#NintendoSwitch Preview Event in Frankfurt

#NintendoSwitch Preview Event in Frankfurt

Die Vorstellung neuer Hardware ist auch nach so vielen Konsolengenerationen immer noch etwas besonderes. Vor allem wenn es um ein System aus dem Hause Nintendo geht. Einer der Gründe hierfür dürfte sein, dass das japanische Großunternehmen einfach etwas anders gestrickt ist als die Konkurrenz. Während man bei diesen meist erst mal mit technischer Opulenz punktet und danach Gadgets und Features vorstellt, ist es bei Big N eher anders herum. Die Konsolen werden meist um ein Alleinstellungsmerkmal aufgebaut und die Technik rückt in den Hintergrund. Dass dies nicht immer zwangsläufig zum gewünschten Ergebnis oder Erfolg führt musste man zuletzt schmerzhaft bei der Wii U eingestehen.
Trotz des guten Ansatz mit asymetrischem Gameplay wurde das System eher verhalten von den Spielern und in Folge dessen auch von den Entwicklern angenommen. Ist ein System erst mal in dieser Spirale geht es meist nur noch abwärts. Während andere hier vielleicht das Handtuch werfen oder sich an den, nennen wir es mal, Mainstream anpassen geht Nintendo weiter seinen Weg. Nun kann man sagen der Konzern sei halsstarrig, verbissen, uneinsichtig oder wie auch immer man dieses Vorgehen nennen mag. In der Politik würde man so etwas eventuell als Linientreue bezeichnen. Wie dem auch sei, wir werden Nintendo wohl nicht ändern und trotz aller Kritik und Fehlern die begangen wurden ist die Firma immer noch in aller Munde und jeder hofft, dass ihnen wieder ein großer Wurf gelingt.
Denn so marktfremd ihr Verhalten oft zu sein scheint haben sie immer noch einen verdammt guten Riecher was Software angeht. Kaum ein Spiel wird so herbeigesehnt wie The Legend of Zelda Breath of the Wild. Titel wie Pokémon Sonne und Mond verkaufen sich wie geschnitten Brot und Pokémon Go und Super Mario Run zeigen, dass man durchaus ist der Lage ist Spieler zu begeistern. Und wie oft höre oder lese ich, hätte Nintendo doch nur etwas stärkere Hardware und damit mehr Entwickler an Bord, dann könnte ich all die tollen Franchises spielen, aber eben nicht auf eine Runde Call of Duty oder FIFA mit den Kumpels verzichten müssen. Denn auch in der heutigen Zeit müssen sich gerade die jüngeren noch für ein System entscheiden. Und Zelda, Mario, Kirby, Metroid und wie sie alle heißen hin oder her, da zählt dann meist was die meisten in der Klasse oder der Nachbarschaft haben. Und das ist eben seit geraumer Zeit zumindest im Heimkonsolenbereich nicht mehr Nintendo.
Mit Nintendo Switch möchte man dies zumindest im Ansatz ändern. Dabei geht man wie gewohnt nicht auf direkten Konfrontationskurs zu Sony oder Microsoft. Vielmehr versucht man ein Symbiose aus mobilen Gaming und dem Spielen zu Hause herzustellen. Und wie heißt es so schön: Viel Feind. Viel Ehre. So muss man sich also mit dem kommenden System nicht nur gegen die Heimkonsolen der Wettbewerber stellen, sondern sich seinen Platz auch gegen Smartphones und stellenweise mit dem 3DS gegen ein hauseigenes Produkt sichern. Das Potential und die Ressourcen hierfür hat Nintendo allemal. Zwei Dinge sind aber entscheidend für den Erfolg. Man muss den Spielern das Konzept verständlich verkaufen und man muss die Entwickler von dem System überzeugen. Letzteres ist hoffentlich schon im Vorfeld passiert. Nichts ist schlimmer als ein Launch ohne vernünftige Software. Denn dann würde sehr schnell wieder die oben genannte Spirale einsetzen. Die Gründe das System zu kaufen fehlen => Die Hardwarebasis ist klein => Entwickler sehen keinen Grund für die Plattform zu entwickeln => Die Gründe das System zu kaufen fehlen.


Aber genug der Theorie. Ihr wollt sicherlich wissen wie unser ersten Eindruck von der Konsole und deren Vorstellung war. Um es einfach zu halten haben wir das Ganze simpel in Pro und Contra eingeteilt.

