Test: New Nintendo 2DS XL

Bild Bild

Weitere Infos

System: New Nintendo 2DS XL

Preis: 149 Eu

Hersteller: Nintendo

Nintendo wird es vermutlich weiterhin abstreiten, doch für viele gilt die Nintendo Switch bereits als inoffizielle Ablöse des mittlerweile doch in die Jahre gekommenen Nintendo 3DS. Umso überraschender war es dann, als Nintendo für diesen Sommer eine erneute Revision des immer noch boomenden Handhelds angekündigt.

Diesmal handelt es sich um eine neue, klappbare „New“-Variante des 2DS im XL-Format. Wie sich die Konsole im Vergleich zu seinen Vorgängern schlägt erfahrt ihr in unserem New 2DS XL Hardware Review.

Von „Kid“ zu „schick“

Der ursprüngliche 2DS sprach in seinem Plastik-Design eher jüngere Semester an. Vom Look her erwartete man das Gerät eher im Spielwarenhandel als im Elektronikgeschäft zu finden. Da er aber bis zu einem Drittel günstiger als die klassische 3DS-Variante war, wurde er auch von sparsamen Spielern fleißig gekauft. Diese Kosten konnte Nintendo einsparen, indem sie auf 3D-Bildschirme verzichteten. Außerdem konnte der Handheld nicht eingeklappt werden.

Der New Nintendo 2DS XL hat hier den Look um 180 Grad gewendet. Er ist wie seine Kollegen klappbar und wirkt moderner im Design. In aufgeklappter Form könnte man den oberen Bildschirm direkt mit einem Smartphone verwechseln.

Doch das zeigt sich nun auch preislich: Die 2D-Variation ist gerade mal 40 Euro billiger als der New Nintendo 3DS XL, mit welchem sie übrigens die selben Bildschirmdiagonalen teilt. Der etwas kleinere New Nintendo 3DS wurde zwar mittlerweile in Japan eingestellt, hier zu Lande kann man ihn aber noch ca. um den selben Preis wie die 2DS XL-Variante – wenn nicht sogar günstiger – finden. Demnach sollte man ihn auch im Vergleich kritischer betrachten.

Design – Modern, oder nur leicht ver-rückt?

Auf den ersten Blick wirkt das zwei-farbige Design mit Rillen auf dem Cover wesentlich moderner als noch sein Vorgänger. Insbesondere der obere Bildschirm sieht auch äußerst edel aus und dass der Stylus in der Form mit der Kopfhörer-Busche abschließt wirkt clever.

Leider gibt es aber in der restlichen Gestaltung ein paar Stellen, in denen man entweder ungünstig gespart hat, oder bei denen nicht wirklich funktional gedacht wurde. So ist der Stylus beispielsweise kürzer als jene seiner Kollegen, auch ist er wieder aus Plastik und hat keinen schicken Teleskoparm wie etwa jener des Originalmodells. Die Lautsprecher sind nun außerdem unterhalb des Systems gewandert… eine Stelle, an der sie gerne mal von Händen verdeckt werden. Außerdem klingen sie ein wenig blechern, aber noch gut genug, dass man mit nicht zu viel Anspruch auch ohne Kopfhörer spielen kann.

Auch die Platzierung der Kameras irritiert etwas: Die Innenkamera ist zwar wieder in der Mitte wie beim Nintendo DSi, im Gegensatz zu diesem dreht sich die Linse aber nicht mit dem Mittelteil mit, wodurch sie in geschlossenem Zustand leicht herausragt. Auch die beiden 3D-Kameras (wie die vorherige Revision kann das Gerät auch 3D-Bilder schießen, aber nicht darstellen) befinden sich nun komischerweise ungeschützt auf der Unterseite des Systems.

Der Lautstärkeregler ragt zudem nur geringfügig durch ein Profil aus der Einbuchtung des Systems heraus, was es schwer macht, ihn zu bedienen, wenn man verschwitze Hände hat. Der Regler wird rein durch die Reibung zwischen dem Eigenprofil und jenem eures Fingerabdrucks angetrieben.

Auch der Bildschirm wackelt in voll ausgeklapptem Zustand um 1-3 Grad, was bei etwas zappligerem Spielen zum Problem werden könnte. Allerdings wackelt er auch nicht wesentlich mehr, als jene der anderen New 3DS-Systeme.

Die restlichen Funktionen sind dafür zu Frieden stellend und ähnlich platziert wie bei anderen „New“-Geräten. An den Knöpfen und Sticks gibt es nicht viel zu meckern, wobei die L- und R-Tasten leider nicht mehr so „fest“ wie beim Original-System verarbeitet sind. Ein zweischneidiges Schwert ist die neue Abdeckung über dem Cartridge-Slot: Dieser schützt jetzt zwar sowohl die mitgelieferte Micro-SD-Karte als auch das 3DS-Spiel vor Staub, macht es daher aber auch behäbiger das Spiel zu wechseln.

Außerdem erfreulich: Ein Ladegerät ist wieder Bestandteil des Lieferumfangs. Es erwarten euch also keine versteckten Kosten bei einer Erstinvestition. Für Sammler bedeutet es dann eben ein weiteres Ersatzkabel.

Hardware – Old but New?

