Spieletest: Catan NSW

Screenshot Screenshot Screenshot

Weitere Infos

Releasedate:
20. Juni 2019

USK 0 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-4

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Catan-Feeling
Online-Multiplayer
Seefahrer-Erweiterung inklusive
Negativ:
kein Offline-Multiplayer

Asmodee Digital bringt - nach Carcassonne - einen weiteren Brettspielklassiker auf die Konsolen. Es handelt sich um kein anderes Spiel als „Die Siedler von Catan“ - ein taktisches Handels- und Eroberungsspiel, welches im Jahre 1995 auf dem Markt kam. Gerade Brettspiele leben vom Spiel mit anderen. Wie sich der Titel im digitalen Zeitalter schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

Die Siedler von Catan

Das Spielfeld bei Catan besteht aus 19 sechseckigen Plättchen, auf denen jeweils eine von 6 Landschaften und Zahlen von 1 bis 12 abgebildet sind. Jedes Plättchen steht für einen Rohstoff, den man dort bei entsprechender Würfelzahl bekommt. So gibt es Wolle, Erz, Lehm, Holz oder Getreide.

Zu Beginn baut jeder Spieler entlang der Landschaftsgrenzen zwei Siedlungen und zwei Straßen. Diese dürfen nacheinander gesetzt werden und bei letzterem erhält man die dazu passenden Rohstoffe der angrenzenden Felder. Für die zwei Siedlungen erhaltet ihr auch gleich eure allerersten 2 Siegpunkte.

Danach geht es auch schon los und reihum wird mit zwei Würfeln geworfen. Wie bereits oben erwähnt muss man mit keinen Spielfiguren fahren, sondern die Würfelzahl bestimmt, welche Rohstoffe ihr in jeder Runde bekommt. Nämlich dann, wenn die Augenzahl entsprechen einer Landschaft ist, die an eure Siedlungen angrenzt. Mit diesen wertvollen Gütern könnt ihr dann Siedlungen (1x Wolle, 1x Holz, 1x Lehm, 1x Getreide) und Städte (2x Getreide, 3x Erz) bauen. Zwischen diesen müssen aber immer mindestens 2 Straßen liegen, die ihr ebenfalls mit Rohstoffen (1x Holz, 1x Lehm) anfertigen müsst. Es gibt auch Entwicklungskarten, die verschiedenste Boni beinhalten – wie zusätzliche Siegpunkte. Diese kosten euch ebenfalls Rohstoffen (1x Getreide, 1x Schaf, 1x Erz). Wird eine 7 gewürfelt, so kommt der Räuber zum Zug. Dieser blockiert Rohstofffelder und man darf einem Spieler eine Rohstoffkarte klauen.

Natürlich hat man nicht immer alle gewünschten Waren im Sortiment, daher ist das Spiel vor allem auf das Handeln aus. Innerhalb eures Spielzuges könnt ihr eure Rohstoffe zum Tausch anbieten. Es liegt an euren Mitspieler, ob sie auf das Tauschgeschäft einsteigen. Ihr habt aber immer noch die Möglichkeit mit der virtuellen Bank zu handeln. Nur hier ist der Tauschwert ziemlich hoch, nämlich 4:1 (zB 4x Holz für 1x Lehm).

Nun wäre also einmal das grundlegende Spielprinzip von Catan erklärt. Sieger ist jener, der zuerst 10 Siegpunkte erreicht.

Die Konsolenversion

Wenn du Catan kennst, dann wirst du dich auch auf der Konsole gleich zuhause fühlen. Gleich zu Beginn gibt zwar nicht wirklich ein Tutorial, wo deutlich erklärt wird wie man beispielsweise mit anderen handelt, doch nach kurzer Eingewöhnung hat man alles Wichtige raus. Ansonsten könnt ihr immer noch in einer elektronische Bedienungsanleitung im Menü nachschlagen oder später diverse Tutorials nachholen.

Für Anfänger kann aber gerade dieser Punkt durchaus etwas verwirrend sein, da man bei der Fülle an Regeln und Gameplayelementen leicht den Überblick verlieren kann. Es wäre an dieser Stelle sicherlich keine schlechte Idee gewesen den Spieler in Textform etwas mehr an die Hand zu nehmen.

