Spieletest: Apollo Justice: Ace Attorney 3ES

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Weitere Infos

Releasedate:
22. November 2017

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Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Spannende Story
Forensik und "organischer Lügendetektor"
3D-Effekt
neue, höher auflösende Illustrationen
Negativ:
textlastig
nicht mehr auf Deutsch verfügbar
sonst kaum Extras
Preis...

Der Jüngling mit den Stimmbändern aus Stahl

Natürlich kann Apollo die Unschuld von Phoenix beweisen – allerdings steht er danach ohne Job da. Dieser bietet ihm daraufhin an, in seinem Büro zu arbeiten, und wandelt die Talentagentur in eine „Anything“-Agentur um.

Das einzige andere Talent Trucy Wright bildet fortan den Ersatz zu der bisherigen Maya Fey – und das eine Spur zu deutlich. Anstatt nämlich wie Athena Cykes aus dem späteren Phoenix Wright: Ace Attorney - Dual Destinies eigene Charakterzüge zu entwickeln, bleibt sie lediglich ein Abklatsch der schrägen Geistlichen aus dem Original.

Auch Apollo selbst ist dem blauen Anwalt in dieser Episode noch viel zu ähnlich, dieser konnte mit der Fortsetzung aber ordentlich im Popularitäts-Ranking aufsteigen und erlebte somit in Phoenix Wright: Ace Attorney - Spirit of Justice eine unerwartete Renaissance.

Das dunkle Zeitalter des Gesetzes

Vielen der Ereignisse dieses Titels wurden erst durch Dual Destinies eine größere Bedeutung beigeschrieben. Auch der Kontrahent Klavier Gavin – ein Rocker mit deutschem Akzent – ist der wohl am wenigsten charismatische Kontrahent: Während die von Karmas und Edgeworth beinharte Siegessträhnen verteidigten und auch Godot auf seine seltsame Art einen persönlichen Rachefeldzug hegte, so kommt es einem bei dem aalglatten Schönling so vor, als wäre er nur an einer guten Show in einer Art freundlichen Wettbewerb interessiert.

Insbesondere im letzten Showdown entwickelt sich dies zu einer Art Heimspiel, was äußerst schade ist, da die anderen Kontrahenten oft härter zu überzeugen waren als so manche Mörder - denn immerhin muss auch ein eindeutig böser Mensch auch mit einer juristisch eindeutigen Beweislage bestraft werden - wobei hier Apollo Justice eine interessante, andere Option anbieten wird...

Abseits der eher schwachen Hauptbesetzung und dem Bruch mit Wright als ruhmreichen Helden bleibt der Rest der Handlung aber dem Ace Attorney-Stil treu: Neben spannender Mordkrimis gibt es auch eher schräge Beweismittel-Gefechte. Von lange geplanten Giftattacken und Familien-Intrigen bis hin zu Rockkonzerten und magische Unterhosen ist alles dabei.

Forensik im Einsatz!

Einige der großen Neuerungen der DS-Episode war des Weiteren, dass die meisten Gegenstände nun in einer Polygon-Ansicht gedreht und untersucht werden können. Dies wurde später zwar auf ein reduzierteres, sinnvolleres Maß herunter gekürzt, wer sich aber ohnehin schon auf ein textlastiges Abenteuer eingelassen hat, den dürften ein- zwei Spaßdialoge zusätzlich auch nicht stören.

Später im Spiel kommen hier dank Ema Skye auch noch „forensische Methoden“ zum Einsatz. So kann man nun Gegenstände auch in der Detailansicht mit Luminol und Fingerabdruck-Puder untersuchen und später sogar Aufnahmen vor- und zurückspulen. All diese Fertigkeiten kommen so wohl im Gerichtssaal als auch bei der Untersuchung am Tatort zum Einsatz, in welchem ihr euch wie in einem Point’n’Click Adventure aus der Ego-Perspektive von Szene zu Szene bewegt.

