Spieletest: Divinity: Original Sin II NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
5. September 2019

USK 16 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-4

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Tiefgehende Story
Starke Charakterentwicklung
Technisch sehr gut umgesetzt
Multi-Player RPG
Negativ:
Kämpfe dauern manchmal
Crafting etwas überladen

Divinity: Original Sin II

Das Rollenspiel Divinity: Original Sin II wurde bereits im September 2017 auf Windows veröffentlicht und ist der direkte Nachfolger von Divinity: Original Sin. Das Spiel fand den Weg ebenfalls auf die Heimkonsolen und nun zuletzt auch auf die Nintendo Switch. Divinity: Original Sin II hat sich bereits millionenfach verkauft und wird von der Presse als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten gefeiert. Wir hatten die Möglichkeit und selbst davon zu überzeugen. Ob wir dem zustimmen können, erfahrt Ihr in dieser Review.

Der Weg eines Quellenmagiers

Wird dieses Spiel zum ersten Mal gespielt, so sei vorab an dieser Stelle gesagt, dass unbedingt mit dem normalen Storymodus angefangen werden soll. Und bevor dieser gestartet wird, steht man bereits vor der Wahl der Qual, mit welchem Charakter der Aufbruch in das Abenteuer beginnt. Die Auswahl des Charakters hat dabei erhebliche Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Denn es gibt NPCs in diesem Spiel, die mit gewissen Rassen einfach nicht können. Wird zum Beginn beispielsweise der Zwerg ausgewählt, so läuft man in die Gefahr, dass die eine oder anderen Nebenquest bzw. Storyline gar nicht in Erscheinung treten wird. Und das nur, weil der NPC Zwerge einfach nicht ausstehen kann. Aber dazu später mehr. Es wird jedoch sehr früh deutlich, dass es nicht einen festen Helden in der Geschichte gibt.

Eurer Abenteuer beginnt auf einem Schiff. Ihr seid auf dem Weg zu einem Ort namens Freudenfeste. Dies ist ein Ort, an welchem ein göttlicher Orden sich den sogenannten Quellenmagier annimmt. Quellenmagier werden von diesem Orden als eine Art Unheil für die Welt, denn Magie kann ja nie etwas Gutes sein. Im Grunde haben die Quellenmagier nur zwei Optionen. Entweder leben sie verbannt auf der Freudenfeste oder sie werden hingerichtet. Letzteres darf der Spieler auch recht schnell selbst erfahren, da er Zeuge solch einer Tötung wird. Doch an dieser Stelle wird schon zu weit vorgegriffen. Der Spielabschnitt auf dem Schiff dient als eine Art Tutorial. Hier lernt der Spieler, wie er sich bewegt, wie er kämpft, wie er mit seiner Umgebung interagiert und er lernt auich, wie das Crafting-System funktioniert. Das Bewegen und das Kämpfen hat man recht schnell erlernt. Was man gleichzeitig auf dem Schiff auch schnell lernt bzw. wenigstens erahnt, ist der recht große Umfang an Interaktion und Crafting.

Mit Interaktion ist an dieser Stelle zum einem das Untersuchen der Umgebung gemeint. Inspiziert man nämlich des Umfeld, wird man zahlreichen Plunder wie auch wertvolles Zeug finden, das sehr schnell in eurem Inventar verschwindet. Das können Fischgräten oder zerbrochene Flaschen sein. Es können aber auch Waffen, Gold und Magie-Schriftrollen sein. Und Ihr werdet nahezu an jeder Ecke etwas finden. Das lädt grundsätzlich dazu ein, das Umfeld stets zu erkunden und genau kennenzulernen. Während ganz offensichtliche Waffen oder Rüstungsteile schnell als brauchbar identifiziert sind, wirkt ein kleiner Eimer, ein kleines Messer oder ein Stock erstmal nicht sonderlich hilfreich. Schaut man jedoch genauer hin, so kann man feststellen, dass ein Eimer als Kopfbedeckung dienlich sein kann und somit geringfügig etwas Schutz bietet. Kombiniert man Messer und Stock miteinander, hat man einen Speer, mit welchem man Gegner etwas auf Distanz halten kann. Das waren an dieser Stelle nur mal zwei (!) Beispiele, welche Crafting-Möglichkeiten dieses Spiel bietet. Und davon gibt es unzählige - sofern man die Umgebung danach absucht. Ihr werdet sehr schnell feststellen, dass euer Inventar überquillt, sollte man alles mitnehmen, was man auf den Weg so findet. Ratsam ist allemal. Denn jeder gefundene Gegenstand lässt sich neben dem Craften auch in bare Münze umwandeln. Oder man verschenkt den Gegenstand an einen Händler, was euch Sympathiepunkte einbringen wird. Womit wir auch beim nächsten Interaktionspunkt wären: Die NPC.

