SAROS im Test (Playstation 5)

SAROS im Test (Playstation 5)

Danke an Playstation DE für die Bereitstellung des Testmusters.

Mit Housemarque verbindet man seit Jahren kompromisslose Arcade-Action, brachiale Bullet-Hell-Gefechte und Gameplay, das Spielerinnen und Spieler konstant fordert. Bereits mit dem PS5-exklusiven Returnal bewiesen die Finnen eindrucksvoll, dass sie nicht nur klassische Arcade-Spiele beherrschen, sondern auch große Third-Person-Abenteuer entwickeln können. Mit SAROS liefert das Studio nun einen geistigen Nachfolger, der die Stärken und diverse Gamedesign-Aspekte von Returnal aufgreift, gleichzeitig aber in nahezu allen Bereichen weiterentwickelt wurde.

Herausgekommen ist ein hochperformanter Roguelite-Action-Shooter mit fantastischem Gunplay, starker Progression und einer packenden Science-Fiction-Geschichte. Was euch im Detail erwartet, lest ihr in diesem Playstation 5 Test.

Carcosa und das Lucenit

In SAROS schlüpft ihr in den Anzug von Arjun Devraj, einem Vollstrecker der Firma Soltari. Nach mehreren sogenannten Echelon-Einheiten reist auch ihr auf den fremdartigen Planeten Carcosa. Ziel der Expedition ist die Erkundung des Planeten und Ermittlung des Verbleibs der ersten Echelon-Crews, neben dem Abbau von Lucenit – ein Rohstoff mit enormem Energiepotenzial. Bereits ein Kilogramm genügt, um eine kleine Stadt über Jahre hinweg mit Energie zu versorgen.

Natürlich läuft die Mission nicht nach Plan. Auf Carcosa, einem sich ständig wandelnden Planeten, stößt die Expedition auf eine aggressive außerirdische Spezies, die sich den Menschen feindlich entgegenstellt. Fortan kämpft ihr euch durch acht unterschiedliche Biome des Planeten, die pro Run zufällig generiert werden. Ihr startet in die Zerstörte Anhöhe, danach geht es immer weiter in die Weiten und Tiefen von Carcosa. In allen von ihnen verändern sich Raumaufteilungen, Gegnerarten und -positionen und Loot-Ausspielung ständig, was für dauerhaft frische Durchläufe sorgt.

Ein weiterer Twist ist es, dass ihr an verschiedenen Stellen der Biome die Finernis einleiten könnt. Ein mysteriöses Ereignis, dass nicht nur Carcosa verdunkelt, sondern sämtliche Feinde aggressiver und gefährlicher macht. Doch wenn ihr vorankommen wollt, müsst ihr mit der drohenden Finsternis und der Verderbnis umgehen, denn manche Wege und Tore werden erst dann begehbar.

Organisches Bullet-Hell-Gameplay

Spielerisch fühlt sich SAROS von der ersten Minute an hervorragend an. Housemarque versteht es wie kaum ein anderes Studio, Action mit Bewegung zu verbinden. Ihr schießt nicht einfach nur auf Gegner, sondern befindet euch permanent in Bewegung. Springen, dashen, ausweichen, alternative Feuerarten einsetzen und gleichzeitig Projektilmustern ausweichen, all das greift perfekt ineinander.

Besonders gelungen ist die neue Steuerungsanpassung des Dash-Manövers. Während viele Spielerinnen und Spieler bei Returnal den Dash manuell auf L1 gelegt hatten, reagiert Housemarque nun direkt auf dieses Feedback. In SAROS liegt der Dash standardmäßig auf L1, wodurch sich das Gameplay noch flüssiger und natürlicher anfühlt, weil die Hände den Controller praktisch nie verlassen müssen.

Zusätzlich schaltet ihr im Verlauf neue Fähigkeiten frei, die nicht nur im Kampf hilfreich sind, sondern auch das Backtracking sinnvoll erweitern. Denn die Biome werden mehrfach bereist und enthalten zahlreiche versteckte Bereiche sowie Collectibles. Mit dem Enterhaken Vorsprünge zu erreichen oder mit dem defensiven Parieren gleichzeitig aktiv rote Projektile zurückzuschießen, verändern das Gameplay und Traversal angenehm.

Waffen und Progression

Das Herzstück von SAROS bleibt jedoch das brillante Game- und Gunplay. Euch stehen Pistolen, Gewehre, Schrotflinten und später auch exotischere Waffen wie Armbrüste zur Verfügung. Jede Waffe besitzt zufällige Eigenschaften und individuelle Perks, die sich mit eurem Spielfortschritt und Level weiterentwickeln.

In unserem Test entwickelte sich ein Maschinengewehr mit automatischer Zielerkennung und Spektralmunition schnell zu einem absoluten Favoriten. Gerade gegen größere Gegnergruppen oder Bosse erwies sich diese Kombination als enorm effektiv.

