Spieletest: The Lord of the Rings: Adventure Card Game NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
8. August 2019

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Nette Mechaniken wie Bedrohungs- und Hoffnungsleisten
Schöne Gestaltung durch Artworks
Keine Microtransactions
Kostenlose Inhaltsupdates angekündigt
Negativ:
Überschaubarer Content-Umfang
Technische Server-Instabilität

Wenn gefühlt jeden Tag eine neue Innovation um die Ecke kommt, in der Bahn jeder 2. Mensch auf seinem Smartphone alles erledigt. Sich das Gaming nach und nach in die Cloud bewegt, so wie es Google Stadia ab kommender Woche tun wird, dann wundert es kaum, dass auch Kartenspiele im Jahre 2019 digital stattfinden und sich großer Beliebtheit erfreuen. Vorreiter sind hier Blizzards Heartstone oder CD Project Reds Gwent, das einst als In-Game-Kartenspiel des gefeierten Witcher 3: Wild Hunt eingeführt wurde. Es wurde jedoch so erfolgreich, dass es zum Standalone Kartenspiel evolvierte und seither regelmäßige Inhaltsupdates erhält. So dachte sich auch der Entwickler Asmodee Digital auf den Zug der digitalen Brett- und Strategiespiele aufzuspringen und präsentiert uns nun „The Lord of the Rings: Adventure Card Game“. Ob der Titel das große Franchise „Herr der Ringe“ gebührend vertritt und eine Reise wert ist, lest ihr in dieser Kritik.

Das bewährte Spielprinzip

In The Lord of the Rings: Adventure Card Game lernen wir das Kartenspiel durch einen Kampagnenmodus kennen, indem wir zuerst eine Tutorial-Kampagne spielen, die uns in die wesentlichen Spielprinzipien und -mechaniken einführt und anschließend zwei weitere. Auf der Kampagnen-Reise erleben wir – abseits der Hauptgeschichte von Herr der Ringe – Abenteuer im Land der Elfen und Hobbits. Wir müssen uns durch unterschiedliche Aufträge vorankämpfen und dabei Sauron und seinen Schergen einiges entgegensetzen. Dabei werden stets rundenbasiert die Spiele mit 30 Karten gespielt, wobei uns drei mächtige Heldenkarten zur Verfügung stehen. Diese können zum Beispiel Bilbo oder Legolas sein und werden im Spielverlauf Stück für Stück freigeschaltet oder können für die Ingame-Währung erworben werden. Neben den Heldenkarten, die ihr eurem Deck hinzufügen könnt, gibt es etwa auch Unterstützungs- und Gefährten bzw. Verbündetenkarten, die euch in unterschiedlichen Domänen – die im Spiel „Sphären“ heißen – sinnvoll unterstützen können. Helden- und Verbündetenkarten verfügen über drei Parameter, die beeinflussen, mit welcher Stärke ihr den strategischen Kampf zur Erreichung definierter Missionsziele bestreitet. So haben diese Karten Angriff, Lebenspunkte und Willensstärke als Eigenschaften, stets in unterschiedlicher Konfiguration. Zusätzlich werden für jede Spielrunde, die ihr angeht, Befehlspunkte angezeigt, die ein Indikator dafür sind, wie viele Züge ihr im Spiel machen könnt, bis ihr den Kampf gewonnen haben müsst, alternativ scheitert ihr an der Mission. Zusätzlich gibt es die Mechanik der Hoffnungs- und Bedrohungsleiste im Spiel. Letztere steigt während des Fortgangs und senkt sich nicht automatisch nach jedem Spiel. Dies bedeutet, dass Sauron auf uns aufmerksam wird und sich die Kämpfe durchaus erschweren, was sich in Form mehrerer Gegner und schwererer Karten zeigen kann. Die Hoffnungsleiste hingegen sorgt dafür, dass sich Auftragsziele leichter erfüllen lassen und wir mit Glück das ein oder andere Spiel schneller abschließen können. Insofern liefert das Spiel hier Mechaniken, die sowohl für Spannung, als auch Herausforderung sorgen. Wem das nicht reicht, kann abseits der Kampagne noch den Modus „Begegnung“ spielen. Dieser stellt, aktuell in recht überschaubarer Form, besonders herausfordernde Matches dar. Der Entwickler verspricht hier jedoch, ebenso bei der Kampagne, regelmäßig Content nachzuliefern.

