Spieletest: RAD NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
20. August 2019

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
cooler 80er Jahre Pixel-Funk-Mix
kreative Mutationseffekte
zufällig generierte Maps & Gegner
Negativ:
Balance des Schwierigkeitsgrads
begrenzte Fähigkeitenauswahl
überschaubare Wow-Momente

Auf in den Tumult

Nachdem wir das Spiel gestartet haben, werden wir in knapper Weise in die Geschichte des Spiels eingeführt und anschließend in ein reduziertes Tutorial geworfen. Dies ist auch gut so, denn allzu viele Mechaniken müssen nicht erklärt werden, hält sich das Spiel vom Gameplay doch stark an große Vorbilder wie Dark Souls. So bestehen die Hauptprinzipien aus einer Aktivwaffe, viel Deckung und Ausweichmanövern sowie passiven bzw. spielstrategischen Elementen. Dies bedeutet auch, dass das Spiel sich eher auf den Schwierigkeitsgrad konzentriert, der sich zeitweilig etwas hart und unfair anfühlen kann, als auf eine umfangreiche Gameplay-Mechanik, die sämtliche Tasten und Funktionen der Nintendo Switch ausreizen würde. Die Geschichte des Spiels ist dabei ebenfalls schnell erzählt: als Charakter ist es unsere Aufgabe, diverse Items zu sammeln und unterschiedliche Bosse zu besiegen, um Zugang zu neuen Maps und Arealen zu erhalten und gleichzeitig die Welt auf den Zustand vor den zwei Apokalypsen wiederherzustellen.

Hab ich das schon mal gesehen?

Besonders angenehm ist beim Spielen von RAD aufgefallen, dass dieser Titel komplett unlinear gespielt werden kann, da das Rogue-Like-Prinzip dafür sorgt, dass der Spieler in unterschiedliche Bereiche vordringen und sich vorankämpfen kann, bis er stirbt. Passiert das, muss er zum Anfang zurückkehren, was frustrieren kann, selten jedoch in den Pfad der Langeweile abbiegt, da das Spiel auf randomisierte Designs setzt und nicht nur die Map-Konfiguration, als auch ausgewählte Gegner und Bosse zufällig platziert. So kommt es häufiger, dass man sich denkt: „War ich an der Ecke nicht schon einmal?“, nur um kurz danach wieder von einem Feuerball oder einem Giftschwall dahingerafft zu werden, weil sich hinter dem nächsten engen Gang nämlich doch ein – zumindest anfangs – unerwarteter radioaktiver Quälgeist verbirgt. Spaß bringt diese Abwechslung allemal!

Sammeln & Looten

In RAD wird der Spieler nicht durch belanglosen Sammelkram überfordert. Durchaus müssen Items zum Levelfortgang gesammelt werden, die Barrieren freischalten oder andere Mechaniken auslösen, jedoch werden keine großartigen „künstlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen“ zur Spielverlängerung genutzt. Das ist heutzutage, wo ein Spiel immer größer, epischer und langwieriger „sein soll“, gar keine Selbstverständlichkeit. Während wir uns durch die Maps schnetzeln kommen wir gelegentlich an Power-ups vorbei, die uns auf diverse Weise stärken können, jedoch nicht häufig zu finden sind. Wer sich also durch entsprechendes Level-Erkunden verspricht, schnell die Heil-Items zu finden, um länger am Leben zu bleiben, wird schnell eines besseren und vermutlich frühen Todes belehrt.

Mutationen noch und nöcher

Selbstverständlich wollen uns die Entwickler von RAD nicht komplett im modrigen Sumpf verkommen lassen und haben eine wunderbar spaßige Mechanik der Entwicklung unseres Charakters eingebaut. Parallel zum Spielfortschritt, bei dem wir permanent über lediglich drei Lebensherzen verfügen, wird im oberen Bildschirmbereich eine Energieleiste angezeigt. Diese füllt sich bei zunehmender Anzahl besiegter Gegner. Dieses riesige Radioaktivitäts-Barometer muss sich komplett füllen, bis unser Charakter durch seine Überdosis verseuchter Energie eine komplett zufällige Mutation durchmacht, die ihm extra Kräfte in seinem Kampf gegen die Biester verleiht. Diese können passiv sein und die Verteidigung erhöhen oder Aktivkräfte sein. Auf meinen Abenteuern hatte ich so beispielsweise kurzzeitig einen großen Dinosaurierschwanz, konnte Feuerbälle verschießen oder kleine Mini-Mes, die mich im Kampf unterstützt haben, erzeugen. Von diesen Mutationen gibt es noch einige mehr, lasst euch unbedingt überraschen! Wichtig ist jedoch, dass diese Effekte nur einen überschaubaren Zeitraum anhalten, bis sie wieder verschwinden und durch erneute Aufladung der Leiste aktiviert werden.

I look and feel so 80’s!

Die meiste Zeit in RAD spielte ich als Baseballschläger-schwingender Teenie mit ordentlicher Irokesen-Frisur. Das war für mich, vor allem mit zunehmender Spielzeit, besonders passend in der Umgebung, in der man ulkigen Kreaturen den Garaus macht und gleichzeitig in viel Farb- und Pixelpracht zu funkigen Elektrosounds mit starker 80er-Jahre Inspiration sein Schicksal herausfordert. Dabei ist das Design durchaus konsistent beibehalten worden und trägt zu einem lockeren Spielgefühl bei. Es lebe die Variation Damit kommen wir auch zum Knackpunkt des Spiels: die Vielseitigkeit. Rogue-Like-Veteranen werden mit ihr keine Probleme haben. Diejenigen unter euch, die jedoch stets und ständig auf der Suche nach dem völlig Überraschenden und Unerwarteten sind, werden nach einigen Stunden wohl die Nintendo Switch zur Seite legen und sich die Frage stellen, ob es das schon war. Sicherlich, mit unterschiedlichen Spielansätzen, unterschiedlicher Defensiv-Taktik und Spielmotivation lassen sich Spieldurchgänge von wenigen Minuten zu deutlich längerer Zeit treiben, bis sich der unverhoffte Niedergang eures Protagonisten einstellt. Insgesamt büßt RAD jedoch hier und da an Innovation ein, die es eben nicht durch die Zufallsgenerierung von Karten und Gegnern vollständig kompensieren kann.

Fazit

Wer sich also dem Genre Rogue-Like endlich nähern möchte, kann dies nun zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis auch auf der Nintendo Switch tun. RAD ist ein prächtig präsentierter Titel, der uns auf fordernde, manchmal unfair-fühlbare Weise die Schönheit radioaktiv-verseuchter 80er-Jahre-Apokalpysen näherbringt. Egal für welchen Helden ihr euch entscheidet, mit den verschiedenen Gegnertypen und euren zufälligen Mutationsfähigkeiten werdet ihr viel Spaß haben, die Welt von ihrem endzeitlichen Schicksal zu befreien. Für all diejenigen, die zu große Herausforderungen gern meiden und es Leid sind, immer wieder von vorn beginnen zu müssen, sollten womöglich zweimal überlegen.

Grafik
7
Sound
7.5
Gesamt
7

verfasst von „ Maik“

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Vielen Dank an die Firma Bandai Namco Entertainment GmbH für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 02.September.2019 - 17:47 Uhr