The Last of Us Part 1 (Playstation 5)

The Last of Us Part 1 (Playstation 5)

THE LAST OF US

Im Jahre 2013 veröffentlichte das für viele Franchises gefeierte Studio Naughty Dog ihre neue IP mit dem Namen The Last of Us. Es sollte ein postapokalyptischer Action Adventure Titel werden, der Horror-Elemente, Stealth und Nah-, wie Fernkampf einbezieht.

Schnell stellte sich heraus, dass Naughty Dog die vier Jahre Entwicklungszeit für den jüngsten Eintrag ihrer Titelliste sehr erfolgreich genutzt hatte, da die allgemeine Meinung der Presse und Community einem Begeisterungssturm glich. Nicht ohne Grund wurde das Spiel darum Ende 2013 mit zahlreichen Game of the Year Awards für die Playstation 3 prämiert, nachdem es bereits einen Metacritic Score von 95/100 eingeheimst hatte. 2014 zog Sony mit einem Story DLC „Left Behind“ nach und veröffentlichte prompt eine Remastered Version für die frisch erschienene Playstation 4.

Von da an blieb es eine ganze Weile ruhig um den Titel, bis 2020 The Last of Us Part 2 veröffentlicht wurde. Obwohl sich das Gameplay verfeinert hatte, hingen viele Spieler weiterhin an der Story des ersten Teils. So kündigte Sony im Sommer 2022 überraschend eine Remake-Version unter dem vereinheitlichten Titel „The Last of Us Part 1“ an. Dieser Sony Playstation 5 Exklusivtitel hat uns die letzten Tage große Freude bereitet. Warum das so ist und was neun Jahre nach der Erstveröffentlichung des Titels anders ist, lest ihr in diesem Offtopic-Test auf Nintendofans.de.

Wie alles begann

Die Geschichte von The Last of Us Part 1 soll hier nur in aller Kürze zusammengefasst werden: Ihr spielt in der Third Person Perspective Joel, der in der postapokalyptischen Welt als Schmuggler über die Runden zu kommen versucht. Dies ist seine Lebensaufgabe, nachdem 2013 ein parasitärer Pilz namens Cordyceps die Weltbevölkerung befiel und Menschen in willenlose, zombieartige Wesen verwandelte. Auf der Flucht vor dieser Gefahr mit seinem Bruder Tommy und seiner Tochter Sarah kam letztere durch einen Schusswechsel einer Polizeikontrolle zu Tode. 20 Jahre später versucht ihr nun die auseinandergefallene Welt zu begreifen, während sich das Militär und eine Revolutionsgruppe namens „Fireflies“ bekämpfen. Ihr kommt euren Aufträgen nach, ehe ihr von der Anführerin der Fireflies in einen Handel verwickelt werdet, an deren Ende ihr ein Mädchen nach Massachusetts bringen sollt. Es stellt sich schnell heraus, dass sie, Ellie, bereits von Infizierten gebissen wurde, jedoch Immun auf das Virus reagiert und deshalb der Grundstein für ein Heilmittel in der Quarantänezone sein könnte. Bis ihr jedoch in einem epischen Showdown erfahrt, ob Ellie diese große Aufgabe zu Teil werden kann, werdet ihr etliche Herausforderungen meistern müssen, die uns so manches mal das Herz bis zum Hals haben schlagen lassen.

Das Spiel geizt aber auch nicht mit andächtigen Momenten, in denen ihr in aller Ruhe auf Häuserdächern den Sonnenaufgang bestaunen dürft oder in Salt Lake City plötzlich wilde Giraffen vorbeiziehen seht. Ihr trefft auf alte und neue Bekannte und sorgt dabei für den Ausbau eures Waffensets, indem ihr die überall, jedoch rar gesäten Items und Verbrauchsgegenstände aufsammelt und eure Ausrüstung verbessert. Wer sich dabei durch die Singleplayer-Kampagne wütet, ohne nach links und rechts zu schauen, wird in ca. 10-12h den Abspann sehen können. Wer sich Zeit nimmt, die vielen Details im Spiel zu erkunden, seien es alte Hauseinrichtungen, Flugblätter oder Sammelitems wie alte Briefe, der wird einiges zu entdecken haben. Besonders erwähnt sei hier die eigene Schönheit von The Last of Us Part 1, die aus der Kombination zerfallener Orte, Gebäude und Fahrzeuge mit der Rückeroberung der Pflanzenwelt entsteht.

Alles neu

In TLoUP1 hat man sich allen Assets gewidmet und sie von Grund auf neu gebaut. Daher wird hier nicht von einem Remaster im Sinne eines erneuten Aufpolierens gesprochen, sondern von einem Remake. Grund genug für Sony, ihre bekannte Preisempfehlung von 79,99€ aufzurufen, obwohl sämtliche Inhalte bereits zweimal veröffentlicht wurden. Welche Elemente des Spiels eine gesonderte Pflege erhalten haben und ob diese den Preis rechtfertigen, wollen wir im Folgenden aufzeigen:

Charaktermodelle, Animationen und Designs

Bei der Lebendigkeit und Authentizität der Charaktere wurde ordentlich nachgebessert. Hier sieht man den Technologiezuwachs enorm. Wenn euch der erschöpfte Joel anschaut oder die entgeisterte Ellie zweifelt - ihr fühlt es noch mehr denn je. Die Animationen sind flüssiger und alle Designs sowie Umgebungseffekte sind so immersiv wie noch nie. Ihr dürft eine reagierende Umwelt mit Tieren erwarten und auch die Wirkung von physikalischen Vorgängen wie Krafteinwirkungen sind nun deutlich präziser. Wenn ihr das Treiben einer Szenerie bestaunt, achtet einmal auf die Details die ihr seht. Wo raschelt es, wie plastisch sehen die Häuser aus, wie flüssig sind die Bewegungsanimationen der NPCs, es gibt viel zu bestaunen.