Im Kern bietet der New Nintendo 2DS XL alles, was auch ein New Nintendo 3DS bietet: Im Gegensatz zum Nintendo 2DS verfügt er nun über zwei neue Schultertasten, einen zusätzlichen Stick und ein integriertes NFC-Lesegerät für amiibos – alles Funktionen, die in der ersten Generation der 3DS-Famile nur via externe Geräte möglich waren.

Das größte Argument für ein „New“-Upgrade - egal ob 2D oder 3D - ist allerdings der schnellere Prozessor, welcher die Bedienung des Geräts deutlich flüssiger gestaltet. Im Test mit unserem Standard-Modell von 2010 dauerte ein normaler Systemstart nur neun statt 15-30 Sekunden, Miiverse startet mal in 20 statt 40 Sekunden und auch Pokémon Mond startete doppelt so schnell. Auch beim Wechseln der Areale in letzterem Spiel ist wesentlich schneller: Während man am klassischen 3DS mehrere Sekunden vor einem schwarzen Bildschirm wartet, benötigt der New Nintendo 2DS XL maximal 1-2 Sekunden.

Richtig krass ist der Unterschied allerdings bei Nintendo Badge Arcade: Während das Original noch am Laden war, hatten wir am New 2DS bereits unse Testpartie so wie unser kostenloses Spiel abgeschlossen. Wir möchten hier allerdings darauf hinweisen, dass das Original nicht mehr die Original-SD-Karte nutzt und auch deutlich mehr Marken im Zwischenspeicher zu versorgen hat.

Der 3D Effekt

Das einzige, was dem New Nintendo 2DS XL fehlt ist der 3D-Effekt – und somit auch die sich selbst anhand eurer Augenposition justierende Stereoskopie.
Doch vermisst man diesen überhaupt? Das muss wohl jeder für sich entscheiden. Fakt ist jedoch, dass Nintendo seit dem ersten Nintendo 2DS die 3D-Tiefe nicht mehr als spieltragendes Element einsetzt, da man sonst die Käufer jenes Geräts ausschließen würde.

Tatsächlich verzichten Titel wie Super Mario Maker for Nintendo 3DS, Hey! Pikmin oder Pokémon Sonne bzw. Pokémon Mond auch auf Standard-Systemen komplett bzw. größtenteils auf die zusätzliche Tiefe um stattdessen detailliertere „2D“-Bilder zu berechnen.

New genug für eine New Investition?

Bereits in unserem New Nintendo 3DS Review haben wir die Frage in den Raum gestellt, ob sich die Exklusiv-Features lohnen. Zwei Jahre später hat sich hier nur wenig geändert: Amiibos gibt es zwar mehr denn je, sind aber weiterhin mehr Gimmick als elementarer Bestandteil eines Spiels. Es gibt zwar Exklusivtitel wie die SNES-Virtual Console, Xenoblade Chronicles, Binding of Isaac: Rebirth und das kommende Fire Emblem Warriors, dennoch sind es aber noch zu wenig, um eine Neu-Investition zu rechtfertigen. Auch erweiterte Spiele wie Super Smash Bros. oder Monster Hunter Generations bieten zu wenig exklusive Extras, auch wenn Hyrule Warriors Legends durch die bessere Prozessorleistung fast schon wie ein anderes Spiel wirkt.

Der Hauptgrund ist und bleibt einfach die schnellere Hardware, denn die spart Lebensezeit und das nicht zu knapp – zumindest wenn man sich oft im Menü oder Miiverse aufhält oder erweiterte Titel nutzt. Beim Wechsel sollte man allerdings im Auge behalten, dass New-Systeme nur noch micro-SD-Karten unterstützen.

Für Neueinsteiger zahlt sich aber mittlerweile eines der neueren Modelle aus. Ob man nun aber zu einem New Nintendo 3DS/XL oder zu einem New Nintendo 2DS XL greifen soll muss jeder selbst entscheiden. Unserer Meinung nach wurden viele Einsparungen im Design getätigt, die bei nur 40€ Preisunterschied doch zu stark ins Gewicht fallen. Wer mit etwas kleineren Bildschirmen leben kann (welche aber immer noch größer als jene des Erstlings sind), bekommt um beinahe den gleichen Preis auch den normalen New Nintendo 3DS, muss dafür aber nicht auf 3D verzichten.

Fazit

Der New Nintendo 2DS XL bietet – abseits des 3D-Effekts - alle Vorteile der New Nintendo 3DS-Familie und wirkt durch das neue, schicke und vor allem klappbare Design eher wie ein modernes Technikgerät als wie ein Kinderspielzeug. Ebenso sind die Bildschirme gleich groß wie beim New Nintendo 3DS XL. Leider gibt es aber hier und da ein paar ungünstige Designentscheidungen bzw. Einsparungen, die zwar kein K.O.-Kriterium sind, aber bei einem nur 40€ günstigeren Preis eine eindeutige Kaufempfehlung schwer machen.
Daher unser Tipp: Wer eine günstige (New) XL-Variante möchte, die 3D-Tiefe nicht vermisst und die gelisteten Mankos nicht zu tragisch findet, kann zum New Nintendo 2DS XL greifen. Wem große Bildschirme weniger wichtig sind als 3D-Features, der sollte versuchen noch einen New Nintendo 3DS um etwa denselben Preis zu bekommen. Wer die „Luxus“-Variante mit den größten Screens möchte, sollte die zusätzlichen 40€ investieren.




Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

verfasst von „Benjamin A.“

Letzte Aktualisierung: 08.August.2017 - 21:57 Uhr