Was mir gefallen hat:

Das Rumblefeature der neuen Joy-Con-Controller: Der Effekt war vor allem bei einem Minispiel in 1-2-Switch bemerkenswert. Der Spieler muss versuchen eine Anzahl von Kugeln im Controller zu erkennen. Der Effekt war durchaus verblüffend, allerdings waren eher präzise Schätzungen drin, als die exakte Bestimmung, ob z.B. drei oder vier Kugeln simuliert werden. Wichtig wäre aber der sinnvolle Einsatz in Spielen und inwiefern die Akkulaufzeit in den kleinen Joy-Cons durch die Funktion beeinträchtigt wird.

Arms machte als Partyspiel eine gute Figur, die Steuerung fühlte sich authentisch an. Auch technisch wirkte der Titel schon fortgeschritten und wenn man sich mit dem comichaften Look anfreunden kann, ist Arms sogar ein hübscher Titel. Allerdings ist das Spiel absolut kein Vollpreistitel und wäre eher eine nette Beilage zur Switch-Konsole.

Was mir nicht gefallen hat:

Der Switch Pro Controller hinterließ einen durchschnittlichen Eindruck. Die Verarbeitung ist solide, das verwendete Plastik fühlt sich aber nicht wertig an und der Preis von rund 70 € ist völlig überzogen. Schwer wiegt zudem die vollkommen unverständliche Entscheidung keine analogen Schultertasten zu integrieren. Damit werden einige Genres von Anfang an benachteiligt. Wer möchte schon ein realistisches Rennspiel ohne analoge Knöpfe spielen?

Das Line-Up für die Switch ist schwach, Nintendos Geschichte wiederholt sich offenbar wieder und wieder: Mit dem neuen Zelda hat Nintendo wahrscheinlich einen Bestseller im Angebot, aber der Titel ist auch für die Wii U erhältlich, er wird also deren Besitzer nicht unbedingt dazu bewegen, eine neue Konsole zu kaufen. Mario Kart 8 Deluxe ist nur eine Erweiterung und das „neue“ Splatoon ist technisch nicht vom ersten Teil der Wii U zu unterscheiden und wäre damit auch als reines Map-Add-On denkbar gewesen. 1-2-Switch und Arms sind wenig mehr als passable Techdemos. Woher also der große Run auf die Konsole kommen soll, bleibt Nintendos Geheimnis.

Fazit und Prognose: Die Switch setzt Nintendos Kurs der letzten Jahre konsequent fort, eine Aufarbeitung, warum die Wii U gescheitert ist, ist nicht erkennbar. Erneut geht man einen Sonderweg und setzt auf überholte Technik, die es schwer machen wird zukünftige Portierungen von Drittanbietern zu ermöglichen. Das Line-Up ist dürftig und gerade für die treusten Fans, die Wii-U-Besitzer, eine Enttäuschung. Zelda bekommen sie auf dem eigenen System, Mario Kart 8 Deluxe ist lediglich eine Erweiterung, die man auch als DLC anbieten könnte und Splatoon 2 bietet viel zu wenig Neuerungen, um den Kauf eines neuen Systems zu rechtfertigen. Was bleibt dann noch? Als wirklich interessanter Exklusivtitel vielleicht noch Mario, der aber erst zum Weihnachtsgeschäft in die Läden kommen wird. Die Preise für die Switch und vor allem deren Peripherie sind deutlich zu hoch angesetzt und lassen keinen Willen erkennen, der Switch einen möglichst guten Start zu verschaffen, damit eine veritable Hardwarebasis entsteht. Das Alleinstellungsmerkmal, die Portabilität der Konsole, muss angesichts der beworbenen (!) Akkulaufzeit mit einem großen Fragzeichen versehen werden. Mich würde sehr interessieren, wie lange grafisch aufwendige Spiele, wie z.B. Skyrim, auf der Switch laufen, wenn schon Zelda nur drei Stunden schafft.
Ich rechne mit folgenden Entwicklungen für dieses Jahr:
Die Verkaufszahlen sind nach dem obligatorischen Early-Adopter-Run schwach Der Preis der Switch wird nach wenigen Wochen gesenkt Nintendo schafft keinen stetigen Nachschub an hochwertigen, selbstentwickelten Titeln Third-Party-Entwickler versorgen die Konsole in den ersten Monaten mit einigen Spielen und schauen sich deren Verkaufszahlen an, Neuankündigungen bleiben in der zweiten Jahreshälfte aus



<>Was mir gefallen hat:

HD Rumble funktioniert exzellent. Vor allem bei einem 1 2 Switch Minispiel, bei dem es darum ging zu erraten wie viele Kugeln sich ein einer Holzschachtel befanden, konnte sich dieses Feature in seiner vollen Stärke zeigen. Man war schon versucht den Controller aufzubrechen um nachzusehen ob sich nicht doch tatsächlich Kugeln oder ähnliches darin befanden.