In klassischen Rollenspielen sagen regelhaft die NPCs immer das selbe. Nicht so in Divinity II Original Sin. Denn hier habt Ihr direkten Einfluss auf den Gesprächsverlauf. Abhängig davon, ob der NPC mit euch überhaupt reden möchte (weil Ihr vielleicht mit einer nicht wohlgesonnen Rasse ins Gespräch tretet), habt Ihr während des Gesprächsverlaufs sehr viel Einfluss. Sprecht Ihr beispielsweise mit einer verzweifelten Mutter, die Ihr Kind vermisst, so ist es wenig ratsam, den harten Brocken zu mimen. Es wäre unter Umständen dann doch besser, sich etwas einfühlsamer zu zeigen und eine Suche nach dem verlorenen Kind anzubieten. Solche Situationen haben den großen Vorteil, dass sie euch Sympathien einbringen und Ihr damit auch Zugang zu Nebenquests erhaltet. Und eine gelöste Nebenquest gibt erfahrungsgemäß ein Quäntchen Mehr an Bonus obendrauf, der den weiteren Spielverlauf erheblich erleichtern kann. Dies bringt euch darüber hinaus auch tiefer an die Story heran, von der ein RPG lebt.

Glücklicherweise seid Ihr in diesem Spiel nicht allein unterwegs. Denn eure Party besteht insgesamt aus vier Charakteren. Solltet Ihr an einer Stelle nicht weiterkommen, so kann es durchaus hilfreich sein einem anderen Charakter sein Glück versuchen zu lassen. Besteht eure Party bspw. aus einem Mensch, einer Elfe, einer Echse und einem Zwerg, so kann ein zwergenfeindlicher NPC nach einem nicht erfolgreichen Gesprächsverlauf einer anmutigen Echse wohlgesonnener sein. Man muss dann nur das Gespräch erneut aufsuchen. Das gleiche Prinzip gilt übrigens auch für die im Spiel befindlichen Tiere. Wie im realen Leben kann man mit Tieren nicht sprechen. Dankenswerterweise ist ein Partymitglied unter Umständen doch in der Lage, genau dieses zu tun. Weil auch Tiere ihre Sorgen und Nöten haben, muss man mit diesen zwangsläufig reden, sofern man möglichst alle Sidequest gelöst haben möchte. So oder so ähnlich verhält es sich auch mit anderen Fähigkeiten. Verschlossene Türen oder Truhen benötigen einen Schlüssel, um die Geheimnisse zu offenbaren. Aber vielleicht ist jemand aus der Party auch in der Lage, diese Schlösser zu knacken. Das Spiel gibt grundsätzlich mehrere Wege her, um an das Ziel zu gelangen.

Nimmt man diese Punkte zur Kenntnis, wird man an dieser Stelle zustimmen, dass Divinty II Orignal Sin unfassbar viel Umfang bietet. Und so ist es auch. Allein von Beginn des Spiels bis zur Flucht von der Insel, auf welcher sich die Freudenfeste befindet, hat während des Tests gut 15 Stunden Spielzeit veranschlagt. Und danach geht das Spiel erst richtig los. Somit werden Freunde von intensiver Story durchaus gut unterhalten werden.

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