Spieletest: Dandara: Trials of Fear Edition NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
6. Februar 2018

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Besonderes Design
Bestechende Soundbegleitung
Spaßiges Movement
Variabilität durch Cheats
Negativ:
Unbewegliche Kamera
Checkpoint Reichweite gering

Wenn Erinnerungen geweckt werden

Wie sehr hat mich, und nicht zuletzt den Großteil der Nintendo Switch Spielerschaft, 2018 Celeste überrascht. Ein so einzigartig schöner, wundersamer Indie-Titel. Eine junge Frau macht sich auf eine wahrlich metaphorische Reise. Sie erklimmt einen Berg in mehreren Etappen und bestreitet nicht nur zahlreiche Abenteuer in feinster Plattforming-Manier, sie bekämpft auch innere Dämonen. Begleitet von einem einfühlsamen Soundtrack, toller Retro-Pixel-Optik und ganz viel Detailcharme verbrachte ich damals viele Stunden mit dem Spiel, so wie es nun auch die letzten zwei Wochen der Fall war. Genau so, in vielerlei Weise, erging es mir mit Dandara: Trials of Fear Edition.

Und so wurde Dandara erweckt …

Nur diesmal heißt das Spiel Dandara: Trials of Fear Edition. Das Spiel, welches in erster Version 2018 erschien, erweckt sofort meine Erinnerungen an Celeste. Als die starke Heldin Dandara kämpfen wir uns durch die mystische Salzwelt. Sie ist bizarr und einst von vielen Wesen und Geistern bewohnt gewesen, nun jedoch an den Rand der Vergessenheit geraten. Unterdrückung und Isolation sind Hauptthemen dieses Universums. So wird Dandara aus einem Schlaf erweckt, um sich als Freiheitskämpferin zu bewähren. Dabei geht Dandara tatsächlich auf die gleichnamige, historische Figur des 17. Jahrhunderts zurück, eine afro-brasilianische Freiheitskämpferin gegen die Sklaverei.

Ein Abenteuer aus Salz

Während unseres Abenteuers steuern wir Dandara durch die Salzlandschaften, die mit unterschiedlicher Vegetations- und Farbpracht ausgestattet sind. Meist gilt es durch feinste Plattform-Manier den nächsten Weg durch dieses Metroidvania zu finden, während man verschiedene Arten von Gegnern beseitigt. Dies können zum Beispiel Puzzle-Segmente sein, die man gezielt anschießen muss, damit sie den Weg frei geben oder verschiedene Kreaturen, die es zu erlegen gilt. Dadurch, dass unsere Heldin sehr flink und athletisch unterwegs ist, obgleich sie sich ausschließlich auf Salz bewegen kann, lässt sich das Spiel in kurzer Zeit bereits schnell und vielseitig entdecken. Gravitation existiert für Dandara gefühlt nicht und so ist sie in Windeseile, mit einer Art Enterhaken unterwegs. An versteckten Orten, die häufig nur durch das In-Kauf-Nehmen des ein oder anderen Todes zu erreichen sind, lassen sich Truhen finden, die das Repertoire an Fähigkeiten und Waffen erweitern. Begleitet werden wir durch die verschiedenen Räume und Pfade durch zweierlei Dinge: eine immerwährend stimmungsvolle und toll komponierte Musik und einen flatternden gelben Schal. Das macht die Heldin stark und nahbar zu gleich. So wie sie in der Reise voranschreitet, so lernen wir Stück für Stück dazu und wachsen mit unserer Kämpferin. Wir besiegen die ein oder andere merkwürdige Kreatur und treffen auf einmalige Charaktere wie einen künstlerisch begabten Riesen oder eine Vogelfrau.

Wenn sich ein Pixel-Plattformer Inspirationen holt

Während des gesamten Spiels nehmen wir den doch fordernden Schwierigkeitsgrad wahr. Man stirbt zwar häufig, ist aber weiterhin sehr motiviert, die aktuelle Herausforderung zu meistern. Dazu trägt auch das Crafting-System bei. Wir können für das gesammelte Salz, welches wir bei unseren artistischen Sprüngen anhäufen, entweder Gesundheit oder Ausdauer kaufen bzw. unsere Fähigkeiten erweitern. Dies macht es interessant, während des Spielverlaufs auf ganz unterschiedliche Weise Lösungen zu finden und das ein oder andere Puzzle zu entwirren.

Dass wir in diesem Spiel so manche Prüfung zu bestehen haben, macht der Untertitel dieser Complete-Edition „Trials of Fear“ sehr deutlich, etwa durch weitere Bereiche sowie einen neuen, wirklich höllisch schweren Bosskampf. Dem gegenüber steht eine deutlich bessere Anpassungsfähigkeit an die eigenen Spielvorlieben mittels verschiedener, sogenannter Cheats. So können wir unsere Ausdauer unbegrenzt verlängern oder dafür sorgen, dass mehr Flaggen, die als Checkpoints dienen, im Spiel gesetzt werden. Auch ist es möglich, sich direkt an den Stellen wiederzubeleben, an denen man zuletzt durch eine Herausforderung umgekommen ist. Das macht es etwas weniger hart, in feiner Dark-Souls-Manier die eigene Seele und die daran geknüpfte Beute, hier das Salz, wiederzuerlangen.

Fazit

Insgesamt präsentiert sich das Spiel in einem sehr hübschen Gewand. Es weiß durch Kreativität und Abwechslungsreichtum in der Levelgestaltung zu überzeugen. Durch gezieltes Plattforming, ein entzückendes Design und eine herrausragende musikalische Begleitung fühlen wir uns wahrlich wie die Freiheitskämpferin Dandara. So mache Stelle lässt einen auf die Lippe beißen, doch wer die Cheats nutzen will, kann es sich ein wenig leichter machen, obwohl der Neufang im Bosskampf dadurch nicht entfällt. Das Spiel zeigt eine rundum gute Performance und macht sowohl unterwegs im Handheld-Modus, als auch zuhause im Dock gehörig Spaß. Wer also noch nicht die Herausforderungen der Angst bestritten ist, sollte unbedingt zu dieser Edition greifen!

Grafik
8
Sound
9
Gesamt
8

verfasst von „ Maik“

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Vielen Dank an die Firma Raw Fury für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 17.März.2020 - 10:30 Uhr