Auch wenn es in der Präsentation eher den Eindruck einer Techdemo gemacht hat, so birgt der Titel Arms doch großes Potential. Nicht nur dass das Spiel sehr gut aussieht, auch die Spielmechanik ist extrem ausgefeilt und der krasse Gegensatz zum plumpen rumgealber bei Wii Boxen zum Beispiel. Dabei greift der Titel geschickt auf die Steuerung mit den beiden JoyCons zurück. Diese erlauben viele und komplexe Kommandos für Fortgeschrittene Spieler ohne Anfänger zu überfordern.

Natürlich haben wir auch The Legend of Zelda Breath of The Wild erneut angespielt. Die Version die wir zu sehen kamen sah deutlich besser aus als alles was wir bisher gespielt haben. Die Texturen waren viel schärfer und wurden auch nicht so offensichtlich 1 Meter vor Link schärfer wie in vorangegangenen Versionen. Auch die Kantenglättung war um einiges besser, wenn auch immer noch nicht optimal. Auch die Pop Ins scheinen spürbar reduziert und die gefühlte Weitsicht dadurch stark verbessert

Sämtliche Controller liegen gut in der Hand. Ob nun die Joycons einzeln, an der Switch, im Grip , oder der ProController die Eingabegeräte sind sehr ergonomisch, fühlen sich wertig an und lassen sich prima bedienen. Auch wenn die JoyCons sehr klein sind, lassen sie sich auch mit größeren Händen gut handhaben.

Das Display der Nintendo Switch liefert ein absolut tolles und knackiges Bild. Wenn auch nur in 720p, so dürfte dies auf jeden Fall für sämtliche Spiele ausreichend sein.

Was mir nicht gefallen hat:

Die Nintendo Switch kommt mit sehr viel Peripheriegeräten . Neben der Konsole gibt es die JoyCons, welche wiederum jeweils einen Zusatz haben um sie einhändig zu nutzen, dann noch der JoyCon Grip, dazu dürfte bei vielen noch der Pro Controller kommen. Sprich man hat schon einiges was man Handhaben muss

Leider gibt mir das LineUp im Launchfenster Grund zu bedenken, Es sind sicherlich gute Titel vorhanden, aber der Mangel an Drittherstellersupport ist nicht zu übersehen. Portierungen alter Spiele oder extra angefertigter Versionen lassen darauf schließen, dass die Switch entweder nicht in der Lage ist aktuelle Spiele zu bewältigen oder die Skepsis bei den Entwicklern zu große ist. Zumindest nicht ohne erheblichen Aufwand.

Der Pro Controller der Wii U wurde eigentlich sehr gut aufgenommen. Einziger Kritikpunkt waren die digitalen Schultertasten. Diese machen es zum Beispiel bei Rennspielen sehr schwer die Beschleunigung darauf zu legen. Leider wurde dieser Missstand sowohl bei den JoyCons als auch dem neuen ProController nicht behoben.

Nur 32 GB internen Speicher . Schon Besitzer einer Wii U hatten mit Speicherproblemen zu kämpfen. Hier hätte Nintendo definitiv großzügiger sein sollen was den internen Speicher angeht. Klar kann man den Speicher erweitern, allerdings sind das alles wieder Zusatzkosten die Käufer abschrecken können.

Fazit: Die Nintendo Switch macht technisch einen soliden Eindruck, auch wenn sie von dem was bisher gezeigt wurde gerade im Heimbereich eher Leistungsprobleme haben könnte. Die Steuerung und das neue HD Rumble funktionierend hervorragend. In einigen Punkten wie internem Speichern und digitalen Triggern zeigt sich allerdings das Nintendo scheinbar nicht wirklich auf Feedback der Spieler eingehen kann. Bauchschmerzen bereitet uns ebenfalls das sehr dünne LineUp im Launchzeitraum. Die Third Party Studios haben bisher nur kleine Titel oder Portierungen angekündigt. Eine wirkliche Überraschung war hier nicht dabei. Wir hoffen, dass sich hier innerhalb der kommenden Wochen noch etwas tut, damit die Nintendo Switch nicht in ähnliche Fahrwasser kommt wie die Wii U. Das Potential ist durchaus vorhanden, leider werden schon vor dem Start wieder viele kleine Fehler gemacht die in Summe dazu führen könnten, dass die Konsole nicht erfolgreich wird. Lichtblick ist definitiv ein neues Zelda direkt zum Launch, was viele dann doch zum Lauf verleiten dürfte.

verfasst von „David“

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Letzte Aktualisierung: 16.01.2017, 8:30 Uhr