Spieletest: Chaos auf Deponia NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
27. November 2019

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Tolle Sprachausgabe
modernes Oldschool feeling
interessante Charaktere
Schönes Design
Negativ:
Hakelige Steuerung
Teils unlogisch
Teils unübersichtlich

Bei dem Namen Deponia werden so manchem Point n´Click-Veteranen die Ohren klingeln. Steht die Reihe um den „Müllplaneten“ und seinem ihm überdrüssigen Bewohner Rufusy doch in dem guten Ruf das Genre in ähnlich humorvoller Weise wie alte Klassiker von Lucasarts fortzuführen. Oft Schon wurde diese Art der Spiele totgesagt, doch die treue Fanbase hält das Genre am Leben. Point n´Click klingt schon nach Maussteuerung und oft stört gerade das auch Konsolenvarianten. Aber wie sieht das auf der Nintendo Switch aus?

Was? Wer? Und vor allem: Warum?

Wenn das Gameplay aus Suchen, Reden und Kombinieren besteht, sollte einen die Story mitnehmen und Charaktere, Protagonist als auch NPCs interessant sein. Egal ob komödiantische, mysteriöses oder kreatives Abenteuer; Adventures dieser Art funktionieren nur, wenn man Lust auf die Geschichte und die Charaktere hat. Diese Aufgabe erfüllt Chaos auf Deponia recht gut. Zwar könnte der Anfang den Spieler etwas überfordern, die den ersten Teil nicht gespielt haben, da direkt mit etablierten Charakteren eingestiegen wird, aber die Geschichte ist zum Glück mehr unterhaltsam als komplex, so dass dies nicht nachhaltig ins Gewicht fällt. Tatsächlich setzt der zweite Teil der Serie nahtlos am Vorgänger an. Nach einem Rückblick und einem Tutorial, welches grundlegend dasselbe ist wie im ersten Teil, dies aber auch humorvoll thematisiert, geht’s auch schon los. Unser taugenichtiger Protagonist Rufus versucht immer noch, Deponia zu verlassen und nach Elysium zu gelangen. Ihr besorgt euch in den ersten Szenen die benötigten Materialien und nebenbei erfahrt Ihr direkt, mit welcher Art Humor Ihr es in diesem Spiel zu tun bekommt. Dabei reicht die Palette von schwarzem- bis Holzhammerhumor. Feinsinnigkeit und intelligenten Wortwitz sollte man also nicht erwarten. Das geht aber klar, alles andere würde in diese Welt auch nicht passen. Natürlich scheitert Rufus mit wehenden Fahnen bei dem Versuch und trifft dadurch erneut auf seinen, ihm zum Verwechseln ähnlich sehenden, Widersacher Cleatus und dessen Verlobte Goal. Eigentlich sollte Goal natürlich lieber eure Liebe sein… keine Geschichte ohne Beziehungsdrama. Rufus-Typisch geht jedoch alles schief. Er landet mit Goal auf Deponia und ihr Bewusstsein wird in drei Teile gespalten, die es nun wieder zusammenzuführen gilt. Wer Rufus bereits kennt, dem ist natürlich sofort klar, dass dies nicht alles sein kann. Würde Rufus nun so viele Mühen auf sich nehmen, um Goal zu retten, ohne dass es um seine eigene Haut geht? Wohl kaum! Ihr braucht die „komplette“ Goal, um Deponia vor der Vernichtung zu bewahren. Die Geschichte geht also schonmal in Ordnung. Nicht dass man so etwas noch nie gehört hätte, aber die Art ist erfrischend abstrus und die Charaktere verrückt genug, damit es sich unverbraucht anfühlt. Neben ein bis zwei guten Twists gibt es aber auch das eine oder andere Plotthole.

Doch die Gesangseinlagen, die einen von Abschnitt zu Abschnitt tragen, sorgen für ein wohliges Gefühl. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Humor gut funktioniert, aber nicht jedermanns Sache sein wird. Leider fällt er auch, durch ein bis zwei unnötig drastische Szenen, etwas aus der Rolle.

Gameplay

Eines steht fest, ein Controller ist nicht das ideale Eingabegerät für ein Point n´Cklick Adventure, aber auch das kann man passable umsetzen. Eine Version auf der NIntendo Switch bietet, jedenfalls im Handheld-Modus, mit dem Touchscreen die perfekte Option, dies zu optimieren. Leider hat man diese Chance verpasst und vollkommen auf eine Touch-Unterstützung verzichtet. Das ist doppelt schade, da es einige Stellen im Spiel gibt, bei denen die unpräzise Steuerung sehr behindert. Wenn dies dann auch die Mechanik eines Rätsels stört, kann das schon nerven. Auch kann es vorkommen, dass Ihr in Quicktime-Events geworfem werdet, ohne dass ersichtlich ist, wie diese korrekt gesteuert werden. Diese verkommen dann zu „Try and Error“. Da das nur selten passiert, ist das aber verschmerzbar.

Dagegen stehen die Rätsel, die teils auch auf der Meta-Ebenen funktionieren und mit tollen Ideen arbeiten. Auch Freunde der skurrilen „Adventure-Logik“ der 1980er kommen auf ihre Kosten. Hin und wieder gibt es allerdings auch Lösungen, die so an den Haaren herbei gezogen sind, dass selbst nach der (zufälligen) Lösung ein Fragezeichen zurückbleibt. Eine andere Variante ist, dass sich die Lösung einfach durch Ausprobieren erarbeitet werden muss, da eine klare Lösung nicht auf Anhieb zu erreichen ist. Dies ist aber nur ein kleiner Teil der Rätsel und überschattet nicht das Spielerlebnis. Grundsätzlich ist Choas auf Deponia auf der Gameplay-Seite ein solides Konsolen-Adventure, das aber Potential nach oben hat.

Grafik und Sound

Die schön gezeichneten Hintergründe und das Charakterdesign passen super zur Stimmung und sehen einfach gut aus. Die eine oder andere Animation wirkt etwas hakelig, was aber auch schon fast ein Stilmittel sein könnte. Im Handheldmodus geht das alles super auf. Auch am TV sieht das Spiel gut aus, nur dort ist es teils schwer die gewählte Gesprächsoption zu erkennen. So kann man schonmal denselben Satz zum zigsten mal auswählen, ohne es zu wollen. Das kann schon erheblich stören. Der Sound überrascht mit einer Qualität, die man bei einem Titel dieser Art nicht erwarten würde. Deutsche, englische, italienische und spanische Sprachausgabe und satte zehn Sprachen gibt als Untertitel dazu. Das ist sicher keine Selbstverständlichkeit und diese hören sich auch noch gut an. Auch die Musik ist hochwertig produziert und unterstreicht stets gut die Atmosphäre.

Fazit

Der zweite Teil von Deponia ist ein gutes Gesamtpaket. Wenn man mit dem Humor etwas anfangen kann, erwartet euch ein lustiges Adventure der alten Schule, das vielleicht hier und da ein wenig über das Ziel hinausschießt. Es sieht gut aus und klingt großartig. Nur die Steuerung trübt dann das Gesamtergebnis doch ein wenig. Als Point n´Click-begeisterter Spieler sollte man sich die Serie mal ansehen.

Grafik
7
Sound
9
Gesamt
7.5

verfasst von „Marcel“

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Vielen Dank an die Firma Daedalic für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 27.Dezember.2019 - 21:28 Uhr