Spieletest: Travis Strikes Again: No More Heroes NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
18. Januar 2018

USK 16 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
gute Steuerung
viele Hommagen und Anspielungen
Unreal Engine...
Negativ:
... die aber nicht gut genutzt wurde
monotones Gameplay
teils viel zu lange und belanglose Dialoge

Travis Strikes Again: No More Heroes

Travis Touchdown meldet sich mit seinem Beam-Katana – eine Art Lichtschwert – nach vielen Jahren auf Nintendos Flaggschiff zurück. Travis ist ein Otaku, was ein japanischer Ausdruck ist und etwa einem Nerd gleichkommt. Einst hatte sich unser Protagonist auf der WII an die Spitze der United Assassins Association gekämpft, um die Nummer 1 der Auftragskiller in den USA zu werden. Seitdem lebt er zurückgezogen in einem Wohnwagen und verbringt seine freie Zeit damit, was wohl die meisten gerne den ganzen Tag lang tun würden: Er spielt Videospiele. In diesem Zustand ließe es sich ganz gut leben, wenn da nicht der ganz so unglückliche Umstand wäre, dass er auf seiner Karriereleiter zum Auftragskiller Nr. 1 Bad Girl töten musste. Denn Bad Man reagiert als fürsorglicher Daddy von Bad Girl naturgemäß etwas ungehalten über den vorsätzlich herbeigeführten Tod seiner Tochter. Und so entschließt er sich, Travis einen kurzen Besuch abzustatten, um Travis auf den Weg zu schicken, den seine Tochter gehen musste. Selbstverständlich hat Travis nicht vor, dem Ansinnen von Bad Man Folge zu leisten, weshalb es zu einem Kampf kommt, der darin mündet, dass beide in die Death Drive MK II gesogen werden. Hierbei handelt es sich um die Videospielkonsole von Travis, welche die außergewöhnliche Eigenschaft besitzt, die eingelegten Spiele real zu erleben. Sollte man alle verfügbaren Spiele erfolgreich abschließen, so erfüllt diese Konsole einen Wunsch. Getrieben von dieser in Aussicht gesteller Belohnung, machen sich Travis und Bad Man auf den Weg, die Spiele zu lösen.

Feineste Popkultur in Extremen

Die No More Heroes-Spiele waren bisher immer bezeichnend für die Popkultur sowie Gesellschaftskritik und auch Travis Strikes Again: No More Heroes macht da keinen Unterschied. Diese Elemente finden sich an den unterschiedlichsten Stellen in den unterschiedlichsten Arten wieder. Seien es die Dialoge, die Grafik oder der Sound – es wird sehr viel auf die Schippe genommen. Um diesen Witz zu erkennen, sollte man aber das eine oder andere kennen. Ansonsten könnte die Frage aufkommen, was das alles soll. Travis Strikes Again: No More Heroes ist vollgestopft mit Hommagen und genau hier liegt ein erstes Manko des Spiels vor. Denn das Spiel präsentiert sich an diversen Stellen an den Grenzen der Extremwerte. Auf der einen Seite wird beispielsweise eine moderne und gutaussehne Unreal Engine gezeigt, die mit gutem Sound unterlegt ist und auf der anderen Seite eine grün-monochrome Visual Novel mit nervigen Pieps-Geräuschen. Die einzelnen Spielabschnitte, die Travis oder Bad Man zu lösen haben, gestalten sich grafisch zwar sauber und auch sehr flüssig, dann aber auch recht langweilig im Design, weil kaum Abwechslung geboten wird. Die Protagonisten werden zudem auch stets aus verschiedenen Perspektiven gesteuert. Mal wird im Sidescroll gespielt, mal aus der Vogelperspektive. Immer wieder wird die Kamera geschwenkt und gezoomt. Hieraus ergibt sich, dass sich Abschnitten bewegt werden muss, in denen man zoombedingt kaum einsehen kann, wo der nächste Gegner ist und dann gibt es wieder Abschnitte, in denen Travis die Größe von ein paar wenigen Pixel hat. Gerade Letzteres ist im Handheld-Modus sehr anstrengend. Dieses ständige Wechseln von Grafikstil und Sichtweisen ist zwar interessant, anderseits aber auch anstrengend, da das Gefühl vom fehlenden roten Faden aufkommt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die 4 : 3-Darstellung des Spielgeschehens. Retro hin oder her – aber für ein Spiel der Neuzeit ist das alles andere als zeitgemäß.

Das Gameplay

Auf Dauer monoton zu bewerten sind die Kämpfe. Eure Spielfigur besitzt zwar Standardangriffe und spezielle Skills; eine besondere Taktik gibt es aber dann doch nur bei den Bosskämpfen. Oftmals reicht es, einfach durch die Gegnermassen zu laufen und das Beam-Katana zu schwingen. Hier erinnert das Gameplay an ein 90er-Beat´em Up ohne jegliche Herausforderung. Optische Unterschiede sind bei den Gegnern rar gesät. Die Masse gleicht sich. Gemessen an den Umstand, dass man hier gegen Computer-Bugs kämpft und nicht gegen Menschen, hätte man hier viel mehr rausholen können. Wenn es Dialoge innerhalb der Spielwelten gibt, dann mit einem komischen Gebrabbel, der bei Lylat Wars auf den N64 akzeptabel war, aber heute keineswegs zeitgemäß ist.

All dies ist nur zu schade, denn Travis Strikes Again: No More Heroes bietet auch Ansätze von Elementen eines Rollenspieles. So erhält man für besiegte Gegner Erfahrungspunkte, mit denen man stärker werden kann, sofern man dies möchte. Hier entscheidet der Spieler, ob man ein Level-Up durchführen möchte oder nicht. Ausreichende Punkte vorausgesetzt, kann man dies jederzeit im Pausenmenü durchführen. Im Spiel selbst sind auch Skills versteckt, welche man den Steuerkreuz zuordnen kann. Von mächtigen Angriffen bis hin zur defensiven Unterstützung ist alles dabei. Brauchen tut man diese aber selten – es sei denn, man stellt sich der Herausforderung und führt zu keiner Zeit ein Level-Up durch.

Dass ein Beam-Katana ein energieverbrauchendes Gerät ist, deren Batterie auch mal wieder aufgeladen werden muss, ist nur logisch und konsequent. Dass dies aber recht oft zu tun ist, kann dann nur noch als nervig bewertet werden. Gerade wenn man sich ganzen Angriffswellen ausgesetzt sieht, ist die Tatsache, dass das Beam-Katana seinen Dienst versagt recht ungünstig. Jeder Treffer unterbricht nämlich die Aufladung. Am heimischen TV-Bildschirm reicht das bloße Schütteln des Pro Controller aus. Im Handheld-Modus muss aber zusätzlich der L-Stick gedrückt werden. Jener Stick, mit dem die Figur gesteuert wird, was zwangsläufig dazu führen muss, dass man kurz stehenbleibt, um die Waffe aufladen zu können. Aber immerhin ist die Steuerung sehr vorbildlich und intuitiv.

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