Spieletest: Cities: Skylines NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
14. September 2018

USK 0 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Sehr viele Stellschrauben
Gutes und logisches Gamedesign
Gute Bedienung
Großes Terrain
Negativ:
Framedrops bei großen Städten
Keine Geländeeditor
Keine Aufgaben / Missionen

Cities: Skylines

Es war einmal vor langer Zeit, da gab es für das Super Nintendo eine Städtebausimulation namens Sim City. Das Spiel war damals nicht neu auf dem Markt, aber die SNES-Version war die beste Version von allen Portierungen und erfreute sich damals einer sehr großen Beliebtheit. Auch der Nachfolger Sim City 2000 wurde adaptiert. Diese Version ist aufgrund der Komplexität des Spiels jedoch die schlechteste von allen. Die Rechnerleistung des Super Nintendo wurde tatsächlich in die Knie gezwungen. Und es folgten noch weitere Spiele. Unter anderem sollte sogar ein Ableger für das N64 Disk Drive kommen.

Das ehemalige Entwicklerstudio MAXIS hatte einen großen Wurf mit dieser Serie gehabt, bis im Jahr 2013 der fünfte Teil der Serie erschien. Vom Grundkonzept absolut genial; in der Durchführung aber katastrophal. Ein viel zu kleines Baugebiet, der anfängliche Onlinezwang und die kaum lösbaren Verkehrsstaus kamen sehr schlecht bei den Fans an. Sogar so sehr, dass Publisher EA das Studio kurz darauf schloss. Danach schien es so, dass dieses Genre ausgestorben ist, bis im Jahr 2015 das finnische Studio Colossal Order das Spiel Cities: Skylines veröffentlicht hat, welches im Herbst 2018 auch für die Nintendo Switch portiert wurde.

Bürgermeister werden ist nicht schwer..

Ich muss gestehen: Ich bin ein riesiger Fan des Genre. Dennoch habe ich lange Zeit mit mir gehadert , Cities: Skylines zuzulegen. Wird die Switch der technischen Komplexität standhalten? Wird sich die Bedienung einfach gestalten? Wird es schnell langweilig werden? Aber dann habe ich es doch gekauft. Und ich bin mehr als begeistert!

Cities: Skylines ist eine schon fast dreiste Kopie des letzten Sim City Ablegers. Die Art des Spielens, das Design und der Umfang – alles ist sowas von nahezu ähnlich, dass ein Nicht-Kenner beide Spiele für das Selbe halten könnte. Und dennoch macht Cities: Skylines so vieles mehr richtig als der Konkurrent. Beispielsweise der so oft kritisierte Straßenverkehr oder das stark begrenzte Bauland. In diesen Spiel stellen sich die Probleme nicht. Bauland kann unter gewissen Voraussetzungen erweitert und der Straßenverkehr mit seinen Staus nachhaltig verbessert werden. In Cities: Skylines setzt Ihr euch in einen riesigen Sandkasten und könnt euch nach Herzenslust austoben, ohne dass das Game Design euch einen unlogischen Strich durch die Rechnung zieht

…es zu bleiben dagegen schwer

Dennoch gilt es, ein paar Regeln zu befolgen. Denn immerhin ist es eine Städtebausimulation. Und diese erfordert es, dass Ihr Häuser errichtet, in den Menschen leben. Mit “nur leben” ist es aber nicht getan. Eure Bewohner haben schließlich auch Bedürfnisse. Beispielsweise ausreichend Gewerbe zum Shoppen. Wer jedoch Shoppen will, braucht dazu auch Geld. Und Geld gibt es mittels Arbeitsplätze. Ist diese Grundlage geschaffen, sprudeln auch schon die ersten Steuereinnahmen. Diese dürfen weder zu hoch sein (sonst ziehen die Bewohner weg), noch zu niedrig, da andernfalls keine finanzielle Mittel in den städtischen Geldbeutel fließen. Dieses Geld wird auch dringend für öffentliche Dienstleitungen wie Straßen, Elektrizität, Frisch- und Abwasser, Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr usw benötigt.

