Spieletest: Yoku's Island Express NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
29. Mai 2018

USK 6 keine Onlinefunktion Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
tolle Atmosphäre
gelungener Genremix
viel zu Entdecken
Negativ:
teils langwierig
relativ einfach

Zugegeben die Experimentierfreude von Spieleentwicklern haben schon viele seltsame Blüten getrieben. Manche stellten sich als genial heraus, andere kamen entweder nicht über ein Teststadium hinaus oder bei den Spielern überhaupt nicht an. Vorwürfe kann man hier allerdings nur selten machen. Schließlich verlangt das Publikum stets Neues, will aber irgendwie doch das alte, nur in anders eben. Die Aufgabe ist es also etwas Neues zu erschaffen, dass so ist wie bereits beleibtes und bekanntes ohne aber eine langweiliges Plagiat zu erschaffen. Mit Yoku's Island Express wagt sich das schwedische Team von Villa Gorilla an diesen Balanceakt. Die Formel hierzu man nehme die Metrovania-Grundmechanik und mische etwas Pinball hinzu. Ob diese seltsam klingende Mischung funktionieren kann, erfahrt ihr in unserer Review.

Trari, Trara, die Post ist da!

Im Spiel schlüpft ihr in die Rolle des Mistkäfers Yoku, der schneller als im lieb ist bei seiner Ankunft auf einer Insel zum Postboten befördert wird. Hierzu führt euch der erste Weg zunächst in das Dorf Mokumana. Auf eurer Reise dorthin werdet ihr mit den ersten Grundlagen des Spiels vertraut gemacht. Da Mistkäfer nun wirklich keine Akrobaten sind, haben sich die Entwickler eine tolle Idee ausgedacht wie ihr euch durch die Level bewegen könnt ohne dabei einzuschlafen oder mühsam überall hinaufzuklettern. Wie es sich für einen fleißigen Mistkäfer gehört schiebt Yoku fortwährend seine kleine Dungkugel vor sich her. Nicht umsonst tragen diese Tiere den Beinamen Pillendreher. Wie es der Zufall so will, dient genau diese Kugel als Kernelement eurer Fortbewegung. Überall in der Welt sind Flipper angebracht die ihr durch Drücken der linken oder rechten Schultertaste aktivieren könnt. Dadurch könnt ihr Yoku in Regionen katapultieren die er sonst nicht erreichen könnte. Oftmals sind diese Flipper in Folge geschaltet, so müsst ihr das richtige Timing einhalten um voran zu kommen. Im Laufe eures Abenteuer kommt noch eine Schnellreisefunktion hinzu die am ehesten den Fasskanonen der Donkey Kong Spiele ähnelt.
Sobald ihr im Dorf angekommen seid, müsst ihr feststellen, dass die Zustellung der Post nicht die einzige Aufgabe ist, die auf euch wartet.

Ein Käfer für alle Fälle

Wie sich herausstellt wurde die Gottheit der Insel vergiftet und der Schuldige muss ausfindig gemacht und ein Heilmittel gefunden werden. Hierzu müssen zunächst alle Häuptlinge der Insel zusammen getrommelt werden.
Natürlich sind die Bereich in denen sich diese aufhalten nicht direkt oder einfach zu erreichen. Vielmehr müssen ihr Sie euch freispielen. So ist zum Beispiel eine der Passagen von Schnecken befallen. Dummerweise hat der Schneckengärtner allerdings sein Werkzeug zu Hause vergessen. Nachdem ihr es ihm freundlicherweise gebracht habt, kann er den weiteren Weg für euch frei machen. Außerdem erhaltet ihr einen Schneckensauger. Mit diesem könnt ihr die lästigen Viecher an euren Dungball anheften. Sobald diese dann auf gewisse Materialien trifft platzen die Schnecken und können somit weitere Wege frei sprengen.
Hier geht Yoku's Island Express den gewohnten Weg dieser Sorte von Spielen. Erkundet die Welt, findet und erspielt euch Hilfsmittel die euch Zugang zu Arealen verschaffen die zuvor versperrt oder nicht erreichbar waren.
Eine Tröte die ihr zum Beispiel relativ früh findet hilft euch nicht nur schlafende Bewohner zu wecken sondern auch Windräder zu aktivieren.
Der Titel strotzt hierbei nur so von Aufgaben die ihr erledigen könnt und müsst. Eine weitere große Rolle spielen Früchte. Sie sind nicht nur ein weiteres Sammelobjekt, sondern dienen auch als eine Art Währung. Ihr erhaltet sich für das Befüllen von Briefkästen die überall auf der Insel verteilt sind, innerhalb von Flipper-Passage und anderen Gelegenheiten. Durch sie könnt ihr unter anderem gesperrte Flipper-Hebel freischalten um so in weitere Bereiche zu erreichen. Da dies im Laufe des Abenteuer im teurer wird, könnt ihr durch Aufgaben Gegenstände erhalten die euren Geldbeutel upgraden und dadurch die Kapazität erhöhen.
Um die Übersicht nicht zu verlieren verfügt das Spiel über eine schöne und übersichtliche Karte. Diese zeigt euch nicht nur bereits erforschte Gebiete, sondern anhand vorn Markern auch bestimmte Questziele und Schnellreiselinien an. Letztere solltet ihr unbedingt möglichst bald aktivieren, da sich das durchqueren der Insel sonst auf Dauer doch als sehr mühsam erweist.

Eine idyllische Insel

In Yoku's Island Express hat es das Team von Villa Gorilla geschafft ein absolutes Idyll zu schaffen. Sowohl optisch als auch akustisch strahlt das Spiel eine Ruhe und Ausgeglichenheit aus die seines Gleichen sucht. Denn obwohl es wirklich viel zu Tun und zu Entdecken gibt, könnt ihr alles in eurem eigenen Tempo erforschen. So hat es schon fast etwas therapeutisches mit dem kleinen Pillendreher über die Insel zu wandern. Was nicht bedeutet, dass das Spiel langweilig ist oder in den Flipper-Passagen nicht einiges an Geschick abfordert.
Die liebevoll gezeichneten Hintergründe und die entspannten Klänge passen so gar nicht zum hektischen Alltag eines heutigen Paketboten, aber fantastisch zum Gameplay. Auch wenn ihr sie eigentlich nicht braucht, sorgen reichlich gesetzte Schnellspeicherpunkte, von denen der Letzte jederzeit geladen werden kann, auch hier für nervliche Entlastung.

Fazit

Wie Eingangs erwähnt ist es weder einfach Genres zu mischen oder etwas Neues zu erschaffen, dass wirklich funktioniert und bei den Spielern ankommt. Den Schweden von Villa Gorilla ist dies mit Yoku's Island Express definitiv gelungen. Die dezente Flipper-Mechanik passt sich grandios in das eigentliche Metrovania Setting ein. Es sorgt für Abwechslung ohne zu aufdringlich oder gezwungen zu wirken. Der Schwierigkeitsgrad ist eher niedrig angesiedelt und die einzige Herausforderung ist im Prinzip die Technik in den Flipper Passagen zu beherrschen.
Auf der technischen Seite erlaubt sich der Titel keinerlei Fehltritt und die optische und akustische Umsetzung ist einfach liebenswert. Wer auf der Suche nach einem gelungen Genre Mix sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

Grafik
9
Sound
8.5
Gesamt
8.5

verfasst von „David“

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Vielen Dank an die Firma Team 17 für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 30.Mai.2018 - 07:25 Uhr