Spieletest: Guardians of the Galaxy - Cloud Version NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
26. Oktober 2021

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Unheimlich starke Präsentation
Perfektes Guardians Feeling
Filmreife Dialoge
Negativ:
Nur mit stabiler Internetverbindung spielbar
Verwirrender Auto-Aim im Kampf

Die Nintendo Switch ist für vieles bekannt, aber für actiongeladene, story- und charakterfixierte Grafikwunderwerke wohl eher nicht. Deshalb war die Überraschung umso so größer als das neue Marvel Schwergewicht „Guardians of the Galaxy“ aus dem Hause Square Enix auch für unsere portable Lieblingskonsole angekündigt wurde. Das Spiel erscheint nun als Cloud Version, was die Zielgruppe auf Personen mit starken und stabilen Internetverbindungen einschränkt. Ob das Spiel dennoch zum Megahit taugt oder auf den Nextgen Heimatkonsolen besser verortet ist, klärt der galaktische Test.

Ein intergalaktisches Abenteuer

Die Guardians oft he Galaxy sind sowas wie die Punkband unter den Marvel Helden. Im Vergleich zu ihnen wirkt Iron Man, wie der weltrettende Bono von U2 und Captain America wie der aalglatte Michael Bublé. Die fünfer Combo, bestehend aus Star-Lord, Drax, Gamora, Rocket und Groot, halten sich an keine Konventionen und wirken wie eine Bande Han Solos auf Crack. Die Wortgefechte suchen ihres gleichen und egal in welchem Medium (Comic, Film, Spiel) man die Truppe genießt, funktioniert die (Dis-)Harmonie zwischen den Charakteren stets perfekt. Der durchgängig aggressive und schlitzohrige Waschbär Rocket mit Hang zu Riesenwummen in Kombination mit dem wortgewandten Baumwesen Groot („Ich bin Groot!“), stehen dem vollständig ironiebefreiten Drax und der durchsetzungsfähigen Killermaschine, Gamora, in nichts nach. Peter Quill, alias Star Lord, hat von allen etwas und verfeinert das Erlebnis mit seinen 80’s Classic Rock Mixtapes. Dazu findet das ganze Geschehen in weit, weit entfernten Galaxien statt, wodurch die Bandbreite an NPCs und Gegnern schlicht gewaltig und abwechslungsreich ist. Das Spiel transportiert den bunten und knalligen Style der Comics (und auch Filme) fantastisch in die digitale Welt und wirkt dabei unglaublich authentisch und frisch. Besonders hervorzuheben ist, dass das circa 20 Stunden dauernde Spiel nicht einfach alte Ideen neu aufbrüht, sondern eine eigenständige Geschichte mit vielen Wendungen und überraschenden Hintergrundstorys erzählt. Wenn der sonst so bärbeißige Rocket in einem ruhigen Moment seine ebenso brutale, wie traurige Geschichte erzählt, vergisst man schon mal, dass man in einem Videospiel steckt und sucht nach der Sequenz erst ein mal seinen Controller. Dabei beginnt das Storytelling so klassisch und generisch, dass man eine solche emotionale Wucht zunächst gar nicht erwartet – denn während die ersten Missionen reine Geldbeschaffungsmaßnahmen sind, entwickelt sich die Geschichte zu einem Kampf, der nicht nur die fünf Helden, sondern das ganze Universum betrifft. Nicht mehr und nicht weniger.

Fünf Freunde sollt ihr sein

Als allererstes fällt einem zu Beginn des Spiels der fantastische Soundtrack auf. Der besteht nämlich aus brillant ausgewählten Lizenzsongs aus dem Classic Rock Segment. Selbst die Gamer, die ansonsten wenig mit solch gitarrenlastigen Brettern anfangen können, werden zugeben müssen, dass Spiel und Musik perfekt Hand in Hand gehen. In zweiter Instanz fallen einem schnell die perfekt geschriebenen Dialoge auf. Ob im Gespräch mit seiner Mama (in einer Rückblende) oder seinen Teamkolleginnen, die Texte sind immer on point und messerscharf. Dabei treffen die Autoren immer den richtigen Ton zwischen Emotion, Witz und Härte. Allerdings muss man zugeben, dass dies auch seine Schattenseiten hat. Die fünf Teammitglieder keifen sich nämlich beinahe dauernd mit einem Pointengewitter an, dass einem bald die Ohren klirren. Wer jeden Witz, jede Anspielung und jeden Hinweis checken möchte, muss schon ganz genau hinhören, was in Anbetracht des actionreichen Gameplays eine wahre Mulittaskingkunst ist. Dabei soll der Spieler nämlich noch zwischen mehreren Antwortoptionen wählen, die Hüpfpassagen überleben, die Monsterhorden in Schach halten und die grandiosen Aussichten bewundern. Kein ganz einfaches Unterfangen.

Eine interessante Entscheidung seitens Square Enix ist die Tatsache, dass es sich bei Guardians oft he Galaxy um ein reines Soloabenteuer handelt. Nichts böte sich doch eigentlich mehr an, als fünf Gamer gleichzeitig an die Controller zu lassen. Auch ein Couch-Coop hätte sich fabelhaft angeboten. Die Macher zeigen einem aber schnell, dass ihre Entscheidung goldrichtig war. Zunächst spielt sich das Spiel aus Sicht von Star Lord einfach sehr authentisch und man kann sich gut in den verletzten kleinen Jungen (denn nichts anderes ist der scheinbar erwachsene Star Lord) hineinversetzen und zum anderen ist das Gameplay derart actiongeladen, dass ein zweiter Player schlichtweg nicht mehr reinpassen würde. Außerdem sind die anderen Charaktere gut ins Spielgeschehen integriert und wir können sie im Kampf, wie auch beim Erkunden um Hilfe bitten. Gamora kann beispielweise Ranken zerschneiden, Groot Brücken wachsen lassen, Rocket bedient Elektronik und Drax trägt riesige Objekte von a nach b. All das hebt das Gameplay ordentlich und angenehm vom sonst sehr Uncharted-inspirierten Stil ab. Dagegen fällt unser Hauptcharakter mit seinen zwei Laserpistolen leider etwas ab. Während Star Lord gefühlte Minuten auf Gegner einschießen muss, um ihre Lebensanzeige negativ zu beeinflussen, reißt ihnen eine Attacke eines Crewmitglieds ein riesiges Loch in den Energiehaushalt – ohne gutes Teamplay geht also nichts. Alles in allem sind die Kämpfe sehr wuchtig und vor allem Bosskämpfe sehen super aus, aber dabei den Überblick zu behalten ist eine Sache der Unmöglichkeit. Der Autoaim sucht völlig systemlos die Ziele aus, sodass man selten denjenigen Gegner anvisiert, den man eigentlich gemeint hat. Da könnte man den einen gerade herrlich beseitigen, aber Star Lord feuert auf den einige Meter entfernten Gegner mit voller Anzeige. Das frustriert hin und wieder, wird aber von der herrlichen Präsentation und akkustischen Untermalung mehr als wettgemacht.

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