Zusätzlich verfügt Arjun über mächtige Energiewaffen, die zwar aufgeladen werden müssen, dafür aber enormen Schaden verursachen, so das Explosivgeschoss Protuberanz. Um sie aufzuladen habt ihr Geduld oder ihr greift aktiv zu eurem Schild, einer Partikel-Kugel, die Arjun umhüllt, euch vor blauem Projektilschaden schützt und diese Energie gleichzeitig absorbieren und für eure Energiewaffe umwandeln kann. Dadurch entsteht letztlich ein fantastisch organischer Spielfluss aus aggressivem Vorgehen, Ressourcenmanagement und permanenter Bewegung.

Der große Unterschied zu klassischen Roguelikes, bei denen ihr beim Scheitern quasi alles verliert, liegt im Progressionssystem. Denn SAROS ist klar als Roguelite aufgebaut. Über Lucenit und die Ressource Halcyon verbessert ihr euren Charakter dauerhaft und schaltet neue Möglichkeiten frei. Bereits früh im Spiel könnt ihr etwa Zweite Chance freischalten, ein Perk, der sofort ein zweites Leben erlaubt und sich bei längeren Runs als enorm wertvoll erweist. Auch das Fallenlassen von Lucenit, der Nahkampfschaden oder der Anstieg von Resilienz (eurer Unverwundbarkeit) ist beeinflussbar.

Stirbt Arjun, verliert ihr zu Beginn etwa 50 Prozent eures gesammelten Lucenits. Über euer intelligentes Steuerungssystem Primary und den Fähigkeitenbaum (Panzerungsmatrix genannt) könnt ihr diesen Verlust reduzieren, den Sammelradius erhöhen oder beeinflussen, wie lange Lucenit nach Kämpfen liegen bleibt. Doch auch die klassischen Panzerungswerte eures Anzugs sind mit der Zeit steigerbar, sobald ihr mit ausreichend Lucenit die Knotenpunkte aktiviert habt. All diese dauerhaften Effekte verändern über die Zeit euer Spielerlebnis spürbar und reichern es immer weiter an.

Dadurch entsteht ein motivierender Risk-Reward-Kreislauf, in dem die Belohnung absolut nicht zu kurz kommt. Oft lohnt es sich sogar, in früheren Biomen zu starten, dort seine Werte und Waffen aufzuleveln, um dann in späteren Biomen mit noch mehr Power weiterzumachen. Natürlich müsst ihr dann die jeweiligen Bosse bezwingen, doch auch hier werdet ihr immer besser.

Biome und Herrscher

Die acht Biome von Carcosa unterscheiden sich angenehm voneinander, nach der Zerstörten Anhöhe geht es in die Alten Tiefen, die Zerstörte Kluft, den Fauligen Sumpf und vier weitere. Manche Areale beeindrucken mit monumentalen Strukturen, dichter Atmosphäre und fantastischem Detailgrad. Andere konzentrieren sich stärker auf reine Kampfareale mit Gegnerwellen und minimalistischerem Aufbau, jedoch immer in dieser grotesk-schönen Atmopshäre eines mysteriösen, außerirdischen Planeten.

Die sich letztlich pro Biom anschließenden Bosskämpfe gehören erneut zu den absoluten Highlights. Viele Herrscher besitzen mehrere Phasen und verlangen euch höchste Konzentration ab. Manche Gegner setzen auf gewaltige Laserangriffe, andere dominieren die Luft oder kombinieren aggressive Nahkampfangriffe mit Bullet-Hell-Mustern.

Hier reicht reines Reaktionsvermögen nicht aus. Ihr müsst Angriffsmuster lernen, euren Build anpassen und häufig mehrere Anläufe investieren. Trotzdem fühlt sich SAROS nie unfair an. Wer sich auf die Mechaniken einlässt und die Systeme versteht, wird mit einem fantastischen Erfolgsgefühl belohnt. Doch auch dies ist bekanntermaßen eine Lernreise.

Story und Lore

Wie schon Returnal lebt auch SAROS davon, dass ihr sterbt. Mit neuen Runs schaltet ihr weitere Story-Sequenzen, Visionen oder Gespräche mit den Echelon-Besatzungen frei. Die Geschichte entfaltet sich dadurch Stück für Stück und erzeugt eine dichte, mysteriöse Atmosphäre, die durchaus Gruselmomente umfasst.

Besonders gelungen finden wir die Integration der Collectibles. Ihr sammelt Text-Logs, Audiologs und Hologramme, die nicht bloß die Spielzeit strecken, sondern tatsächlich wichtige Informationen und Interaktionen zur Welt und den bisherigen Geschehnissen liefern. Doch auch die Daten zu euren Widersachern reichern sich mit steigender Spielzeit an, sodass ihr immer besser versteht, was da eigentlich auf Carcosa passiert!

Im umfangreichen Menü sammelt ihr darüber hinaus Informationen zu euren Waffen, den Biomen und den Mitgliedern der Expeditionsteams. Dadurch entsteht eine faszinierende Science-Fiction-Welt, deren Geheimnisse man unbedingt weiter entschlüsseln möchte.

