Spieletest: Wolfenstein II: The New Colossus NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
29. Juni 2018

USK 18 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport.

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Story top
Soundtrack sehr gelungen
Guter Umfang
Negativ:
Zensur
Technische Abstriche zum Original
Optionale Bewegungssteuerung
Bugs

Nachdem der Port von Doom uns vergangvergangenes Jahr durchaus überzeugen konnte, bringt Panic Button nun eine Fassung für Nintendos Switch. Das Spiel, welches bereits letztes Jahr für PC und andere Konsolen erschien, konnte durchweg positive Wertungen einfahren. Ob dies auch für den Port für Switch gilt und ob es Neuerungen darin gibt erfahrt ihr nun in unserem Test.

Nach einem Story Rückblick auf die Ereignisse in Wolfenstein: The New Order beginnt das Geschehen von "The New Colossus" mit einer weiteren Sequenz im Jahre 1961, einige Monate nach "The New Order". Die USA sind vom Nazi-Regime besetzt - Äh, nein... vom Regime. Da uns die deutsche Fassung als Testversion vorliegt, handelt es sich um eine stark geschnittene Fassung - doch dazu kommen wir später.

Gewalt ist eine Lösung...

Wie auch schon beim Vorgänger gilt es große Schlachtfelder zu überstehen und verwinkelte Gänge zu erforschen. Mit den unterschiedlichsten Waffen können neue Wege "geöffnet" werden - Etwa einem Laser der bestimmte Objekte entmaterialisieren kann und so neue Wege freigibt. Natürlich benötigt unser Held seine Waffen zum Angriff und zur Verteidigung gegen das Regime und seine Anhänger. Die einzelnen Areale sind überaus gut designt und abwechslungsreich gestaltet. Nicht nur, dass man sich seiner Gegner entledigen muss, auch kleine Aufgaben wie das aktivieren von Objekten oder "Finde XY" gehören mit dazu. In einigen Arealen treffen wir auf nur vereinzelte Gegenwehr, in anderen Bereichen haben wir es dann wiederum mit einer ganzen Armada zu tun in der es sehr schwer wird einfach nur mit dem Kopf durch die Wand mit dem Finger am Abzug hindurchzustürmen.

Freilich gibt es auch zahlreiche Objekte die uns dabei helfen die Schlacht zu überstehen. Neben den zahlreich vorhandenen Waffen liegen Munition, Schutzwesten sowie Heilungskapseln in den Arealen, die dem Spieler den Kampf deutlich erleichtern - vorausgesetzt man findet diese oder sammelt sie auf. Der Großteil der Objekte ist aber offensichtlich, da dieser von beseitigten Gegnern entweder fallengelassen wird oder auf Kisten zum mitnehmen bereitliegt. Ganz im Sinne ob man sich für eine brachiale oder eine überlegte Taktik entscheidet wird man mehr oder weniger dieser Objekte benötigen.

Zu den Widersachern zählen nicht nur Menschen, sondern auch Hunde und gewalltige, starke Androiden die uns das Leben schwer machen können. Dies hängt natürlich auch vom Schwierigkeitsgrad ab für den ihr euch vor Spielbeginn entschieden habt. Geht es im leichtesten noch sehr gemächlich zu, ist die Schwierigste Variante beinhart und nur für echte Shooter-Veteranen geeignet. Insgesamt kann der Spieler zwischen 5 Schwierigkeitsgraden wählen, sodass hier definitiv für jeden etwas dabei sein dürfte was seinen Anforderungen entspricht.

Die Story ist wirklich gut erzählt, auch wenn die "Zensur" vieles davon kaputt macht. Die Sequenzen sind stimmungsgeladen und tragen ihren Teil zur überaus gelungenen Atmosphäre bei. Die deutsche Sprachausgabe ist wirklich gelungen, auch wenn es hin und wieder Momente gibt wo dies etwas abfällt. Schade ist, dass diese nicht wie im Original Deutsch/Englisch ist. Die Musikuntermalung sowie die Soundeffekte sind erstklassig und lassen kaum wünsche offen.

Der Storymodus schlägt mit etwa 12 Stunden zu Buche was durchaus angemessen ist, zumal es auch Genre-Vertreter gibt, bei denen nach 5 Stunden Schluss ist. Generell gesehen bietet die Switch-Fassung vom Umfang her gesehen genau das gleiche wie die anderen Versionen. Schade ist es, das man auf Online-Komponenten komplett verzichtet. 

