Spieletest: Miitopia 3DS

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Weitere Infos

Releasedate:
28. Juli 2017

USK 0 unterstützt MyNintendo nicht unterstützt amiiibo

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
witzige Idee
spaßig für Zwischendurch
Einsteigerfreundlich...
Negativ:
...für Fortgeschrittene evtl. zu simpel

Casual oder Core?

Wer erwartet selbstständig eine Welt voller Miis erkunden zu können, wird leider enttäuscht werden: Lediglich in den kurzen Stadtsegmenten kommt man selbst ans Steuer. In Feldwegen und Dungeons laufen eure Miis entlang einer vorgegebenen Spur und quatschen unterschiedlichstes Zeugs miteinander. Auf dem Weg begegnet man Monstern, Schatztruhen oder erlebt Story-Elemente und Situationen, in denen Klassen und Persönlichkeiten natürlich wieder eine Rolle spielen. All diese kleinen Nebengeschichten machen den Charme aus, den auch schon Tomodachi Life versprühte.

Der einzige Haken daran ist allerdings, dass der Titel auch eher Casuals anspricht. So ist die einzige Wahlmöglichkeit zwischen Kämpfen eine Abzweigung bei einer Weggabelung. Der Wiederspielwert in späteren Arealen kommt dann durch mehrere solcher Abzweigungen, wobei die abgegrasten Möglichkeiten markiert werden. Diese Spielweise macht das Konzept für jüngere und Casual-Gamer leichter zugänglich, einige Core-Gamer könnten sich hier aber arg eingeschränkt fühlen.

Daher ist es auch etwas verwunderlich, dass Nintendo hier den Titel nicht als App vertreibt: Mit 2017 sind die meisten Casual Gamer längst auf’s Smartphone abgewandert und zahlen keine 40€ mehr für ein Spiel. Der Titel hätte als Add-On für Miitomo vermutlich genauso gut funktioniert, und mit Multiplayer-Elementen und Free2Play-Modellen eher die angepeilte Zielgruppe angesprochen.

Vom Fall zum Zufall

Ein weiterer großer Teil des Spielgeschehens geht dann Vom Gasthaus am Ende eines jeden Kapitels aus. Hier kann man seine Miis mit erbeutetem Essen füttern (jeder hat seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen, die man erst herausfinden muss) oder man kann ihnen Geld geben, damit diese sich Ausrüstung kaufen. Auch hier geschieht der Prozess völlig automatisch und vereinfacht. Ab und zu kaufen die Miis auch etwas anderes wie eine HP-Banane, dies kommt allerdings nur selten vor. Meistens ersetzen die Ausrüstungen dann einfach die alten Werte, wobei man optional auch alte Ausrüstung aber mit neuen Werten wieder anlegen kann. Bspw. wenn man das Bienenstachelkostüm des Kriegers mag, aber dennoch die besten Werte möchte.

Des Weiteren spielen natürlich auch amiibos wieder eine Rolle. Wer Kostüme seiner Lieblings-Nintendo-Charaktere

Wer zudem Umfragen macht kann via gewonnener Spielscheine sein Glück in der Spielhalle versuchen, umso Münzen oder Items zu ergattern.

Des Weiteren kann man seine Miis auch in einer RPG-WG platzieren. Dadurch ergeben sich wieder kleine Events mit quirrligen Dialogen, die zum Beziehungswert der Einheit beitragen. Je nach Zu- oder Abneigung hat dies dann auch Auswirkungen im Kampf. So kann ein Mii dem anderen Mut zusprechen, wenn es verletzt wird oder seine eigenen Werte steigern, wenn es vor einem anderen Angeben will. All diese Aktionen geschehen wieder automatisch, aber umso mehr man dieser Funktionen freispielt, umso dynamischer wird das Kampfgeschehen.

Der soziale Aspekt

Viel von dem Charme eines Miitopia entsteht erst durch die Zufälligkeit einzelner Events und wie sie dann doch irgendwie zur Persönlichkeit der dargestellten Person passen. Nintendo weiß dass, wodurch die Screenshot-Funktion einfach via Y aktiviert werden kann. Auch Kämpfe können nochmal im Replay abgespielt werden, um so das perfekte Foto zu bekommen.

Grafik und Sound

Auch hier werden die Eifachheit und die Randomness wider gespiegelt. Grafisch Orientiert sich der Titel an einer Art einfach em Pup-Up-Buch Stil, welcher auch durch einen schön integrierten 3D-Effekt abrundet. Die Item- und Monster-Models sind niedlich und passen ins Schema. Der Sound hingegen orientiert sich eher an den schrägen Mii-Maker Sounddesigns, was für ein Fantasy-Setting zuerst eher komisch wirkt, aber umso mehr Miitopia aus diesem Klischee ausbricht, umso sinnvoller scheint der Zufallsfaktor.

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Fazit

Miitopia ist eine witzige Idee, die aber als Smartphone-App vermutlich eher seine Zielgrupper angesprochen hätte. Das Spieplrinzip dürfte Core-Gamern zu simpel sein, zumindest wenn sie ein klassisches RPG erwarten. Wer den Titel eher wegen der Tomodachi-Elemente in Augenschein nimmt und ein entspanntes Rollenspiel für zwischendurch sucht kommt mit Miitomo allerdings voll auf seine Kosten. Hier muss man sich aber natürlich auch die Mühe machen, seine Figuren sinnvoll zu besetzen.

Grafik
7.5
Sound
8
Gesamt
7.5

verfasst von „Benjamin A.“

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Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 28.August.2017 - 04:43 Uhr