Spieletest: Fimbul NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
28. Februar 2019

USK 16 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
unverbrauchtes Thema
schön erzählt
tolle Atmosphäre
Negativ:
technisch schlecht umgesetzt
eintönige Kämpfe
Unterbrechungen durch hohe Ladezeiten

Fimbul

In diesem Aktion-Adventure des Entwicklers Zaxis, das sich thematisch an der nordischen Mythologie orientiert, tritt der Spieler in den großen Schatten von Platzhirschen wie z.B. God of War. Aus diesem zu treten ist eine Aufgabe, die einem gealterten Berserker wie unserem Protagonisten Kveldulver würdig ist, oder nicht? Aber vielleicht hat sich das Indiespiel damit ein wenig übernommen.

Die Geschichte

Der Fimbul-Winter (Vorbote des Ragnarök) hat begonnen und Kveldulvers Haus wird von seinem wiedergekehrten Bruder Knut in Brand gesetzt. Der alte Krieger wird von seinen Schergen erschlagen. Die drei Nornen, Schicksals-Frauen, weben seinen Lebensfaden wieder zusammen und geben ihm die Aufgabe, die Jötunn aufzuhalten. Diese wollen das Ragnarök heraufbeschwören, bevor es geweissagt ist. Wie Kveldulver dies verhindern will; gegen Trolle, Riesen sowie Wikinger bestehen kann und was Ulf, den wir als Rückblende in Schleichpassagen steuern können, damit zu tun hat, wird uns als Comic in den Zwischensequenzen gezeigt. Die über Sprechblasen erzählte Geschichte ist nicht neu aber solide. Vor allem wenn man etwas für die nordische Mythologie übrig hat, kann das Spiel schnell die Neugier wecken.

Das Gameplay

Das Spiel hält sich mit Tutorials zurück und erklärt einem wirklich nur das Nötigste. Für erfahrene Spieler ist das eine gute Sache und ein angenehmer Spielfluss entsteht. Neulinge mögen sich da bestimmt etwas mehr Anleitung wünschen, sie werden aber durch den moderaten Schwierigkeitsgrad, der sich durch das ganze Spiel zieht, nicht überfordert.

Schnell habt Ihr Axt und Schild in der Hand, bekommt optional noch ein Schwert und los geht die „Klopperei“. Die Kämpfe gehen gut von der Hand und die Steuerung fühlt sich zunächst gut an. Diese ist wiederum einfach: Ein starker und ein schwacher Angriff, Blocken und eine Ausweichrolle stehen euch zur Verfügung. Dies wird erweitert durch einige Spezialtechniken, die Ihr über das Spiel erlernt wie zum Beispiel starke Angriffe, Flächenangriffe und die Möglichkeit sich zu Heilen.

Relativ schnell wird klar, dass das eigentlich solide Kampfsystem mangels Gegner-KI in stumpfes Knöpfchengedrücke ausartet und die menschlichen Gegner höchstens dann eine Gefahr darstellen, wenn sie euch in großer Menge einkreisen. Dies passiert aber nur, wenn ihr wirklich unaufmerksam seid. Zwar wird der Kampf mit dem Speer, den Ihr auch als Wurfwaffe verwenden könnt, um eine taktische Komponente erweitert. Da diese Waffe aber haufenweise dort vorhanden ist, wo sie gebraucht wird, nutzt sich auch diese Mechanik schnell ab. Auch stärkere Gegner wie Trolle und Riesen fordern nicht wirklich, da auch gegen diese immer die gleiche Taktik angewendet werden muss - nimm einen Speer, warte bis sich der Schwachpunkt zeigt und schleudere deine Waffe. Danach nur noch den am Boden liegenden Gegner mit der Waffe bearbeiten und das ganze Prozedere wiederholen, bis der Sieg euer ist. Das Schild und der Helm, ein Item das ihr im Spiel finden könnt, sind zerstörbar. Ein Umstand der kaum ins Gewicht fällt, denn beide Ausstattungsgegenstände werdet ihr eher weniger brauchen.

So leicht die Kämpfe an sich auch sind, so unübersichtlich können sie durch die feste Kameraperspektive werden und euch trifft ein Angriff, der euch instant tötet, einfach weil ihr ihn nicht habt kommen sehen. Aber bevor euch die fehlende Übersicht zu sehr nervt oder euch die Kämpfe anöden, ist es auch schon wieder vorbei. Nach drei bis vier Stunden habt ihr das Spiel durchgespielt.

Es bleibt euch aber noch über die Lebensfaden-Option zuvor getroffene Entscheidungen zu revidieren und einen anderen Spielverlauf zu wählen. Diese Optionen beschränken sich aber darauf, Gegner am Leben zu lassen oder zu töten und wirken sich nur minimal auf den Spielverlauf aus, so dass der Wiederspielwert nicht wirklich erhöht wird.

Grafik, Stil und Sound

Fimbul will vor allem durch eine ganz eigene Atmosphäre überzeugen. Der Startbildschirm gibt diese auch direkt schön wieder. Im Spiel trifft man dann auf einen sehr reduzierten, fast cel-shadingartigen Grafikstil, der eigentlich ein tolles Bild abgibt. Das schöne Design wird jedoch durch technische Mängel und somit das Gesamterlebnis getrübt. Pop-ups, hin und her springende Bäume und „Grissel“-Effekte beim Blick in die Ferne sind ständige Begleiter. Im Vergleich zur PC-Version, die auch mit Popups und springenden Bäumen kämpft, sieht es auf der Switch doch um einiges schlechter aus, insbesondere wenn man auf dem TV spielt. Dort sieht das Spiel einfach nicht gut aus, während es im Handheld-Modus doch ganz hübsch anzusehen ist - sofern man den reduzierten Stil mag. Da das Spiel keine hohen Anforderungen an die Technik stellt, verwundert der Qualitätunterschied zur PC-Version sehr. Während man im Kampf gegen einen Troll auf dem PC noch den zerwühlten Schnee bestaunen kann, verzichtet die Switch-Fassung gänzlich auf diesen schönen Effekt. Wer aber über die Mängel wegsehen kann und sich auf den Handheldmodus beschränkt, kann sich über schöne Lichteffekte und Areale freuen die durchaus Stimmung erzeugen. Wer ein wenig mehr möchte greift wohl besser zu PC-Fassung.

Der Sound des Spieles wird wohl ein Streitthema bleiben. Persönlich finde ich die soundarme Gestaltung genau passend zur Erzählweise im Comicstil. Kampfgeräusche wie Schläge und die Laute der getroffenen Gegner sind fast die einzigen Geräusche, so bleibt aber Raum für die wirklich stimmungsvolle Musik.

Fazit

Fazit

Fimbul ist sicherlich kein schlechtes Spiel, hat aber viele technische Mängel und kann mit großen Genrevertretern absolut nicht mithalten. Wer die nordische Mythologie mag, bekommt eine stimmungsvolle Erzählung, die leider viel zu schnell vorbei ist und trotz verschiedener Spielverläufe kaum einen Wiederspielwert besitzt. Die Geschichte hat mich durch das mäßige Spiel getragen. Wer mit dem Thema und der Erzählweise in Comicbildern und Sprechblasen aber nichts anfangen kann, wird von dem Spiel vermutlich enttäuscht sein. Für 30€ wird einem nicht gerade viel für das Geld geboten.

Grafik
5.5
Sound
6.5
Gesamt
6

verfasst von „Wulfhedin“

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Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 18.März.2019 - 20:05 Uhr