu veröffentlichen und nicht solch halbgare Spiele wie Starfox Zero, Mario Tennis und Mario Party 10 zu entwickeln, wie sie für Wii U erschienen. Nintendo hat mit der Switch den richtigen Weg eingeschlagen, aber auch etliches falsch gemacht, weil man partu nicht auf Kritiken hören will. Hoffen wir, das es nicht so ein Desaster wird wie die Wii U. Ein Erfolg wäre Nintendo nur zu wünschen.

verfasst von „David“

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Letzte Aktualisierung: 19.03.2017, 18:43 Uhr