Spieletest: The Legend of Zelda: The Wind Waker NGC

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Releasedate:
32. Mai 2003

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Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: 38 Meinungen

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Specials: GBA-GCN-Link, Limited Edition enthält Bonus-Disk mit den Spielen Ocarina of Time und Master Quest

Plus / Minus

Positiv:
Zelda-Atmosphäre
Viele Sidequests
Negativ:
Wenige Main-Quests
Viel zu leicht!

Was ist nass, transparent, und wird in Videospielen meistens trotzdem blau dargestellt? Richtig: Wasser. Und genau davon gibt's in TWW exorbitant viel zu sehen. Und was kann man mit Wasser und Wind machen? Richtig: Segeln. Und das tut Link in The Legend of Zelda: The Wind waker ständig. Na ja, stimmt nicht ganz, es ist nämlich nicht "der" Link, der die Hauptrolle dieser Geschichte spielt, denn der ist vor einer langen Zeit verschwunden. Doch auch als das Böse wieder aufstieg behielten die Menschen ihre Tradition den erwachsen werdenden Männern ein Outfit zu schenken, das dem des "Helden der Zeit" nachempfunden ist. Und so kommt auch der neue Link daran. Rein zufällig wird kurz darauf seine Schwester von einem riesigen Vogel entführt, die er verständlicherweise vor jeglichem Unbill bewahren will und die erste Gelegenheit nutzt einen Rettungsversuch zu unternehmen. Dass früher oder später auch noch die Welt als ganzes gerettet werden muss, versteht sich wohl von selbst. Eine für Zelda-Verhältnisse ziemlich komplexe Story. Die Fortbewegung findet im Gegensatz zu den bisherigen Zelda-Spielen zum größten Teil nicht auf dem Lande, sondern auf dem Wasser statt und selten wurde Seefahrt so gut umgesetzt. Die Reise zwischen den Inseln und die Erkundung derer zieht den Spieler fast in dem Moment in ihren Bann, in dem er die Möglichkeit hat sich frei über die See zu bewegen und wird sich lange mit den vielen Sidequests beschäftigen können. Wenn Seefahrt im Zentrum eines Spieles steht, liegt es nahe auch Handel einzubringen, hat man sich wohl auch bei Nintendo gedacht und dieses Element auch mit eingeführt. Es ist nicht nur wichtig einzelne Inseln abzusuchen, sondern auch z.B. Interessenten an gefundenen Gegenständen zu suchen. Man wird einfach wie in jedem Zelda in eine große Welt voller eigener Figuren versetzt und lernt sie mit der Zeit kennen. Nach und nach wird so auch die Karte vervollständigt und man bekommt immer wieder Schatzkarten, die mit der Meereskarte verglichen werden können, um besonders wertvolle Schätze zu bergen. Das "Meer", die Hauptkarte, wirkt sehr weit, es dauert bei Rückenwind fast zehn Minuten, um von einer Ecke zur gegenüberliegenden zu kommen, bei Rückenwind, versteht sich und das nahezu ohne, dass zwischendurch geladen wird, so dass die Atmosphäre von einer endlosen Wasserwelt gut übertragen wird. Im "eigentlichen Spiel" kommen Erinnerungen an Ocarina of time, die N64-Episode der Serie, zurück. Wesentliche Änderungen wurden nicht vorgenommen, nennenswerte Veränderungen dafür aber. Noch immer wird mit B das Schwert verwendet, mit L (als Z-Ersatz) der nächste Gegner anvisiert (wobei es bei TWW etwas schwer ist sein Ziel zu wechseln) und mit drei Tasten ein Item verwendet (X, Y und Z). Neu ist, dass nun oft bei bestimmten Gegenständen in der Umgebung mit R eine alternative Handlung ausgeführt werden kann (z.B. statt zwischen "Stick und A" und "stehen und A" zum Schieben oder Klettern bei Kisten zu unterscheiden ist der Unterschied R oder A) und der C-Stick nun zur Steuerung der Kamera verwendet werden kann. "Nothing special, just the norm" eben. Das ist aber auch nicht wirklich schlimm, denn das Gameplay wurde gut umgesetzt, besonders ist die stark vertretene Nutzung von Items in Kämpfen positiv zu erwähnen. So haben Items die verschiedensten Wirkungen auf Gegner und erleichtern den Kampf bei richtigem Einsatz enorm, experimentieren lohnt sich also. Leider ist es selten nötig dermaßen taktisch vorzugehen. Auch werden Spieler, die sich daran gewöhnt haben, dass Sidequests nur der Vorbereitung für die Dungeons dienen, vielleicht enttäuscht, da eine Vorbereitung fast überhaupt nicht nötig ist. Die Anzahl der Tempel ist die wohl kleinste von allen "echten" Zelda-Teilen, und dazu sind diese auch noch furchtbar einfach. Der Aufbau ist meist ziemlich übersichtlich und die Kämpfe nur selten kritisch, die Bosse sind am ehesten als lächerlich zu bezeichnen. Auch wenn versucht wurde das durch viele Aufgaben außerhalb der Dungeons zu kompensieren, wird für viele der Schwierigkeitsgrad ein Grund zur Enttäuschung sein, es fehlt einfach die Herausforderung.