Texturschärfe, Schatten, Wasser- und Lichteffekte, Farbspektren

Generell ist im letzten Jahrzehnt das Spektrum an Design-, und Filtertechnologie massiv gewachsen. Ihr dürft euch darum auf die feinsten Schatten-, Wasser- und Lichteffekte freuen und ebenso messerscharfe Texturen erwarten, die nur in den seltensten Fällen nachladen oder ähnliches. Wer sich schon 2013 oder 2014 zum Remaster fragte, wie wunderschön die Umgebungen von TLoU umgesetzt sind, der wird nun aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen, da allein die Farbvielfalt noch einmal deutlich nuancierter gestaltet werden konnte.

Soundeffekte, 3D-Audio

Was beeindruckend aussieht, sollte sich auch so anhören. Deshalb wurden die Dialoge neu abgemischt, die Sequenzen verfeinert und Soundeffekte angereichert. Insgesamt greift TLoUP1 natürlich auch auf die 3D-Audio-Technologie der Tempest-Engine Sonys zurück. Habt ihr euer Headset auf, werdet ihr eine Geräusch- und Soundkulisse vernehmen, die euch noch tiefer ins Spiel einsaugen wird. Situationsgerechte Stimmungen werden dadurch so immersiv wie noch nie.

Steuerungsanpassungen und Gameplay-Mechaniken

Bei der Bedienung wurde auch einiges an Optimierungen beigesteuert. So dürft ihr euch ab sofort über die Integration der innovativen Dualsense Technologie freuen, sodass haptisches Feedback und adaptive Trigger eure permanenten Begleiter des Spielgeschehens werden. Dies bedeutet auch, dass ihr die Umgebungen noch feiner wahrnehmen werdet. Egal ob es die Abfolge von Regentropfen oder der tödliche Biss eines Clickers ist. Weiterhin haben wir eine verbesserte KI wahrgenommen. Diese ist für eure Begleitung durch Ellie wichtig, sodass sie intuitiver reagiert, aber vor allem für Gegner-KIs. Früher waren sie in Stealth-Passagen nicht sonderlich Logik-begabt, heute verfügen sie über ein umfangreicheres Entscheidungsrepertoire und können euch so eine größere Herausforderung bescheren, wenn ihr das denn möchtet.

Umfangreiche Barrierefreiheit

Und so kommen wir auch schon zu einer von Sonys Herzensangelegenheiten, wenn es um die eigenen Exklusivspiele geht, nämlich die Barrierefreiheit. Wie erwähnt, könnt ihr selbst maßgeblich den Grad der Herausforderung beeinflussen. Das liegt in erster Linie natürlich am Schwierigkeitsgrad, den ihr nun auch auf „Story“ herabsenken könnt, wenn ihr euch ein nahtloses Vorankommen ohne größere Zwischen- und Störfälle wünscht. Dies kennen wir bereits aus Spielen des Horizon-Franchises. Damit ist es natürlich aber noch längst nicht getan. Die Optionen bieten euch zusätzliche audio-visuelle Unterstützungen an. Egal ob zusätzliche Begleiterklärungen, Farbeinstellungen oder Steuerungsmodifikationen bis hin zu Gameplay-Entschärfungen, ihr dürft frei entscheiden, was ihr für euer perfektes Spielerlebnis braucht. An dieser Stelle sei Sony und Naughty Dog ein großes Lob ausgesprochen, denn so ambitionierte AAA-Titel nahezu barrierefrei umzusetzen ist ein ausgesprochen anspruchsvolles Unterfangen, das Betroffene aber umso mehr zu schätzen wissen dürften.


FAZIT

The Last of Us Part 1 hat uns noch stärker berührt als beim Durchlauf 2013. Das liegt zweifelsohne an den durchweg gelungenen Optimierungen von Grafik- und Sounddesigns, den Gesichts- und Charakteranimationen, der lebendigeren Umgebung, der haptischeren Steuerung und dem flüssigen Gameplay, welches jedoch nicht durch etablierte Features aus The Last of Us Part 2 ergänzt oder verändert wurde. Das mag für den einen mehr Fluch als Segen sein, für den anderen ist es aber die logische Konsequenz eines technisch, spielerisch und inhaltlich hervorragenden Remakes eines Spiels, das bereits vor 9 Jahren eine Liga narrativer Einzelspielererlebnisse mitprägte, von der eine ganze Branche nach wie vor zehrt.

Grafik 10
Sound 10
Gameplay 9
Story 10
Barrierefreiheit 9.5
Spielspaß 9.5

GESAMT: 9.5

PRO
Story zum Noch-mehr-Mitfühlen
Immersive Grafik, Sounds & Gameplays
TLoU in seiner Reinheit konserviert
nahezu tadellose Performance & Qualität

CON
kleinere Gameplayfeatures aus TLoUP2 hätten es verdient
UVP von 79,99€ trotz Remakes etwas ambitioniert

Danke an Sony Playstation für die Bereitstellung des Testmusters.

verfasst von „ Maik“

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Letzte Aktualisierung: 17.09.2022, 11:49 Uhr