Spieletest: VOEZ NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
3. März 2017

USK 0 keine Onlinefunktion. kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-Modus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
tolles Spielprinzip
sehr fordernd
viele Songs...
Negativ:
... die allerdings Geschmacksache sind
schwer zu sortieren

Mit VOEZ erscheint direkt zum Launch der erste Titel für die Nintendo Switch, welcher nur im Handheldmodus gespielt werden kann. Dies liegt nun aber nicht an der Faulheit der Entwickler, sondern am Spielprinzip und der Tatsache, dass der Titel bereits zuvor für iOS veröffentlicht wurde. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Rhythmusspiel welches, anstatt wie viele seiner Vettern auf Knopfdruck, auf Eingabe durch den Touchscreen gespielt wird. Dementsprechend sind sowohl der Tabletop, als auch der TV-Modus keine Option. Ob das Konzept aufgeht wollen wir in unserem Test beleuchten.

Fühl den Rhythmus

Die Handlung spielt in einer fiktiven Stadt namens Lan Kong Town, die an Yilan in Taiwan angelehnt ist. Sechs Schüler gründen zusammen eine Band, die es letztendlich zu internationaler Berühmtheit schafft.
So lautet die Handlung laut Beschreibung. Ob ein Musikspiel nun eine Handlung braucht sei mal dahingestellt. In VOEZ wird sie Anhand von Tagebucheinträgen erzählt, welche nach und nach durch eure Leistung freigeschaltet werden. Da dies aber keinerlei spielerischen Nutzen oder Zweck hat werden wir an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingehen.
Herzstück das Spiels sind die über 100 Songs die von euch gemeistert werden wollen. Jeder dieser Songs ist in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen anwählbar: Einfach, Schwer und Special. Zum Einstieg und Warmwerden ist hier auf jeden Fall erst mal Einfach anzuraten. Ein kurzes Tutorial verrät euch zu Beginn was genau zu tun ist.
Dabei erfindet VOEZ das Rad nicht neu, hat aber einige interessante Varianzen zu bekannten Rhythmusspielen. Nachdem ihr einen Song ausgewählt habt, müsst ihr die Notensteine, welche von oben nach unten fallen, in dem Moment antippen in dem sie die untere Rhythmuszeile erreichen. Hierbei gibt es verschiedene Formen der Eingabe. Normale Noten verlangen nur einen einfach Druck, andere hingegen haben einen blau gefärbten Rand an einer Seite. Diese Markierung zeigt an in welcher Richtung ihr im richtigen Moment über die Note wischen müsst. Kleinere Steinchen hingegen fallen in rascher Abfolge und wollen nachgespurt werden. Zu guter Letzt gibt es noch lang gehaltene Noten welche während ihrer Spieldauer auch nach links oder rechts wandern können.
Der Clou des ganzen ist, dass während des Spielen ständig die Anzahl der Zeilen in denen Noten auftauchen können variiert. Wer also das sture Abspielen seiner X Notenzeilen wie zum Beispiel bei Guitar Hero gewohnt ist, wird sich erst mal gewaltig umstellen müssen. Durch den Einsatz dieser Technik nutzt der Titel die komplette Breite des Displays der Switch aus. Und ständig muss man alles im Auge behalten. Während man auf Einfach noch mit ein bis zwei Finger zu Rande kommt, sollte man in höheren Stufen schon fast zum Zehn-Finger-System wechseln. Achja. Wem das noch nicht genug ist. Nicht nur die Anzahl der Tonspuren ändert sich. Auch die Rhythmussteine wechseln beim herunterfallen manchmal die Spur.
Nach jedem Track werdet ihr bewertet. Wie üblich bei solchen Spielen bekommt ihr einen Bonus für lang anhaltende Kombos. Schade ist allerdings, dass es auf die Akustik keinerlei Auswirkung hat ob ihr gut oder schlecht seid. Ihr hört also nicht, wenn ihr euch vertippt. Lediglich eure Komboleiste wird zurück gesetzt.

Geschmackssache

Jetzt kommt im Prinzip das große ABER des Spiels. Während andere Titel entweder aus dem Musikfundus der aktuellen Popkultur, spezifischen Genres oder Musik aus Videospielen zurückgreifen, findet sich bei VOEZ im Prinzip bis auf wenige Ausnahmen nur elektronische Musik und dieser merkt man ihren asiatischen Einschlag meist deutlich an. Das ist auch in keinem Fall als Abwertung gemeint, aber man sollte sich darauf einstellen, dass man hier zum Beispiel nichts rockiges finden wird. Dennoch wird Abwechlsung geboten. So geht es auch mal in Richtung Klassik, Dubstep und sogar ein weihnachtliches Lied ist mit von der Partie. Alles in Allem ist die Musikauswahl zwar nicht jedermanns Sache, aber dennoch, alleine durch die große Anzahl an Titeln, sehr facettenreich.

Technik

Im Einstellungsmenü gibt es im Prinzip nichts was man wirklich einstellen könnte, außer die Sprache. Hier gibt es neben Englisch allerdings nur Asiatisch zur Auswahl, was bei den meisten hiesigen Spielern wohl eher keine Option ist. Außerdem hat sich im Settings-Menü noch die Option versteckt, das Tutorial, welches anhand eines sehr simplen Videos das Spielprinzip erklärt, nochmals anzusehen. Leider ist die allgemeine Benutzerführung sehr spartanisch. So findet man keine wirklich Erklärung zu den Keys die ihr sammeln könnt oder den Nutzen der Verzögerung die man vor den einzelnen Liedern einstellen kann. Die Lieder lassen sich nach Level oder Alphabet sortieren. Hier wären weitere Filter wünschenswert gewesen.
In Sachen Steuerung zeigt der Titel auf der einen Seite eindrucksvoll wie gut das kapazitive Display funktioniert, auf der anderen Seite nimmt es das Spiel nicht ganz so genau, wie präzise ihr tippt. Während man zum Beispiel bei Guitar Hero direkt einen Fehler angekreidet bekommt, wenn man eine Feld “spielt“ auf welchem gerade keine Note ist, wird dies bei VOEZ gar nicht geahndet.
Die Soundqualität ist hervorragend, auch wenn es sich hier auf jeden Fall lohnt mit einem anständigen Kopfhörer zu spielen.

Fazit

VOEZ ist in Sachen Spaß und Herausforderung sicherlich eine kleine Perle welches viele sicherlich im Launch LineUp der Nintendo Switch übersehen haben. Man fühlt sich teilweise schon selbst wie ein DJ wenn man versucht mit allem einem zur Verfügung stehenden Fingen den Rhythmus einzufangen. Die Musikauswahl ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack und ein besseres akustisches Feedback hätten dem Spiel sicherlich gut getan. Wer Musikspiele und Herausforderungen mag, sowie mit der Art der Musik zurecht kommt, sollte auf jeden Fall einen Blick auf das Spiel werfen.

Grafik
6
Sound
9
Gesamt
8.5

verfasst von „David“

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Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 15.März.2017 - 20:56 Uhr