Die einzige Neuerung im Spiel ist die optionale Möglichkeit, das Geschehen via Bewegungssteuerung zu kontrollieren. In ruhigeren Momenten mag dies noch durchaus gut funktionieren - wird es allerdings hektischer, erweist sich diese Steuerung als wenig geeignet.

Zensur des Grauens

Das man sich wieder dazu entschlossen hat nur eine zensierte Version in Deutschland anzubieten ist wirklich bitter, denn mittlerweile stehen die Chancen nicht schlecht dies auch uncut veröffentlichen zu können. Über Verbote und Rechte wollen wir hier jetzt nicht Diskutieren, allerdings gehört die Hintergrundgeschichte nunmal dazu und kein anders Land hat sich so "penibel" alles unter den Teppich zu kehren bzw. zu verbieten.

Die Worte "Nazis", "Nationalsozialisten", "Juden", "Führer" fielen der Schere zum Opfer, ebenso Symbole die in Deutschland als verfassungswidrig angesehen werden. Das Nazi-Regime wurde zu dem "Regime" und auch an der Figur "Adolf Hitler" wurde die Schere angesetzt. Der Name wurde in "Herr Heiler" abgeändert, ebenso wurde ihm der Bart entfernt sowie der Seitenscheitel auf seine andere Seite gekämmt. Die Aussage "Mein Führer" wurde in "Mein Kanzler" abgeändert und auch andere Aussagen wurden "eingedeutscht". Leider wird das Spiel mit dieser (unnötigen) Zensur stark ins lächerliche gezogen was zumindest der Story und in Teilen der Atmosphäre einen Abbruch tut.

Technische Abstriche

Das Geschehen läuft, wie zu erwarten, mit nur maximal 30fps, allerdings fast immer konstant. Leider wirkt das Bild an sich aber deutlich unschärfer als die anderen Versionen und man hat den Eindruck es würde ein leichter milchiger Filter über dem Bild liegen. Besonders in großen Arealen wirken Texturen sehr matschig und stellen sich erst später "schärfer". So ziemlich Alle Aufschriften von Objekten sind so unscharf das man sie nicht oder kaum erkennen oder lesen kann. Hier sollte man allerdings so fair sein zuzugestehen, das auf der begrenzten Hardware wohl kaum mehr möglich gewesen wäre.

Spielt man auf dem TV-Bildschirm ist die Weitsicht deutlich besser als im Handheld-Modus - ebenso sind hier Feinde in der Entfernung genauer auszumachen und niederzustrecken. Via Handheld-Variante stört hingegen die unscharfe Darstellung deutlich weniger als auf dem großen TV-Bildschirm.

Leider trifft dies auch auf die Story-Sequenzen zu, die deutlich heruntergerechnet wurden und durch Komprimierungsartefakte teilweise doch etwas unschön aussehen. Insgesamt gesehen macht die technische Seite des Doom-Ports letztes Jahr aber einen etwas besseren Eindruck.

Zuguterletzt haben sich noch Bugs ins Spiel geschlichen. Zum einen sei jener erwähnt, der es unmöglich macht im Haupt- und Pausenmenü irgendwelche Punkten/Optionen auszuwählen bzw. zwischen diesen zu wechseln. Hier gibt es keine Funktion des Steuerkreuzes oder Analogsticks - lediglich die Tasten "A" und "B" erfüllen ihren Zweck. Erst wenn man die Switch komplett aus- und wieder einschaltet, funktionieren sämtliche Tasten so wie sie sollen.
Ein weiterer Bug ist bei uns auf dem Weg zum State Building in der U-Bahn Station aufgetreten. Als uns hier Hunde angriffen fiel unser Held einfach durch den Boden und landete im Meer darunter, eingeklemmt zwischen imaginären Mauern in einem schlauchartigen Gang. Erst ein Neustart konnte die Situation bereinigen.

Fazit

Wolfenstein 2: The New Colossus ist ein überaus gelungenes Spiel, das jedoch mit einigen technischen Abstrichen daherkommt. Zensur hin oder her, sie zerstört aber leider einiges an Flair. Wer einer hohen Gewaltdarstellung nicht abgeneigt ist kann bedenkenlos zugreifen. Hier sollte man sich aber überlegen ob man nicht lieber zum unzensierten Import greift.

Grafik
8
Sound
9
Gesamt
8

verfasst von „Tommy“

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Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 10.Juli.2018 - 19:44 Uhr