Eine Neuerung ist der "Tingleceiver", der den perfekten "Sidekick" für Link beschwört: Tingle. Vom GBA aus (über GBA-GCN-Link Kabel) lässt sich eine Markierung über die Karte lenken, die Tingle als eine Art Satellit symbolisiert, der z.B. Punkte markieren, Bomben abwerfen oder Gegenstände analysieren kann. Ein interessantes Feature, besonders nützlich, wenn man von einem Mitspieler Unterstützung braucht, leider nur ist dieses Feature beim Durchspielen nur unnötiger Aufwand, da das Spiel zu leicht ist, als dass man einen Helfer brauchen könnte.

Der Grafikstil hatte seinerzeit eine Welle der Empörung ausgelöst, ist es doch eine sehr gewöhnungsbedürftige Umstellung nach der "Animesierung" Links. Doch auch Kritiker werden zugeben müssen, dass er beeindruckend umgesetzt wurde. Räume, die komplett von Flammen erleuchtet werden sind nur ein Beispiel. Der Tag/Nacht-Zyklus, Wolken, die am Himmel auf- oder enlangziehen, Verschiedener Wassergang, schon die Umgebung auf See ist voller Details und alles wirkt wie in einem Zeichentrickfilm. Städte und Inseln stehen dem in nichts nach. Figuren im Spiel sind sehr detailliert gestaltet, oft mit eindrucksvollen Effekten versehen und so fein animiert, wie kaum in einem anderen Spiel. Schon wer die Raucheffekte gesehen hat, weiß, wie eindrucksvoll der Zeichentrickstil aussehen kann.

Wen hat Nintendo bloß an die Musik gelassen? Die Stücke sind zum Teil zwar schön, aber gerade diese schönen Stücke kennt man bereits aus den Vorgängern! Dafür erschreckt das Spiel durch teilweise eher misslungene Musikstücke, die falls überhaupt, eher negativ auffallen. Extremstes Beispiel ist die Zwischenbossmusik, das aus einem fröhlichen Gepfeife besteht. Die vorhandene Musik ist größtenteils qualitativ nicht schlecht, aber nicht genial und wie erwähnt oft zu unauffällig. Die Effekte sind dafür durchaus brauchbar, wenn auch nicht mehr Sprache zu hören ist, als schon bei Ocarina of Time (also nur Fragmente).

Fazit

The Wind Waker ist eigentlich nur eine etwas weiterentwickelte Version von Ocarina of time, leider ist bei dieser Weiterentwicklung der Schwierigkeitsgrad auf der Strecke geblieben. Dennoch fesselt die Faszination die Meere zu erkunden auf typische Zelda-Art sofort (und es gibt viel zu erkunden).

Grafik
9
Sound
7
Gesamt
10

verfasst von „MOD666“

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Letzte Aktualisierung: 08.Mai.2003 - 21:20 Uhr