Spieletest: Die Simpsons - Das Spiel WII

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Releasedate:
8. November 2007

USK 12 keine Onlinefunktion Remote Nunchuk unterstützt MyNintendo nicht

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: 1 Meinungen

Spiel kaufen: Bei Amazon.de bestellen

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Geniale Zwischensequenzen
Ein Videospiel über Videospiele
Negativ:
Schwache Grafik
Frustrierendes Gameplay
Wii-Momente lieblos umgesetzt

Nachdem die wohl bekannteste Comic-Familie der Welt im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Kinosäle füllte, war es auch an der Zeit für ein neues Multiplattform-Videospiel. Während der Film den überflüssigen Untertitel „Der Film“ trug, verwundert es wenig, dass EA sein neues Projekt einfach nur „Die Simpsons – Das Spiel“ nannte. Wer jetzt eine Umsetzung des Kinofilms erwartet, täuscht sich, das neue Videospiel hat nichts mit der Serie oder dem Film zu tun. Die zahlreichen Zwischensequenzen zeigen also auch für die Fans komplett neue Szenen. Die 16 verschiedenen Level unterscheiden sich recht drastisch voneinander, die Spielwelt umfasst nicht nur Springfield, sondern auch sehr absurde Gegenden, wie den Himmel oder den Entstehungsort aller Videospiele. Das liegt an der Grundidee des Titels alle möglichen Videospiele zu parodieren und ihre Klischees nachzuahmen. Dabei realisieren selbst die Simpsons, dass sie nur virtuelle Figuren sind. Als Homer dies nicht glauben möchte, stürzt er sich von einer Brüstung, um kurz darauf wieder unversehrt auf ihr zu erscheinen. Nun akzeptiert auch er sein pixeliges Schicksal. Der Humor wird in vielen kleinen Witzen, die nicht nur in den grandiosen Zwischensequenzen auftauchen, sondern oft im hektischen Spielfluss untergehen, groß geschrieben. Permanent kommentiert einer der Familie die Vorgänge in einem Level und sorgt so für eine sehr lebhafte Spielwelt. Eine wirklich zusammenhängende Geschichte wird aber erst im zweiten Teil erzählt. Dort müssen die Simpons nämlich ihrem Schöpfer Matt Groening gegenübertreten, um ihn zu Rede zu stellen. Vorher müssen aber noch einige Schlüsselkarten eingesammelt werden. Dabei werden so bekannte Serien wie Zelda, Grand Theft Auto, Medal of Honor und Donkey Kong auf die Schippe genommen. Während die Geschichte also durchaus überzeugen kann, hapert es leider an der technischen Umsetzung des Spiels.

Wenn Vision auf Realität trifft...

Das Gameplay gestaltet sich zunächst sehr einfach: Mit A wird gesprungen und bei Bedarf durch erneuten Druck der Doppelsprung ausgelöst. Jedes Familienmitglied hat zudem noch einige exklusive Fähigkeiten: Homer kann sich in einen herumkugelnden Ball verwandeln, sofern er genügend Hochkalorisches zu sich genommen hat. Bart wird zu Bartman, der Fernangriffe mit seiner Schleuder starten und zudem mit dem Cape längere Distanzen segeln kann. Lisa betäubt mit ihrem Saxophon nicht nur die Gegner, sondern verwirrt diese später, so dass sie sich untereinander angreifen. Ihr „Arm des Buddha“ lässt große Gegenstände schweben, womit sich neue Wege gestalten lassen. Marge versammelt einen Mob hinter sich, der auf ihren Befehl hin Gegner angreift, aber auch Gebäude saniert oder aufbaut. Maggie kann durch kleinere Öffnungen schlüpfen und Schalter mit ihrem Schnuller betätigen. Sie sitzt aber die meiste Zeit auf den Schultern ihrer Mutter. Die Level werden meistens mit mehreren Familienmitgliedern bestritten, so dass permanent zwischen den besonderen Fähigkeiten gewechselt werden muss. Regelmäßig werden so sogar Videospiel-Klischees freigeschaltet, etwa wenn der erste Schalter betätigt werden muss. Diese Boni zeigen viele Mechanismen, die aus heutigen Produktionen nicht mehr wegzudenken sind augenzwinkernd auf.
Die Aufgaben variieren zwar, letztlich geht es aber immer darum den Level zu durchlaufen, bzw. zu durchspringen. Leider gelingen die Sprünge sehr selten und es stellt sich auch im letzten Level noch keine befriedigende Kontrolle über die Spielfigur ein. Sollte man gerade zuvor Super Mario Galaxy beendet haben, kommt man sich bei den Simpsons so vor, als hätte man noch nie im Leben ein Jump'n'Run angefasst. Auch die beiden lieblosen "Wii-Momente" wirken völlig deplatziert und aufgesetzt: Entweder man frisst sich als Homer gegen einen Gegner durch, oder segelt als Bartman Richtung Erde und soll möglichst viele Ringe durchqueren. Dabei wurde die Bewegungserkennung der Wii-FB zwar genutzt, Spaß macht das Ganze aber keinesfalls. Für den Fortschritt im Level oder im Spiel sind sogar Sieg oder Niederlage vollkommen unerheblich. Hier wirkt das an sich durchaus liebevoll gestaltete Spiel lustlos, gezwungen programmiert.

Technische Achterbahnfahrt - kaum Airtime

Auch die weiteren technischen Aspekte lassen einen zwiespältigen Eindruck zurück: So sehen die zahlreichen Zwischensequenzen wirklich brillant aus und laufen völlig ruckelfrei ohne Kompressionsartefakte auf dem Fernseher. Dagegen sieht die Grafik leider nicht ganz so gut aus. Durch die Vorlage wurde bei den meisten Objekten auf eine Textur verzichtet und viele Level sehen so ein wenig langweilig und nicht nach Next-Gen aus. Die Simpsons und die anderen bekannten Bewohner Springfields sehen hingegen wirklich gut aus. Die begleitende Musik dudelt bis auf wenige Ausnahmen kaum wahrnehmbar vor sich hin. Richtig stark wird das Spiel hingegen bei der deutschen Synchronisation, die für ein Videospiel vorbildlich ist. Viele Gags zünden zwar, gehen aber auch schon mal im allgemeinen Effektregen unter.

Fazit

Die Simpsons - Das Spiel ist für Fans sicher ein Muss, da Humor und Zwischensequenzen absolut gelungen sind. Das Gameplay hingegen leidet enorm unter der ungenauen Steuerung und den wenig einfallsreich designten Leveln. Einige Frustmomente stellen selbst geübte Spieler so hart auf die Probe. Das Anspielen lohnt sich in jedem Fall vor dem Kauf.

Grafik
6.5
Sound
8
Gesamt
7

verfasst von „Shiek Katzenwald“

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Vielen Dank an die Firma Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 14.Januar.2008 - 13:15 Uhr