Spieletest: James Noir’s Hollywood Crimes 3D 3DS

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Weitere Infos

Releasedate:
24. November 2011

USK 12 keine Onlinefunktion unterstützt MyNintendo nicht

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

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Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
über 140 Rätsel
gute Synchronstimmen
Negativ:
Zu kurz
Lächerliche Animationen
Rätsel wiederholen sich

James Noir’s Hollwood Crimes ist eines der ersten Spiele, die für den 3DS vorgestellt wurden. Der neue, 3DS-exklusive Titel ist laut Ubisoft „der erste interaktive 3D-Film“ und bietet über 140 verschiedene Puzzles. Ob die Story wirklich mit der eines Films mithalten kann und die Spielzeit im Endeffekt doch länger als die eines Films ausfällt, lest Ihr in Folgendem:

The Incredible Puzzle Masters

Dies ist der Name jener TV-Show, bei der ihr euch als Kandidat beworben habt. Als einer von zwei glücklichen Herren schafft habt ihr euch qualifiziert – Der andere, Marcus White, wird euer zukünftiger Konkurrent. In einer Runde der Show geht es jeweils darum, eine vorgegebene Mindestanzahl an Punkten zu erreichen. Dies geschieht durch das Lösen von einigen Aufgaben, wobei wahlweise je 4 Rätsel aus 3 verschiedenen, durch Punktewert und Schwierigkeitsgrad unterteilten Kategorien verfügbar sind. Sind 4-5 Stück bewältigt, ist die Runde geschafft und die Geschichte wird fortgesetzt. Dabei kann jede Knobelaufgabe natürlich so oft wie gewünscht wiederholt werden, wenn die Lösung falsch sein sollte. Nun führt euch der Titel aber nicht direkt von Runde zu Runde, sondern auch zu einem Kriminalfall, der sich parallel dazu abspielt. In Verbindung mit diesem sucht Euch Euer alter Freund, der FBI-Agent Matt Booker, auf und bittet Euch, beeindruckt von den bei der Show gezeigten Fähigkeiten in logischem Denken, bei den Ermittlungen zu helfen. Natürlich lehnt Ihr nicht ab und versucht mit ihm, bei den mit Rätseln gespickten Tatorten Hinweise zu finden. Natürlich passen sich diese Knobeleien auch an jene der Show an, sind aber den Umgebungen und Umständen entsprechend in neuem Gewand gekleidet. Der Fall behandelt eine Mordserie, deren Opfer frühere Gewinner der Show, bei der nun Ihr mitmischt, waren.

Leider will sich die Geschichte erst nicht so recht entwickeln und ehe man sich versieht ist man auch schon am Ende des Spiels. Ersteres liegt daran, dass Matt Booker ohnehin alles zu wissen scheint und somit Eure Dienste gar nicht in Anspruch nehmen müsste. Ihr werdet von Tatort zu Tatort geschickt und verdächtigt mit der Zeit jeden, der etwas mit der TV-Show zu tun hat. Ein weiterer Kritikpunkt ist, wie bereits oben erwähnt, die sehr kurze Spielzeit – Ihr seid damit bestimmt nicht halb so lange wie mit einem Layton-Spiel beschäftigt. Es existiert übrigens auch keine freie Spielwelt; der Spieler wird lediglich von Rätsel zu Rätsel geschickt, die Übergänge sind teilweise jedoch mit netten Zwischensequenzen ausgeschmückt.

Zu den Kopfnüssen selbst gibt es nichts Großartiges zu sagen – Es handelt sich um teilweise bekannte, teilweise allgemein eher minder auftretende Knobeleien, die prall gemischt wurden. Diese sind dabei folgendermaßen aufgebaut: Erst bekommt Ihr die Beschreibung zu Gesicht, gefolgt vom eigentlichen Rätsel, welches teilweise über den Touchscreen alleine gelöst wird, gelegentlich aber auch zusätzlich das Circle-Pad in Anspruch nimmt. Großteils ist das Lösen viel zu einfach, was nicht zuletzt auch an den unbegrenzten Versuchen sowie den im Überfluss vorhandenen, verwendbaren Hinweisen liegt. In den meisten Fällen sind die Rätsel im Gesamten sehr einfach gehalten und können auch Durchschnittlich gibt es von so einer im Laufe des Spiels immer 4 verschiedene Schwierigkeiten, was aus den angepriesenen 140 Rätseln schon eine weniger beeindruckende Anzahl von knapp 40 wirklich variierenden Aufgaben für Denksportler ausmacht. Um sich ein Bild von den vorhandenen Kopfnüssen zu machen, wird eine kleine Auswahl ins Detail genommen:

Ihr habt 3 Farben zur Verfügung – Rot, Grün und Blau. Nun müsst ihr die Flächen in der angezeigten Schale so bemalen, dass keine aneinander grenzenden Felder eine identische Farbe haben. Kein sonderlich harter Brocken, aber durchaus nettes Konzept.

