Spieletest: Lost Ember NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
24. September 2020

USK 6 keine Onlinefunktion Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Tolle Geschichte
Gute Inszenierung
Grossartige Musik
Unverbrauchtes Setting
Negativ:
Technische Schwaechen
Teils unuebersichtlich
Ladezeiten

Da kommt ein deutsches Indie Entwicklerteam namens Mooneye Studios daher und moechte als Erstlingswerk mit einem Spiel wie dem legendaeren Journey in Konkurrenz treten. Das kann man schon ambitioniert nennen.

Fast ein Jahr nach der Erstveroeffentlichung findet Lost Ember nun auch den weg auf die Switch und laesst euch in die haut verschiedener Tiere schluepfen.

Lassen wir uns darauf ein!

Schon im Titelscreen ist vollkommen klar, hier geht es nicht um Aktion hier geht es um Emotion. Das animierte Bild von dem Wolf mit dem Ihr euch auf die Reise begebt in Verbindung mit der Musik hat beinahe eine hypnotische Wirkung. Man moechte am liebsten direkt in die Geschichte abtauchen. Wenn man sich allerdings die Zeit nimmt erstmal in die Menues zu schauen, findet man weitere positive Aspekte, wie beispielsweise diverse Optionen zur Barrierefreiheit oder aber den Punkt gefallene Helden. Unter diesem finden sich Namen der zahlreichen Unterstuetzer auf Kickstarter, die sich auf diese Weise in das Spiel integrieren koennen und Ihren Namen auf einen Grabstein schreiben.

Aber erinnern wir uns an die Stimmung des Titelscreens und starten die Reise. Auch hier fuehrt uns die Musik direkt auf einen angenehmen emotionalen Weg, waehrend im Intro unaufdringlich die Anfangs-Credits an uns vorbei ziehen. So findet Ihr euch als Wolf wieder der einem fliegenden Licht folgt das, je nach Spielmodi, mit euch redet oder eben nicht. Schaltet Ihr in den Minimalisten-Modus so wird euch weniger erzaehlt und Ihr muesst die Geschichte hauptsaechlich aus den Bildern begreifen. Das ist sicherlich stimmungsvoller aber vermutlich wird euch dann auch einiges entgehen. Ihr seid eine wandernde Seele und koennt neben dem Wolf Kalani auch in die Haut anderer Tiere schluepfen. So koennt Ihr als Wombat durch Hoehlen streifen, euch als Maulwurf in die Erde graben oder Ihr fliegt als Vogel durch die Luft und geht dann, fliessend, in den Koerper eines Fisches ueber, um in einen Fluss oder See zu tauchen. Waehrendessen wird euch die, hoch emotionale aber niemals kitschige, Geschichte in Erinnerungen erzaehlt.

Spielt sich das auch gut?

Wenn ein kleines Indi-Studio ein so gro?es ambitioniertes Projekt angeht muss man doch sicher mit Abstrichen rechnen, oder? Ja, leider hat Lost Ember technisch die ein oder andere Schwaeche. Die Steuerung ist hier und da etwas hakelig und auch das gilt ebenfalls fuer die Kamera. Auch gibt es immer wieder stoerende Ladenzeiten wenn Ihr die halboffene Welt durchstreift. Auf der Suche nach euren Erinnerungen, die euch durch Rauchwolken auf sich aufmerksam machen, haelt euch eine Barriere so lange in einem Gebiet, bis Ihr die ma?geblichen Erinnerungen gefunden habt. Das ist zwar keine elegante Loesung aber sie wird durch die Geschichte gut erklaert und somit stoert das nicht weiter. Stoerend hingegen ist, dass man teils nicht weiss, ob man eine Stufe herunterspringen kann oder automatisch zurueck gesetzt wird weil diese zu hoch war. Dabei ist der R?cksetzpunkt oft so ung?nstig gew?hlt das man oefter direkt wieder abstuerzt. Alles in allem steht das ganze der Spielbarkeit aber nicht im Weg. Um die, etwas zu leere, Welt zu fuellen wurde allerhand Sammelkram versteckt. Relikte, bei denen auch mal die ein oder andere Anspielung auf die Nerdkultur dabei sein kann, und diverse Pilze warten darauf von euch entdeckt zu werden. Da dies aber keinen Einfluss auf euer Spiel hat ist dies aber wohl nur etwas fuer Komplettisten. Ander Dinge fallen vermutlich unter den Begriff: Geschmackssache. So kommen an wenigen Stellen Quicktime-Events vor die vielleicht nicht in die Stimmung des Spiels passen. Diese koennen aber auch in den Optionen ausgeschaltet werden. Die verschiedenen Tiere machen es euch moeglich, Raetsel und Aufgaben zu loesen. Leider wiederholen sich diese und das Potential wird nicht ausgeschoepft. So bleibt spielerisch eine Welt, die euch nicht zu sehr fordert und euch nicht mit einem Game Over droht. Ihr sollt die Geschichte spielerisch erleben und an den Emotionen gegriffen werden.

Das muss aber dann auch sch?n sein!

Der stark reduziert Grafikstil ist passend und sieht durchaus schoen aus. Besonders wenn ihr ein Feld von Pusteblumen aufwuehlt, sorgt das fuer ein wohliges Gefuehl im Bauch. Um so unschoener ist es, wenn dann eine der erwaehnten Ladezeiten so einen Moment stoert. Die Spielwelt ist schoen gestaltet und abwechslungsreich. Auch die Tiere sind wirklich gut gelungen. Wenn nun dazu die Musik aufspielt fuehlt man sich hier und dort schon mal in eine Traumwelt versetzt. Ist dies in der ersten Haelfte des Spiels noch recht zurueckhaltend, so greift einen die Musik im weiteren Verlauf doch gerne mal am Emotionszentrum. So soll es in einem solchen Spiel auch sein. Der Soundtrack ist ueber jeden Zweifel erhaben.

Fazit

Wenn man bedenkt, dass Lost Ember ein Erstlingswerk ist, dann ist das durchaus beeindruckend. Laesst man dies weg, so ist es ein Spiel mit einigen technischen Schwaechen. Wenn man sich aber darauf einlaesst, bleibt einem eine tolle emotionale Reise, die mit den fliessenden Wechseln zwischen den Tieren zwar hinter seinen Moeglichkeiten zurueckbleibt, dem Spieler aber trotzdem ein tolles Erlebnis bietet

Grafik
7
Sound
8.5
Gesamt
7

verfasst von „Marcel“

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Vielen Dank an die Firma Mooneye Studios f?r die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 18.Oktober.2020 - 14:30 Uhr