Die Modi

Catan bietet einen Kampagnen- und einen Szenario-Modus. In der Story erlebt ihr eine kleine Geschichte über die Siedler von Catan. Diese sind aufgebrochen um die große weite Welt zu besiedeln. Die Weltkarte ist wie das Spielfeld in sechseckige Kacheln aufgeteilt und erinnern an Inseln, die es zu erobern gilt. Viele davon sind noch gesperrt oder können durch zusätzliche DLCs erworben werden. Die Seefahrer-Erweiterung ist dem Hauptspiel übrigens gleich inkludiert.

Gespielt wird immer gegen drei bis vier Computergegner. Im Laufe der Besiedelungen werden die Kontrahenten immer stärker, die Spielregeln wie Würfeln, Handeln, Bauen ändern sich aber nie.

Im Szenario-Modus hat man freie Hand und im Prinzip handelt es sich dabei um eine Art „Freies Spiel“. So könnt ihr ein Spiel mit euren eigenen Einstellungen starten. Ihr könnt festlegen, wie viele Punkte zum Sieg notwendig sind, wie lange ein Zug dauern darf etc. Es erinnert dabei etwas an die Szenarien der Anleitungen im Brettspiel, mit denen mehr Abwechslung zum Standardspiel geboten werden soll.

Brettspiele leben vom Miteinander und natürlich bietet das Spiel auch einen Multiplayer. Das Spielen mit Onlinegegnern ist prinzipiell toll, doch kommt es auf die Mitspieler an, ob es auch wirklich Spaß macht. Nicht immer trifft man auf Gegner, die bereitwillig mit einem Rohstoffe handeln.

Für uns aber der größte Kritikpunkt ist das Fehlen einer „echten“ lokalen Mehrspielermöglichkeit. Zwar könnt ihr Freunde zum Spielen einladen, aber jeder muss über eine eigene Konsole, das Spiel und ein Nintendo-Abo verfügen. Nette Abende mit Familienmitgliedern sind somit nicht möglich wenn diese Voraussetzungen nicht zutreffen. Gerade durch den Einsatz im Handheldmodus wäre es durchaus möglich gewesen das jeder bei seinem Zug nur seine Rohstoffkarten sieht.

Online könnt ihr natürlich gegen Freunde oder den Rest der Welt antreten. Leere Plätze werden mit KI-Gegnern aufgefüllt. Gespielt werden die Szenarien der Kampagne, die ihr, wenn ihr wollt, auch wieder nach euren Bedürfnissen konfigurieren könnt. Ihr könnt mit euren Mitspielern ausschließlich über Emojis kommunizieren. Mit Freunden lohnt es sich daher auf alle Fälle einen Sprachchat einzurichten. So macht das Handeln gleich noch viel mehr Spaß.

Die Welt von Catan

Die Umsetzung des Brettspiels in die digitale Welt ist sehr gut gelungen. Es kommt echtes Catan-Feeling auf. Mit dem rechten Stick könnt ihr die Kamera etwas bewegen und so auf eure noch vorhandenen Siedlungen, Städte und Straßen, sowie auf Baukosten-Karte blicken. Die Gegner erscheinen ähnlich virtuellen Pokerspielen am Bildschirmrand in Form von Avataren. Das Zählen der Punkte und das verteilen der Rohstoffe passiert automatisch. Alles läuft rund und einwandfrei. Musikalisch gibt es ein Musikstück in Dauerschleife, was aber bei dieser Art von Spielen nicht stört.

Fazit

Catan ist eine super Umsetzung des Brettspielklassikers für die Nintendo-Switch. An der Technik gibt es nichts zu bemängeln. Leider kommt die KI nicht an ein Spielen mit echten Gegnern heran und selbst online trifft man sehr oft auf sture Handelspartner. Ein Manko ist auch, dass man das Game nicht gegen Freunde spielen kann, die selber nicht über eine Nintendo Switch und/oder das Spiel verfügen. Fans des Brettspiels können aber getrost zugreifen. Ihr werdet eure Freude am Siedeln und Handeln haben. Catan-Feeling pur! (Preis: 19,99 Euro)

Grafik
7.5
Sound
5
Multiplayer
7
Gesamt
7

verfasst von „Ulrich“

Diesen Artikel teilen:

Vielen Dank an die Firma Asmodee Digital für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 11.Juli.2019 - 18:04 Uhr