3DS-Verbesserungen

Wie schon die Phoenix Wright Trilogy kommt auch dieser Titel mit wesentlich höher auflösenden Illustrationen für Charaktere, Items und Hintergründe daher, die allesamt für die HD-Remakes auf Smartphones geschaffen wurden. Diese schaffen wegen der Begrenzungen des Handhelds zwar keine HD-Auflösung, sehen aber auch auf einem 2DS scharf genug aus. 3DS-Besitzer bekommen außerdem eine schöne 3D-Staffelung der einzelnen Sprite-Layer – auf echte 3D-Modelle wie in den speziell für 3DS geschaffenen Episoden findet man hier allerdings nicht.

Ein weiteres neues Feature ist außerdem die Möglichkeit, sämtliche Dialoge – auch noch nicht gelesene – via gedrücktem B-Knopf zu überspringen, sofern man die Option aktiviert. Auch der via Knopfdruck optionale „Einspruch“-Ruf via Mikrofon ist noch möglich, war aber schon damals mehr Gimmick als Feature.

Leider wurde aber auch hier auf die Verwendung der früher vorhandenen, deutschen Übersetzung (inkl. Sprachausgabe-Samples) verzichtet. Diese war zwar orthografisch nicht einwandfrei, aber wenn der Titel den selben Preis wie eine brandneue Ace Attorney-Episode verlangt, hätte man zumindest die zusätzlichen Sprachversionen anbieten können...

Das Kreuz mit den Moneten...

Auch der 3DS-Port von Apollo Justice ist wieder gelungen, und der Titel selbst ist bis auf ein paar Schwächen ein weiterer gelungener, interaktiver Krimi. Einzig und allein der Preis macht es uns schwer, eine treffende Wertung zu finden.

Normalerweise sehen wir davon ab, einen Titel auf Grund des Preisniveaus deutlich besser oder schlechter zu bewerten. Nachdem Apollo Justice - ein zehn Jahre alter Titel mit vier Fällen – aber beinahe gleich viel kostet wie die aktuellste Episode (5 Fälle ohne DLC) oder die gesamte Phoenix Wright Trilogie mit 14 Fällen, hatte diese Dreistigkeit leider auch Einfluss auf die Gesamtpunktzahl. Auf Smartphones kostet dieser im Gesamtpaket zwar auch so viel wie seine Kollegen, kostet hier aber zumindest ein Drittel weniger.

Um diesen Preis hätte man auch noch beide Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth-Spin-Offs (ja, auch den Japan-exklusiven zweiten Teil) drauflegen müssen. Nachdem Gerüchten zu Folge auch schon eine Trilogie für Switch geplant ist - in der auch APollo Justice enthalten sein soll – sollte man sich hier gut überlegen, ob man rein wegen des 3D-Effektes zum 3DS-Remake greifen will.

Seite

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Fazit

Die krasse Wechsel und die ausnahmsweise schwächeren Hauptdarsteller hinterlassen zwar einen gemischten Beigeschmack im sonst so makellosen Gerichtsmelodram, doch die Geschichten sind weiterhin so spannend wie ausgeflippt, wie man es sich von einem Ace Attorney-Titel erwartet.
Der Titel brachte zudem einige sinnvolle Neuerungen auf den DS, die die Formel zwar nicht grundlegend erneuerten, aber zumindest etwas auffrischten.
Leider drückt aber der Preis ordentlich auf die Wertung, da Apollo Justice als zehn Jahre alter Einzeltitel fast gleich viel kostet, wie eine neue Episode bzw. die vollständige Phoenix Wright-Trilogie. Wer demnach auf den exklusiven 3D-Effekt verzichten kann, sollte sich überlegen, ob man nicht noch auf ein zukünftiges, günstigeres Angebot warten will.

Grafik
8
Sound
7.5
Gesamt
7

verfasst von „Benjamin A.“

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Vielen Dank an die Firma Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 08.Dezember.2017 - 01:12 Uhr