Inszenierung, Sound & Gameplay

Besonders positiv fällt auf, dass durch die gesamte Kampagne schön gestaltete Artworks integriert wurden, die einzelne Szenen, Pro- oder Antagonisten des Spiels zeigen und zusätzlich gut übersetzte Beschreibungstexte für die englisch vertonten Einspieler eingebaut wurden. Dies wirkt in Summe stimmig und trägt durch die doch eher kurzweilige Story. Das Gameplay währenddessen ist solide, zeigt jedoch auch immer wieder Schwächen auf. Das ursprünglich für PC entwickelte Strategiespiel leidet gelegentlich unter einer Schwammigkeit bei der Kartenauswahl und im Pointing. So kann es vorkommen, dass man versehentlich eine falsche Karte auswählt oder der strategisch-ausgeklügelte Angriff doch ins Leere läuft – das sorgt zeitweilen für Frustration. Davon abgesehen fordert das Spiel die Hardware der Nintendo Switch nicht übermäßig, sodass wir ein stabiles Bild erhalten, das durch die geringe Dichte an Animationen sauber wirkt. Sowohl im Handheld als auch Docked-Modus ließ sich The Lord of the Rings: Adventure Card Game gut spielen. Multiplayer-Modus mit ungenügender Performance Der Multiplayer-Modus, der auf das Online-Zusammenspiel abzielt und sonst identisch die Spielmechaniken anwendet, hat sich im Test als unzuverlässig erwiesen. Verbindungsabbrüche oder leere Lobbys sorgten dafür, dass der Modus nahezu kaum getestet und daher mit einem negativ gefärbten Zwischenfazit vernachlässigt wurde.

Pay-to-win adé

Neben dem Kampagnen- und Begegnungsmodus nutzt das Spiel einen eigenen Ingame-Shop, indem ihr kosmetische Items wie Rahmen und weitere Karten erwerben könnt. Positiv ist hier anzumerken, dass sich das Spiel keinerlei Microtransactions bedient, sodass ihr lediglich durch den Spielfortschritt und die damit einhergehenden Goldbelohnungen die Items erwerben könnt, ohne Echtgeld investieren zu müssen oder können. Wie bereits erwähnt, wird der künftige Zuwachs an Spielinhalten ebenfalls kostenfrei bereitgestellt, was die längere Motivation, den Titel von Zeit zu Zeit für eine Partie zu starte, steigern sollte.

Technische Mankos in der Synchronisation

Bedauerlicherweise braucht das Spiel eine regelmäßige Serververbindung, was dazu führt, dass bei durchaus auftretender Verbindungs-Instabilität des Spiels ein Synchronisationsfehler auftritt, der im schlimmsten Falle dazu führt, dass ihr Belohnungen nicht gutgeschrieben bekommt und Missionen als nicht erfolgreich abgeschlossen gewertet werden oder Fortschritte gar wiederholt werden müssen – hier sollte dringend nachgebessert werden.

Fazit

Im Gesamteindruck präsentiert sich The Lord of the Rings: Adventure Card Game auf dem hoch kompetitiven Markt der digitalen Kartenspiele in einem äußerst hübschen und spielmechanisch ansprechenden Gewand. Durch unterschiedliche Herausforderungsgrade und zu erwartende Inhaltsupdates bietet das Strategie-Kartenspiel insbesondere denjenigen Freude, die digitale Brettspiele und das Herr-der-Ringe-Universum ohne Microtransactions genießen möchten. Doch Obacht, gelegentliche Verbindungsabbrüche, eine z.T. unsaubere Steuerung können zeitweilig den Spielspaß mit einer Prise Frustration versetzen.

Grafik
6
Sound
7
Multiplayer
5
Gesamt
6.5

verfasst von „ Maik“

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Vielen Dank an die Firma Asmodee Digital für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 15.November.2019 - 09:54 Uhr