Hier liegt eines der vorhin erwähnten Rätsel vor, bei dem ihr Touchpen und Schiebepad benützt. Mit Letzterem wird der angezeigte Würfel gedreht, der Stylus markiert die einzelnen Felder. Es geht übrigens darum, einen Weg vom türkisenen Feld bis zum Zielfeld zu markieren – Auch nicht sonderlich schwer, wenn man vom Ziel aus geht.

Hier haben wir schon eine etwas kniffligere Knobelei. Ihr müsst die unten vorhandenen Chips in die Auffangbehälter der gleichen Farbe befördern, wobei ihr immer vorausdenken müsst, welchen Weg euer Chip durch das vorhandene Drehscheibenlabyrinth nehmen wird. Was bei den ersten Schwierigkeiten dieser Aufgabe noch leicht sein mag, kann später sehr komplex werden: Es kommen Drehscheiben zum Einsatz, die mehrere Chips erst speichern, bevor sie dann gemeinsam weitergetragen werden. Dadurch sollte man sich auch schon den Ablauf der folgenden Züge denken, damit alles im richtigen Behälter landet.

Die (gezwungenermaßen) übersprungenen Aufgaben der Show können übrigens später über das Menü angewählt und gelöst werden. Außerdem finden sich hier auch weitere, von der Story unabhängige Rätsel in eurer Fanpost.

„Der erste interaktive 3D-Film"

̶ So bewirbt der Hersteller Ubisoft sein eigenes Werk. Schafft es die Technik aber wirklich, mit dieser Versprechung mitzuhalten? Tatsächlich hat das Spiel einiges mit einem Krimi gemein – Die Grafik sowie der 3D-Effekt stechen bei Zwischensequenzen sehr positiv heraus. Des Weiteren wurden auch echte Schauspieler eingesetzt – Eine gar nicht üble Idee, die aber leider nicht wirklich gut umgesetzt wurde. Das Problem ist, dass die Schauspieler nicht gefilmt, sondern lediglich in leicht verschiedenen Posen auf Foto festgehalten wurden. Diese „Papierschnipsel“ werden dann in den nicht realen und daher eher ungeeigneten, starren Hintergrund eingepasst und nacheinander immer wieder abgespielt, um (hauptsächlich Mund-)Bewegungen zu simulieren. Das mag zwar auf eine gewisse Art witzig sein, aber trägt nichts zu einem spannenden Krimi bei. Dass diese Implementierung eher unprofessionell von Statten ging, merkt man vor allem bei der Einblendung des Publikums bei der TV-Show. Zahlreiche Personen wurden scheinbar fotografiert, schlecht ausgeschnitten, sodass teils Hintergründe vom Originalfoto zu sehen sind und als starre Pappfiguren auf hinter die Sitze gestellt, wobei die Szenen mit einem kollektivem Klatschen im Hintergrund hinterlegt werden. Mit den gut aussehenden Zwischensequenzen sind also tatsächlich nur jene gemeint, die irgendwelche Umgebungen zeigen und leider nur ziemlich selten im Spielverlauf vorkommen.

Im Gegensatz zu der „schauspielerischen Leistung“ wurden die Stimmen der Charaktere sehr gut – auch in Deutsch – synchronisiert. Die allgemeine Hintergrundmusik schlägt keine Rekorde, passt aber immer gut zur aktuellen Situation. Die Steuerung mit dem Stylus macht zwar selten, aber doch Probleme bei manchen Rätseln.

Fazit

James Noir’s Hollywood Crimes ist ein durchaus gelungener, aber auch spielzeittechnisch recht kurzer Titel – Die Kriminalgeschichte selbst wird dabei nicht sonderlich gut herübergebracht und die animierten Papierschnipsel echter Schauspieler wirken eher lächerlich. Auch die nicht vorhandene, frei begehbare Oberwelt kann doch sehr störend sein. Die Knobeleien sind aber wiederum gut gelungen und in annehmbarer Anzahl vorhanden, wobei der Schwierigkeitsgrad ruhig etwas fordernder sein könnte. Fans des Genre können ruhig einen Blick riskieren, Neueinsteiger sind mit Professor Layton aber besser beraten.

Grafik
6
Sound
8
Gesamt
7

verfasst von „Benjamin F.“

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Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 24.Dezember.2011 - 00:24 Uhr