Sound und Atmosphäre

Akustisch gehört SAROS klar zur Oberklasse der PS5. Das brachiale 3D-Audio liefert gerade mit Kopfhörern ein fantastisches Raumgefühl. Explosionen, Projektile und Gegnerbewegungen fliegen euch regelrecht um die Ohren und erzeugen eine enorme Intensität.

Die Soundeffekte stehen den spektakulären Partikeleffekten dabei in nichts nach. Der Soundtrack kombiniert elektronische Elemente mit aggressiven Metal-Passagen und düsteren Klangteppichen. Besonders in hektischen Gefechten fühlten wir uns mehrfach an Doom Eternal oder Doom: The Dark Ages erinnert und auch die eingebetteten 7 Albtraumtore mit beinharten Herausforderungen lassen anerkennend an Bethesdas Paradestücke der Run’and’Gun-Szene denken.

Dieses Zusammenspiel aus ultraschnellem Gameplay, düsterem Map-Design und aggressivem Sound sorgt für ein fantastisches Audioerlebnis und macht viele Kämpfe zu echten Adrenalinmomenten.

Zugänglichkeit auf Carcosa

Ein großes Lob verdient Housemarque für die umfangreichen Barrierefreiheitsoptionen. Im Vergleich zu Returnal zeigt sich SAROS deutlich zugänglicher und das liegt nicht nur am neuen Fähigkeitenbaum.

Ihr könnt Zielhilfen aktivieren, das Nachladen erleichtern oder Farbfilter für unterschiedliche Sehbeeinträchtigungen nutzen. Besonders interessant sind jedoch die Modifikatoren, mit denen sich das Spiel individuell anpassen lässt, sobald ihr das zweite Biom geknackt habt.

Denn wer Unterstützung benötigt, erhöht etwa den eigenen Schaden, reduziert den Schaden der Gegner oder aktiviert die schnellere Waffenlevelung oder Herrschern immer mit voller Unversehrtheit zu begegnen.

Ein besonders hilfreicher Modifikator sorgt beispielsweise dafür, dass eure zweite Chance nach dem Besiegen eines Herrschers wiederhergestellt wird. Gerade bei langen Bosskämpfen kann das enorm helfen.

Gleichzeitig dürfen erfahrene Spielerinnen und Spieler über sogenannte Prüfungen den Schwierigkeitsgrad sogar weiter erhöhen. Dadurch bleibt SAROS zwar weiterhin fordernd, öffnet sich aber deutlich stärker unterschiedlichen Spielstilen und Fähigkeitenniveaus.

Technik und Performance

Technisch präsentiert sich SAROS in beeindruckender Form. Die Framerate bleibt selbst in chaotischen Bullet-Hell-Sequenzen stabil, Ladezeiten sind minimal und die Inszenierung, erst recht in den Cutscenes, überzeugt mit fantastischen Effekten, dichter Atmosphäre und hervorragender Beleuchtung.

Noch beeindruckender ist allerdings die enorme Politur. Während unseres gesamten Tests traten praktisch keine technischen Probleme auf. Kein Hängenbleiben, keine Abstürze, keine gravierenden Grafikfehler. Lediglich ein kleiner Lichtfehler in einem Nebenraum fiel auf – und selbst dieser war kaum der Rede wert. Gerade heutzutage ist ein derart sauber veröffentlichter Titel alles andere als selbstverständlich, wenn auch mehr als wünschenswert.

Fazit: Housemarques nächster PS5-Volltreffer

SAROS ist ein herausragender PS5-Exklusivtitel und zugleich ein intensives Science-Fiction-Abenteuer auf dem feindlichen Planeten Carcosa. Housemarque kombiniert ultraschnelles Gunplay, präzises Movement, motivierende Roguelite-Mechaniken und eine spannende Story rund um den Antworten suchenden Arjun zu einem packenden Gesamtpaket.

Das Spiel fordert euch zwar konstant, bleibt dabei aber jederzeit fair und belohnt euch mit einem hervorragenden Progressionsgefühl, dass sich durch Modifikatoren-Einstellungen zusätzlich beeinflussen lässt. Jeder besiegte Boss, jedes abgeschlossene Biom und jeder erfolgreiche Run sorgen für echte Erfolgsmomente. Besonders das brachiale Sounddesign, die starke Atmosphäre, die sensationellen Effekte und die enorme technische Politur hinterlassen bleibenden Eindruck.

GRAFIK: 10
SOUND: 9.5
GAMEPLAY: 9.5
SPIELDESIGN: 9
STORY: 8.5
UMFANG: 9
BARRIEREFREIHEIT: 8.5
ZUGÄNGLICHKEIT: 8.5
SPIELSPASS: 9

Gesamtwertung: 9.1 / 10

PRO

sensationelle Inszenierung
fantastisches Gameplay
vielseitige Builds
klasse Modifikationsoptionen
spannende Story

CONTRA

Bereitschaft zum Lernen ein Muss
Schwierigkeit bleibt gegeben
Waffen sind glücksbasiert

Danke an Playstation DE für die Bereitstellung des Testmusters.

verfasst von „ Maik“

Diesen Artikel teilen:

Letzte Aktualisierung: 11.05.2026, 13:45 Uhr