Darüber hinaus muss das Lebensumfeld auch attraktiv gestaltet sein. Ein großer Park zum Erholen eurer Einwohner erhöht die Grundstückspreis und zieht wohlhabendere Bürger an. Wächst eure Stadt, stehen immer mehr Mittel zur Verfügung. Das betrifft nicht nur das Offensichtliche. Die Stadt möchte auch verwaltet werden. Ihr müsst entscheiden, wie viel Finanzmittel die öffentliche Institutionen erhalten sollen. Steht einer Schule mehr Geld zur Verfügung, erhöht sich das Bildungsniveau der Bürger, was sich wiederum in der Qualität der Industrie niederschlägt. Ihr könnt aber auch einzelne Stadtteile benennen und diese anders verwalten als die restlichen. Ist in einem speziellen Wohngebiet zu viel Straßenverkehr, dann verordnet Ihr einfach ein Durchfahrverbot für LKWs. Bedenkt aber, jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Wenn die LKWs dadurch den Zielort nicht mehr erreichen könne, brauchen diese eine alternative Strecke. Bleibt dies aus, so könnten Gewerbe keine Waren mehr erhalten und die Industrie keine Rohstoffe zum verarbeiten. Es gibt immer etwa zu tun und Ihr seid in der Verantwortung, die Balance zu finden.

Die Präsentation und die kleinen Kritikpunkte

Die Unity-Engine zaubert eine recht zweckmäßige, aber recht gute Grafik auf den Bildschirm. Man kann richtig weit hineinzoomen, so dass man fast mittendrin ist. Schade, dass es keine Ego-Perspektive gibt. Die Nintendo Switch ist naturgemäß kein Kraftpaket, so dass ab einer gewissen Stadtgröße es hier und da zu Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate gibt. Aber das kann man hier getrost bei Seite schieben. Denn Cities: Skylines ist nun mal kein schneller Ego-Shooter, sondern eine ruhige und entschleunigende Simulation. Mit den Framedrops kann man recht gut leben.

Leider gibt es keine Möglichkeit, seine Terrain vorher nach Belieben zu gestalten. Zu dem stehen nur zehn zur Auswahl. Jedoch muss man hier noch einmal daran erinnern, dass die Baugrundstücke erweitert werden können. Das gleicht diese Eingeschränktheit ein wenig aus. Darüber hinaus gibt es auch keine Missionen oder Katastrophen. Es bleibt bei der normalen Simulation.

Aber das kann man schon fast als Jammern auf hohen Niveau bezeichnen. Die Steuerung funktioniert recht gut, der Umfang ist riesig und die Zeit verfliegt im Nu. Da fallen die Negativpunkte kaum ins Gewicht. Wer etwas für Städtebausimulationen übrig hat; wer nur mal “eine ruhige Kugel schieben” will; wer einen guten Zeitfresser in Form einer Sandbox sucht – der ist mit Cities: Skylines allerbestens beraten. Für dieses Spiel gibt die volle Kaufempfehlung!

Fazit

Fazit Cities: Skylines ist eine Städtebausimulation, die das Genre völlig zu recht am Leben hält. Dieses Spiel macht kaum etwas falsch und man merkt, dass die Entwickler hier wirklich Herzblut reingesteckt haben. Bedingt durch die Power der Switch kommt es auch zu Framedrops, die während des Spiels zwar bemerkbar werden, aber nicht ins spielerische Gewicht fallen. Das Spiel ist sehr hübsch designt, hat eine passsende Soundkulisse und bietet sehr viele Möglichkeiten für einen Stadtplaner. Ein Geländedesign oder Missionen gibt es in diesem Spiel nicht. Die Steuerung via Controller funktioniert erstaunlich gut; eine Touchscreenunterstützung gibt es hingegen nicht.

Grafik
7
Sound
7
Gesamt
8

verfasst von „Daniel N“

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Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 28.März.2019 - 18:23 Uhr